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Die erste schriftliche Kontaktaufnahme mit den Nachgeborenen der Familien Schlüter-Laukamp in IA Amerika und Auswandererbriefe

INGRID SELIGER HALF ALS ÜBERSETZERIN.

Bezugnehmend auf das Ferngespräch meines Sohne Thomas am 7. Januar möchte ich Ihnen und Ihrer Familie meine Beweggründe der Kontaktaufnahme mitteilen. Zunächst möchte ich mich Ihnen vorstellen. Ich heiße Martin Holz (* Osterwick 6. 5. 1936) und wohne im Ortsteil Osterwick der Gemeinde Rosendahl in Westfalen. In unserer Gemeinde mit über 10000 Einwohnern bin ich ehrenamtlicher Archivleiter. Mein großes Interesse gilt der Erforschung der Auswanderung im 19. Jahrhundert. In erster Linie beschäftige ich mich mit der Auswanderung aus der Kreisstadt Coesfeld und aus Holtwick, Osterwick und Darfeld, den Ortsteilen der Gemeinde Rosendahl. Ich besitze seit einigen Jahren Kopien von Briefen der ausgewanderten Familie des Laurenz Schlüter (* Holtwick 22. 12. 1826) und seiner zweiten Frau Antonia Laukamp (* Osterwick 20. 3. 1851). Mit 51 Jahren hatte er sie, 26jährig, am 9. Oktober 1877 in Holtwick geheiratet. Aus seiner ersten Ehe gingen keine Kinder hervor. Die Eheleute wanderten im Mai 1886 mit ihren beiden kleinen Kindern Catharina und Joseph nach Nordamerika aus. Aus den Briefen geht hervor, daß Laurenz Schlüter im Jahre 1897 in Guttenberg, Iowa eine Farm von 100 Acres hatte. Hier wurden noch die Kinder Maria (* 1886), Heinrich (* 1890) und Anna (* 1893) geboren. Die Schule war im Nachbarort Neuwina. Joseph (* Holtwick 1883) heiratete ein Mädchen aus der Nachbarschaft und hatte drei Kinder. Maria war verheiratet und hatte fünf Kinder. Catharina war verheiratet und hatte drei Kinder. Bedauerlicherweise haben die Briefe der Familie Schlüter fast alle nur den Tag und Monat als Datumsangabe, das Jahr fehlt. Der letzte Brief Marias (* 1886) stammt vom 30. Januar 1916. Ihre Familie hatte sich in Glennhaven, Wisconsin eine 169 Acres große Farm gekauft. Maria schreibt 1915 von ihrer 65jährigen rheumakranken Mutter Antonia. Wann Laurenz Schlüter gestorben ist, geht aus den Briefen nicht hervor. Mich interessiert, was aus den fünf Kindern geworden ist. Wen und wann haben sie geheiratet ? Wie viele Kinder hatten sie? Welche Berufe haben die Nachkommen des Laurenz Schlüter erlernt? Ich möchte gerne alle Lebensdaten der Familie Laurenz Schlüters und seiner Nachkommen in Erfahrung bringen, damit ich sie in meiner Auswanderergeschichte einarbeiten kann. Es ist für die Bürger unserer Gemeinde von großem Interesse, was aus den ausgewanderten ehemaligen Bewohnern unseres Ortes und deren Nachkommen in Amerika geworden ist. In einem Telephonverzeichnis der USA auf CD-ROM fand ich im Ort Guttenberg vier Namensträger Schlüter. Beiliegend finden Sie zwei Bilder der Familie Schlüter aus Guttenberg, Iowa und das unvollständige Familienblatt der Familie Laurenz Schlüters, mit der Bitte um Ergänzung der Lebensdaten. Ich bitte Sie, Frau Schlüter, meine Informationen den übrigen Familien Schlüter und den Ihnen bekannten verheirateten weiblichen Verwandten weiterzureichen. Verwandte von Antonia Schlüter geborener Laukamp leben hier in Rosendahl-Osterwick. Die Familie Laukamp hat einen kleinen Bauernhof. Die Originale der Auswandererbriefe und Photos aus Guttenberg, Iowa werden im Geburtshaus Antonias sorgsam aufbewahrt. Die Familie Laukamp spricht oft von den ausgewanderten Verwandten in Amerika, ohne zu wissen, wo sie leben, und ohne mit ihnen Kontakt zu haben. Sehr geehrte Frau Schlüter, ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie sowie allen Nachgeborenen der Familie Laurenz Schlüters ein gesundes, zufriedenes Jahr 1996. In Erwartung Ihrer geschätzten Nachricht über den Lebensweg der Familie Schlüter in Guttenberg, Iowa verbleibe ich mit herzlichen Grüßen Martin Holz.

Anlagen: Adressenliste Schlüter Familienblatt der Familie Schlüter

Verteiler für die übrigen Familien Schlüter

Dear madam Schlüter

Rosendahl, 2. 2. 1996

With reference to the telephone call of my son Thomas on the 7th January 1996, I would like to inform you the reasons why I would like to have contacts with you and your families. First and foremost I would like to introduce myself. My name is Martin Holz (I was born in Osterwick on 6.5.1936) and I live in the locality Osterwick of the municipality Rosendahl in Westphalia. In an honorary capacity I am the archives leader of the 10.000 people who live in our municipality. My great interest is the research about people who emigrated during the 19th century. On the first hand I occupy myself with the people who emigrated from the town Coesfeld and from the locality of Holtwick, Osterwick and Darfeld of the municipality Rosendahl. I possess a number of copies from the letters form previous years about the emigrated family of Laurenz Schlüter (* Holtwick 22. 12. 1826) and his second wife Antonia Laukamp (* Osterwick 20. 3. 1851). On the 9. October 1877, at the age of 51 he had married her in Holtwick when she was 26 years. From his first marriage he had no children. In May 1886, the couple with their two small children Catharina and Joseph emigrated to North America. According to the letter that I have, I gather that in 1897 Laurenz Schlüter had a farm of 100 acres in Guttenberg, Iowa. The children Maria (* 1886), Heinrich (* 1890) and Anna (* 1893) were born here. They went to a school which was situated in the neighboring village Neuwina. Joseph (* Holtwick 1883) married a girl from the neighborhood and had three children. Maria was married and had five children. Catharina was married and had three children. Regrettably we have not received any letters from the families Schlüter after 1916. The last letter from Maria (* 1886) was dated 30. January 1916. Her family had in Glennhaven, Wisconsin bought a big farm of 169 acres. In 1915 Maria wrote about her 65 years old mother Antonia's rheumatism. She had not mentioned in her letters when Laurenz Schlüter died. I am interested to know what happened to the five children? When and whom they married? How many children they had? What were the jobs they learnt? I would like to know the exact dates of the lives of families Laurenz Schlüter and their descendants so that in my book I can write about their migration? It is a great interest of the people of our municipality to know what has exactly happened to he emigrated families and their descendants in America. In a telephone register from USA on CD-ROM I found four names of the families Schlüter in the village called Guttenberg. Herewith I am enclosing two photos of the Schlüter family from Guttenberg, Iowa and uncompleted records of the family Laurenz Schlüter. Please complete the missing dates of their lives. I please you, Madam Schlüter, to circulate my information about Schlüter families to women who are their relatives and married. Relatives of Antonia Schlüter, birthname Laukamp, are living here in Rosendahl-Osterwick. The Laukamp family has a small farm. The original letters and photos of the emigrated family from Guttenberg, Iowa are kept carefully in their birthhouse. The Laukamp family speaks often about the emigrated family without knowing where do they live now and without any contacts. I will be happy, if before 80 years in 1916 the tore apart family connections are brought together to a lasting knot in 1996.

My dear Madam Schlüter, I wish you, your family and as well as all the descendants of the family Laurenz Schlüter a healthy and contented 1996. Martin Holz Enclosed: 1. 2. 3. The list of addresses of Schlüter. The records of family Schlüter Documents to circulate to other members of the Schlüter family Garnavillo, Ia. Apr. 4 ­ 1996 Lieber Herr Holz Wir erhielten eine Abschrift des Briefes, den Sie an einige der Schlueter schickten, die in Guttenberg, Iowa eine Adresse hatten, und waren erfreut, von Ihnen zu hören. Schon viele Male haben wir gefragt nach den Schlüter-Familien in Deutschland. Mein Name ist Margaret C. Schlueter. Der Name meines Ehemanns ist Aloysius J. Schlueter, einer der Söhne von Joseph und Cecelia Schlueter. Als Joseph von Deutschland sprach, erwähnte er immer Hannover, so daß wir annahmen, daß dieses es sei, wo er geboren war und wo die Familie lebte. Sie schienen nicht so oft darüber zu reden. Ist Hannover nahe Holtwick oder Osterwick? Joseph war der älteste Sohn von Laurenz und Antonia Laukamp Schlueter. Laurenz und Antonia waren die Großeltern meines Mannes, und er hat bis jetzt nie ein Bild seines Großvaters gesehen. Joseph und Cecelias Haus brannte zweimal ab während Haushaltsgegenstände wurden im Feuer zerstört. ihres Lebens, und alle Photos und

Ich schicke Ihnen einige Photos der Schlueters. Wäre es Ihnen möglich, mir ein Photo oder eine Kopie von Laurenz zu schicken ­ mit seiner Frau ­ oder allein ? Hätten Sie auch ein Bild von Laurenz und seiner ersten Frau? Welches war ihr Name ­ Geburts-, Heirats- und Todesdaten? Hatte Laurenz Brüder und Schwestern und kamen andere Familienmitglieder in die Vereinigten Staaten? Welches war der Name des Schiffes, auf dem sie ankamen? Könnten Sie mir bitte ein paar Photos oder Kopien schicken und diese Fragen beantworten? Wir ließen Kopien Ihres Briefes unter den Schlueters verbreiten in der Hoffnung, daß sie Ihnen schreiben werden und Ihnen mehr Informationen geben können, nach denen Sie fragen. Wenn Sie von einigen nichts hören ­ lassen Sie es mich wissen, und ich werde versuchen, die Daten für Sie zu beschaffen und Ihnen zu schicken. Wenn Sie mir schreiben ­ schreiben Sie bitte in Englisch. Die Leute hier umher können die deutsche Sprache nicht lesen oder schreiben. Die Rückseite des Blattes, das Sie mit den Schlueter-Adressen schickten, hatte noch mehr Namen und Daten, aber es war in Deutsch, und daher wußten wir nicht, was es sagt. Ich hätte das gerne übersetzt und mir zugeschickt. Ich hoffe, Sie können meine Handschrift lesen ­ Ich kann nicht auf der Schreibmaschine schreiben, und so ist dies das beste, was ich tun kann. Bitte beantworten Sie meine Fragen, wenn möglich, und können Sie mir ein paar Photos oder Kopien von Laurenz Schlueter oder was auch immer schicken, und ich werde versuchen, Ihnen zu helfen mit Daten usw. ­ falls Sie nichts hören von all den Schlueter-Familien hier in der Gegend. Ich werde auf Antwort auf meinen Brief warten. Margaret C. Schlueter P.O. Box 225 Garnavillo, Iowa 52049 USA

P.S. Das kleine Photo des Hofes, das Sie schickten ­ War dies Antonias Elternhaus, bevor Sie Laurenz heiratete ­ oder war es, wo Laurenz und Antonia lebten?

Rosendahl, den 15. Mai. 1996 Sehr geehrte Frau Schlueter! Zunächst herzlichen Dank für die ausführliche Berichterstattung vom 4. April und die Photos von den Familien Schlueter in Amerika. Wir können uns vorstellen, daß Sie und die Nachgeborenen von Laurenz Schlüter (* 1826) und Antonette Laukamp (* 1851) überrascht waren, von den Geburtsorten der beiden, Holtwick und Osterwick, so viel für Sie bisher Unbekanntes von mir zu erfahren. Die Freude bei Ihren Verwandten, der Familie Laukamp hier in Rosendahl-Osterwick, ist sehr groß. Alle sind gespannt auf die noch folgenden Neuigkeiten von Ihnen aus der Neuen Welt. Jetzt will ich zunächst Ihre Fragen beantworten. Wie Sie auf dem Familienblatt erkennen, war Antonette das dritte Kind aus der zweiten Ehe des Joseph Laukamp (* 1815). Ich kann Ihnen die Freude machen, mit Hilfe des Stammhauses Laukamp alle Geschwister von Antonette Schlüter geb. Laukamp und drei Gruppenaufnahmen aus Guttenberg, Iowa zu schicken. Auf den Ablichtungen habe ich die Namen mit Geburtsort und -datum aufgelistet. Die gutaussehende alte Dame ist die Großmutter Ihres Mannes mit ihren Kindern. Auf dem großen Photo durch ein X markiert sehen Sie Ihren Schwiegervater am Tage der heiligen Kommunion in Guttenberg, Iowa. Ihr Schwiegervater Joseph (* 1883) sprach oft von Hannover, weil der Bruder von Antonette, Heinrich (* Osterwick 1848), dort mit Sophie Wunderlich verheiratet war und eine Holzhandlung betrieb. Joseph wird mit seinen Eltern Laurenz und Antonette Schlüter seinen ca. 200 km entfernten Onkel Heinrich in Hannover wohl mehrmals besucht haben. Die Tochter Anna auf dem Bild lebt in Schweden. Es ist eine rüstige, unternehmungslustige nette alte Dame. Wir können zur Zeit kein Bild von Laurenz Schlüter auftreiben; bei der Aufnahme der Gruppenbilder aus Guttenberg muß er schon gestorben gewesen sein. Aus den Briefen geht hervor, daß er das 70. Lebensjahr überschritten hatte. Sie müssen unter seinen Nachfahren in Amerika nachfragen, ob noch ein Bild von ihm vor dem Brand von Josephs Haus angefertigt und unter den Kindern verteilt worden ist. Ein Bild von Laurenz Schlüter und seiner ersten Frau wird wohl nicht existieren, da zur damaligen Zeit das Photographieren noch nicht verbreitet war. Auf dem Familienblatt finden Sie alle Daten von der ersten Frau und die Namen ihrer Eltern. Ein Onkel von Antonette Laukamp ist am 18. September 1845 nach Nordamerika ausgewandert. In den Telephonverzeichnissen habe ich keinen Namensträger Laukamp in Amerika gefunden. Es leben noch entfernte Verwandte von Laurenz Schlüter in Rosendahl-Holtwick, die jedoch nichts von seiner Auswanderung nach Amerika wußten. Mein Schreiben vom 2. Februar lege ich in englischer Übersetzung bei, damit Sie alles verstehen. Ihre Handschrift können wir einigermaßen gut lesen. Ich habe Ihnen Kopien der jetzt vorhandenen Bilder von Guttenberg geschickt und von der Taufkirche der Antonette Laukamp. Ich hoffe, daß ich Ihre Fragen zunächst beantwortet habe. Wenn es nicht so ist, dann will ich versuchen, demnächst noch mehr Licht in die Familiengeschichte der hier noch ansässigen Laukamps und Schlüter zu bringen. Jetzt noch eine Bitte: Verlassen Sie sich nicht auf die Schreibfreudigkeit Ihrer Familie. Es wäre gut, wenn Sie weiterhin meine Ansprechpartnerin bleiben würden. Versuchen Sie die Familieninformationen von Ihren Familienmitgliedern zu bekommen, um sie mir dann zuzuschicken. Mir fällt gerade ein: Wann, wo und woran sind Laurenz und Antonette Schlüter gestorben? Können Sie mir eine Adressenliste aller Nachkommen der Eheleute Schlüter mitteilen? Sollten Sie Interesse haben, mit einem Nachfahren eines 1860 in die USA ausgewanderten Osterwickers Kontakt aufzunehmen, dann setzen Sie sich mit James E. Bohr in Ossian, IA. in Verbindung (301 Becker Ave., Ossian, Ia. 52161). Ich habe ihn und seine Verwandten etwa zur gleichen Zeit wie Sie gefunden. Ich hoffe auf baldige Antwort und verbleibe mit freundlichen Grüßen von mir, meinem Freund Norbert Henkelmann, der mit mir Familienforschung betreibt, und im Namen der Familie Heinrich Laukamp aus Rosendahl-Osterwick.

Mit freundlichen Grüßen

Anlagen: 1. Englische Übersetzung des Briefes vom 2. 2. 1996 2. Ablichtung der Taufkirche Antonia Laukamps 3. Alle vorhandenen Photos aus Guttenberg und Osterwick, mit zusätzlichen Ablichtungen, auf denen die Personenstandsdaten und Erläuterungen stehen 4. Stammfolge Laukamp 5. Testament mit den Unterschriften von Laurenz und Antonette Schlüter 6. Formular zum Ausfüllen der Familiendaten 7. Kartenausschnitt von Guttenberg, Ossian und Umgebung Rosendahl, May 15, 1996 Dear Mrs. Schlueter! First of all I thank you very much for your detailed account of April, 4th, and the photos of the Schlueter family of America. We can imagine, how astonished you and the descendants of Laurenz Schlüter (* 1826) and Antonette Laukamp (* 1851) were and when you heard so many unknown facts about their birthplaces, Holtwick and Osterwick. Also your relatives, family Laukamp of Rosendahl-Osterwick, are very glad at hearing about you. All of them are curious about your following news of the ,,New World". Now I'll try to answer your questions. As to be seen on the family list, Antonette was the third child of the second marriage of Joseph Laukamp (* 1815). I am glad, that I can send you the names of all sisters and brothers of Antonette Laukamp Schlüter and three group photos of Guttenberg, Iowa, which I got from their old family in Osterwick. On the pictures I wrote the names as well as the place and date of birth. The old godd-looking lady is your husband's grandmother together with their children. On the large photo, marked by X, you see your fatherin-law on the day of first communion in Guttenberg, Iowa. Your father-in-law Joseph (* 1883) often talked about Hannover, because Antonette's brother Heinrich (* 1848 in Osterwick) got married there to Sophie Wunderlich; he had a timber trading firm. Probably Joseph and his parents Laurenz and Antonette Schlüter visited this uncle Heinrich several times in Hannover, which is about a 200 km journey from Osterwick. The daughter Anna you see on the picture, is living in Sweden. She is a nice and still sprightly and enterprising woman. In the moment I can't get a photo of Laurenz Schlüter; presumably he was already dead, when the photo in Guttenberg was taken. As I see in the letters, he was more than 70 years old then. Perhaps you could ask his descendants in America, whether there exists a Photo of him, taken before the fire in Joseph's house given to his children. I don't believe that there is a photo of Laurenz Schlüter and his first wife, because photographing was quite unusual in that time. On the family list you find all dates about his first wife and the names of her parents. An uncle of Antonette Laukamp emigrated September 18th, 1845 to North America. In the actual phone books I don't have found the name Laukamp. There are more relatives of Laurenz Schlüter in Rosendahl-Holtwick, but they didn't know about his emigration to America. I enclose my first letter of January, 8th, in English, so you can read it easily. It's not too difficult to read your handwriting. I send you copies of the photos of Guttenberg I've got by now and a photo of the church, where Antonette Laukamp was baptized. I hope I answered all your questions. If not, I'll try to examine the family history of the Laukamps and Schlüters of Germany for more details. At last I have a request: Please, don't rely on your family concerning corresponding with me. I'd prefer, if you'd be the one I adress my letters to. Please, try to get the genealogic informations of the members of your family and send them back to me. There's a question I'm thinking of: When and where did Laurenz and Antonette Schlüter die? What was the cause of their death? Could you send me al list of addresses of all descendants of the couple Laurenz and Antonette Schlüter?

If you are interested to contact a descendant of an emigrant from Osterwick, you can phone James E. Bohr in Ossian, Ia. (301 Becker Ave., Ossian 52161, tel. 319-532-9816). I hope to get an answer soon and give the best regards of me, my friend Norbert Henkelmann, who is my collaborator on genealogic research, and of the family Heinrich Laukamp of Rosendahl-Osterwick. Yours sincerely, Martin Holz. Enclosed: 1. Translation of my letter from Feb. 2, 1996 2. Picture of the church where Antonette Laukamp was baptized 3. Photos from Guttenberg and Osterwick 4. Laukamp family sheets 5. Testament with the signatures of Laurenz and Antonette Schlüter 6. Schedule to fill in a family list 7. Map of the area of Guttenberg and Ossian

Garnavillo, Iowa, 9. Juli 1996 Lieber Herr Holz! Vielen Dank für alle die schönen Fotos und für die Informationen, die Sie mir über die Familien Schlueter und Laukamp geschickt haben. Mein Mann war sehr erfreut, ein Foto von der Erstkommunion seines Vaters zu bekommen. Er wußte nicht einmal, daß eine Aufnahme gemacht worden war. Es war auch schön, Handschriftliches von seinen Großeltern zu bekommen. Hier bei uns gibt es überhaupt keine Fotografien von Laurenz Schlüter. Ich würde gerne wissen, ob Laurenz Schlüter ein Einzelkind war, oder wissen Sie, ob er Brüder oder Schwestern hatte? Dies ist eine Frage, die wir wirklich gern beantwortet hätten. Laurenz Schlüter wurde am 3. März 1898 in der Nähe von Guttenberg, Iowa, getötet. Laurenz und Antonette waren auf dem Weg nach Elkader, Iowa, um Steuern zu bezahlen, und da das Schlittenfahren nicht besonders gut ging, nahmen sie den ,,front bob" und befestigten einen Sitz darauf. Als sie eine tiefe Wasserrinne kreuzten, kippte der Bob nach vorn um. Antonette fiel seitwärts heraus, und Laurenz wurde nach vorn geschleudert auf die Fersen der Pferde. Dies erschreckte das Gespann, und sie gingen durch. Irgendwie verfing er sich, und sein Kopf wurde übel gequetscht sowie einige Rippen gebrochen, weil er von den Pferden getreten wurde. Er lebte nur noch vier Stunden nach dem Unfall. Antonette starb am 16. Juni 1917 in Glen Haven, Wisconsin. Soweit wir gehört haben, starb sie im Alter von 66 Jahren an Krebs im Hause ihrer Tochter Maria (Schlüter) Neises. Laurenz und Antonette sind auf dem katholischen St.-Marien-Friedhof in Guttenberg, Iowa, begraben. Es tut mir leid, aber ich kann Ihnen nicht alle genealogischen Informationen geben, die Sie für Ihren Bericht gerne hätten. Ich habe kein vollständiges Familienbuch. Nachdem meine Brüder und Schwestern geheiratet hatten, begann ich damit, ihre Heiratsdaten und die Geburts-, Todes- und Heiratsdaten meiner Nichten und Neffen aufzuschreiben. Später machte ich dasselbe für die Schlüter-Seite. Die Nichten und Neffen meines Mannes kennen wir, aber etwas über den Rest der Familie zu erfahren, war nicht so leicht. Die Neises-Familie hatte nicht viel Umgang mit den Leuten aus Iowa. So wissen wir wirklich nicht viel über sie. Deshalb kann ich Ihnen nicht einmal sagen, welchen Beruf sie hatten. Mein Mann hat einige seiner Vettern ersten Grades nie gesehen. Dann kamen vor einigen Jahren Reuben und Lawrence Neises nach Iowa, und ich fragte sie nach ihren Familien. Sie waren wirklich sehr nett und erzählten mir, was sie konnten, und schickten den Rest der Daten an mich. Von dort her und auf diese Weise bekam ich die Informationen von den Wisconsin-Leuten. Laurenz rief vor einigen Wochen an, um mich wissen zu lassen, daß Reuben gestorben sei. Nun sind Lawrence und Valeria die beiden einzigen Überlebenden der William-NeisesFamilie, und mein Mann und seine Schwester Helen sind die einzigen Überlebenden der JosephSchlüter-Familie. So sind die Informationen, die ich schicke, alles, was ich bekommen konnte. Ich

bin sicher, es gibt mehr Geburts-, Heirats- und Todesdaten in der Neises-Familie, aber ich bin sicher, wir werden sie niemals von ihnen bekommen. Ich denke, Sie werden von der Familie Henry und Albert Schlüter und von der Cherne-Familie hören. Ich weiß, daß Sie sagten, Sie würden lieber nur mit mir in Verbindung treten, aber sie sagten, sie würden selber schreiben und Ihnen das Gewünschte zusenden. Wenn Sie eventuell nichts von ihnen allen hören sollten, lassen Sie es mich wissen, und ich werde Ihnen die Daten schicken, so gut ich es kann. Mein Mann war noch nicht geboren, als Laurenz Schlüter getötet wurde und Antonette starb. So kannte er seine Großeltern nicht. Wir wissen nicht, wann Antonette zu Maria Neises nach Wisconsin zog. Mein Mann war schon 19 Jahre alt, als er seinen Onkel und seine Tante ­ William und Maria (Schlüter) Neises ­ zum ersten Mal sah, und er sah Maria erst eine ziemlich lange Zeit später. Die Neises lebten in Wisconsin und die Schlüters in Iowa, und sie hatten nur selten Kontakt zueinander. Joseph Schlüter war erst 15 Jahre alt, als sein Vater (Laurenz) getötet wurde. Er sprach nie viel über seine Mutter und seinen Vater. Er sprach über seinen Bruder Henry und seine Schwestern Kate und Anna, aber die waren in Iowa. Es gab niemals viele Beziehungen zwischen den Neises und Schlüters. Ich hoffe, Sie finden Ihren Weg durch die Informationen, die ich Ihnen schicke, und wie ich schon schrieb: Sollten Sie nichts von den anderen Schlüters und Chernes hören, dann lassen Sie es mich wissen, und ich werde alle Daten, die ich habe, aufschreiben und Ihnen schicken. Noch einmal vielen Dank für alle Fotos usw., die Sie mir geschickt haben. Ihre ­ Margaret C. Schlueter P. O. Box 225 Garnavillo, Iowa 52049 USA.

Rosendahl-Osterwick, den 28. 10. 1996 Sehr geehrte Frau Schlüter! Mit großer Freude habe ich Ihren Brief vom 9. Juli erhalten. Die genealogischen Informationen aus Amerika, die Sie mir sandten, haben wir so weit eingearbeitet. Daß Ihre Familie und alle Nachgeborenen von Laurenz Schlüter und Antonette Laukamp Freude an den Fotos und den weiteren Informationen der Familien Schlüter und Laukamp haben, ist uns sehr verständlich, liegen doch die Wurzeln Ihres Daseins hier in Osterwick und Holtwick. Wir sind sicher, auch die Familie Laukamp in Osterwick würde sich freuen, wenn Sie und Ihr Mann oder auch andere Verwandte die Stammorte Holtwick und Osterwick in Deutschland aufsuchen würden. Jetzt möchte ich auf Ihren Brief eingehen und Ihre Fragen, soweit es möglich ist, beantworten. Laurenz Schlüter hatte noch fünf Schwestern und einen Bruder. Zwei Schwestern starben einige Wochen nach der Geburt. Die Familiengeschichte der jüngsten Schwester Elisabeth (* 1837) habe ich in meinem Buch Elsen : die Geschichte einer Straße und Nachbarschaft, 1994, behandelt. Elisabeth heiratete 1864 Anton Niehaus (* 1834) aus Osterwick. Die Eheleute bauten ein Haus in unserer Nachbarschaft. Wir haben in den Kirchenbüchern von Holtwick die Familien Schlüter, so weit es uns möglich war, zurückverfolgt. Es war wohl ein schwerer Schicksalsschlag für die Familie, als Laurenz Schlüter schon zwölf Jahre nach der Auswanderung tödlich verunglückte. Er konnte sich nicht sehr lange an der Farm und an dem, was er in Amerika erreicht hatte, erfreuen. Den unmündigen Kindern wurde zudem der Vater genommen. Die Mutter Antonia geb. Laukamp mußte nun die Farm betreiben und ihre fünf Kinder erziehen. Was ist aus der Farm geworden? Ist sie noch in Familienbesitz? Von den Familien Henry und Albert Schlueter und von der Familie Cherne habe ich bisher nichts gehört. Ich glaube, daß Sie vorerst meine einzige Ansprechpartnerin bleiben. Schicken Sie mir doch bitte alle Familiendaten, die Sie noch besitzen. Dann könnte ich die noch fehlenden in unsere Forschung einarbeiten. Wir und die Familie Laukamp in Osterwick würden sich freuen, wenn die von

Ihnen genannten Familien mit den Verwandten in Osterwick korrespondierten und damit ihre Freude über die neu geknüpften Familienbande zum Ausdruck brächten. Schicken Sie mir bitte alle Adressen der Ihnen bekannten Nachfahren Laurenz Schlüters? Wenn Sie mir die restlichen Familieninformationen geschickt haben, werden wir sie in die Stammfolge Schlüter einarbeiten und ihnen dann die Ergänzungen zuschicken. Ich lege Ihnen noch einmal das Formular zum Ausfüllen der Familiendaten bei. Ich hoffe auf baldige Antwort von Ihnen. Mit freundlichen Grüßen Anlage Stammfolge Schlüter (100 Seiten) Formular zum Ausfüllen der Familiendaten Rosendahl-Osterwick, October 28th, 1996 Dear Mrs. Schlueter, I was pleased to receive your letter of July, 9th. In the meantime we put in the genealogical informations you sent me. We can imagine, that your family and all the descendants of Laurenz Schlüter and Antonette Laukamp enjoyed the photos and the other informations about the families Schlüter and Laukamp, for the roots of your families are here in Osterwick and Holtwick. We are sure, that the Laukamp family here would be glad, if you and your husband or other relatives would visit the villages Holtwick and Osterwick, wherefrom your ancestors emigrated. Now I'll relate to your letter and try to answer your questions as far as possible. Laurenz Schlüter had five sisters and a brother. Two other sisters died as infants. You can find the family history of the youngest sister Elisabeth Schlüter (* 1837) in my book Elsen : history of a street and neighbourhood from 1994. In 1864 Elisabeth Schlüter married Anton Niehaus (* 1834) from Osterwick, Elsen. The couple built a house in our neighbourhood. In the church lists of Holtwick we followed the traces of the Schlüter family as far as possible. Surely it was very hard for the family, when Laurenz Schlüter had a fatal accident only twelve years after the emigration. He had only a little time to enjoy his farm and what he had built up in America. More than that the minor children lacked their father. Mother Antonette Laukamp Schlüter had to manage the farm and to educate her five children. What happened with the farm? Does it still belong to the family? Up to now I didn't get any news of the Henry and Albert Schlueter family and the Cherne family. It seems to me that you are the only person I can ask for the time being. Please, send me all the dates of the family you have. So I'll be able to put in the missing dates into our research. We and the Laukamp family of Osterwick would be glad, if the related families, your told us of, would correspond with the relatives in Osterwick and so show their interest about the newly attached familiar connections. Would you be so kind as to send me all the adresses of the Laurenz Schlüter descendants you know? After you have send me the remaining informations about the family, we'll be able to put them into the Schlüter genealogical tree and send the completion to you. I send you again the blank and ask you to fill in the dates of the family. I hope to receive an answer soon. Yours sincerely, Martin Holz. Enclosure: Genealogical table Schlüter (100 pages) Blank to fill in familiar dates

Mrs. Diana Cherne Kirby 6833 Silver Ann Drive Lorton, Virginia 22079 USA Rosendahl-Osterwick, den 20. 3. 1997 Sehr geehrte Frau Cherne Kirby Für Ihren umfangreichen Brief mit den bemerkenswerten Informationen möchte ich mich recht herzlich bedanken. Mein Ferngespräch mit Ihnen hat ja leider keine großen Früchte getragen. Ihr Mann mit seinen Deutschkenntnissen wäre wahrscheinlich der bessere Gesprächspartner gewesen. Zunächst möchten wir Sie am 24. und 25. Mai als Gäste in unserem Hause begrüßen. Mein Sohn Thomas berichtete nach dem Telephonat mit Ihnen, daß Sie schon am 24. bei uns sein können, um das freie Wochenende zu nutzen. Sie können bei uns nächtigen, es sei denn, daß die Familie Heinrich Laukamp es wünscht, daß Sie im Geburtshaus der Antonette Schlüter geb. Laukamp schlafen. Wir finden es nicht angebracht, daß Sie sich bei dem ersten Besuch in der Herkunftsgemeinde Ihrer Ahneltern in einem Hotel einquartieren. Alle weiteren Fragen, die Familie Schlüter betreffend, kann ich im Mai mit Ihnen besprechen. Ich werde Ihnen die Ortsteile Holtwick und Osterwick vorstellen. Ich hoffe, daß Sie so viel Zeit einplanen, daß Sie von den Stammorten einen nachhaltigen Eindruck mit nach Amerika nehmen. Michelle Ann Schlueter (* 1971), Tochter von Viryl Henry Schlueter, Farmer in Masonville, Iowa 50654, RR 2, war die erste Nachfahrin von Antonette Schlüter geb. Laukamp, die nach meiner Auffindung in Amerika am 11. und 12. März das Geburtshaus besuchte. Sie hatte wohl keine Zeit, mit mir zu sprechen; ich habe es bedauert. Nun möchte ich Ihnen folgendes ans Herz legen. Bedanken Sie sich bitte aufs herzlichste bei Margaret Clara Mueller Schlueter aus Garnavillo, Iowa. Sie hat fast ein Jahr lang mit mir korrespondiert und alle Familiendaten zusammengetragen, ohne daß andere auf die in den USA verteilten Ablichtungen meines Briefes reagierten und sie unterstützten. Am 1. Dezember 1996 schrieb mir Marian Schlueter McGrane aus Manchester, Iowa, einen umfangreichen Brief mit Informationen und Familienbildern. Am 13. Januar 1997 schrieb ihr Bruder Francis Edward Schlueter aus Des Moines, Iowa. Er steuerte seine Familienforschungsarbeiten zu dem werdenden Projekt bei. Sie werden feststellen, daß nicht alle Daten übereinstimmen. Sie müssen sich mit den drei Genannten in Verbindung setzen und alle Korrekturen und Ergänzungen einfügen, und wir, mein Freund Norbert Henkelmann und ich, werden dafür Sorge tragen, daß Sie eine vorbildlich ausgearbeitete Familiengeschichte bekommen. Lichten Sie bitte meine Unterlagen für die drei Genannten ab und schicken Sie sie ihnen zu. Grüßen Sie sie recht herzlich von mir. Eine weitere Kopie sollten sie an Michael K. Brinkman in Quincy, Illinois, schicken, der mich in meiner Auswandererforschung sehr unterstützt. Wenn wir wünschen, daß die Familien möglichst komplett dargestellt werden, so dient dies in erster Linie den Nachfahren der deutschen Auswanderer in den Vereinigten Staaten. Die fertige Ausarbei-

tung sollte jedem Nachkommen der Familie Schlüter/Laukamp in ihren weitverzweigten Linien zu freudigen und traurigen Anlässen eine große Hilfe als Nachschlagewerk sein. Sie dient den Familien dazu, einen Überblick über ihre lebenden und verstorbenen Verwandten in Amerika und Deutschland zu erhalten. Zudem haben wir gemeinsam die vor fast hundert Jahren abgerissenen Familienbande neu geknüpft und zu neuem Familiendenken motiviert. Von den Holtwicker Schlüters ist nur Laurenz ausgewandert. Den zahlreichen anderen Schlueters in den USA nachzugehen, ist überflüssig. Laurenz Schlüter fuhr mit seiner Familie mit dem Schiff Ems von Bremen nach Amerika. Die 532 Passagiere erreichten am 14. Mai 1886 New York.. Eine Schwester von Laurenz hat in unserer Nachbarschaft ein Haus gebaut. Ich habe ein Buch geschrieben, das Ihnen viel Hintergrundwissen über das Leben der einfachen Leute hier in Osterwick gibt. Zudem gibt es eine geschichtliche Darstellung des Ortsteils Osterwick, die Ihnen ein umfangreiches Wissen vom Stammort der Laukamps vermitteln kann. Eine Darstellung von Holtwick soll zu Weihnachten erscheinen. Bei Ihrem Besuch können Sie die Bücher kaufen. Aus meinen Unterlagen werden Ihre weiteren Fragen beantwortet. Mein Freund Norbert Henkelmann und ich haben gerade eine geschichtliche Zusammenstellung über die Auswanderung aus Holtwick fertiggestellt, die in dem Buch über Holtwick veröffentlicht werden soll. Über Briefe und Reaktionen aus der großen Verwandtschaft würde ich mich sehr freuen. Sehr geehrte Frau Kirby, es wäre aber ratsam, wenn Sie die zentrale Stelle für die Korrekturen und Ergänzungen der Familiengeschichte Schlüter wären, zum einen, weil Sie Erfahrung mit dem Computer haben, zum anderen, weil Ihr Mann Deutsch versteht und meine Briefe übersetzt an die übrige Verwandtschaft weiterschicken kann. Frau Ingrid Seeliger, eine liebe Bekannte, übersetzt mir die ankommenden Briefe aus Amerika und meine Briefe, wenn es anders nicht möglich ist. Ich möchte meine Dolmetscherin jedoch bezüglich meiner Korrespondenz mit Ihnen entlasten. Ich werde die Briefe von Laurenz und Antonette Schlüter in den heutigen Sprachgebrauch übertragen, damit Sie sie grundsätzlich verstehen und in die englische Sprache übersetzen können. Das wird für mich noch ein großer Zeitaufwand. Frau Margaret Clara Schlueter schrieb, daß die Familie Neises wohl durch die Entfernung, durch den Kampf ums Fortkommen oder auch durch mangelndes Bewußtsein der Familienzusammengehörigkeit sich abgesondert hat. Ich meine, daß die Nachfahren der Stammeltern Schlüter und Laukamp in den Vereinigten Staaten sich finden und kennenlernen sollten. Sollte man nicht in Guttenberg im Jahre 2000 ein großes Sippentreffen arrangieren? Wäre das einer Überlegung wert? Wir freuen uns auf ein Kennenlernen und verbleiben zunächst bis zum 24. Mai mit freundlichen Grüßen P.S. Die Unterlagen werden auf dem Seeweg geschickt. Margaret Clara Schlueter P. O. Box 225 Garnavillo, IA 52049 Marian Virginia McGrane R.R. 1 Box 238 Manchester, IA 52057 Francis Edward Schlueter 6666 NW 5th Street Des Moines, IA 50313-1047 2

P. O. Box 225 Garnavillo, IA 52049 Michael K. Brinkman 601 _ Jackson Quincy, IL 62301

R.R. 1 Box 238 Manchester, IA 52057

6666 NW 5th Street Des Moines, IA 50313-1047

BRIEFE VON ANTONETTE SCHLÜTER GEB. LAUKAMP UND IHRER TOCHTER MARIA AUS AMERIKA

ROSENDAHL, 1965 MARTIN HOLZ

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Neuwiein d(en) ........ December! [1891] Lieber Bruder u Schwiger Nach langer weile her, bin ich in meinem Schreiben wenig pfaul. In Euren Brief sehe ich das ihr alle noch gesund seid, worüber wier auh jetz noh nicht klagen können. Die Kinder sind alle gesund der Kleine ist auch jetzt ein wakkerre Knabe. Katarina geth seit September in der HauptSchule in Neuwien sie muß dies Jahr zur h. Komoniohn lernen, sie get bei die Schwestern in Kost, nach Hause gehen kann sie nicht die Tage sind zu kurz. Laurenz ist auch noch ziemlich kreftig er tut seine Arbeit noch wie sonst, aber daß alter komt. Ich denk im nachten Sommer wierd es schon etwas besser, wen sie hier zur h. Komoniohn sind, dan gehen sie in Wintter noch wieder zur Schule, im Sommer nicht. Mit der Arbeit musten wier uns mit den Kleinen so durch schlagen weil daß Arbeitzlohn hier zu teuer ist. Du schreibst was Sicking wollte mit die Adresse. Da wahr etwas geld zurück geblieben, als Eisink das Geld abgeschitk hatte wahr er da pahr Tage zu spät gekommen, da hat er Katarina ein wunderschönes KommuniohnBuch daführ geschit. Unser auskommen denk ich stet in diesem Jahre noch wieder in guter Aussigt. Hier ist Gott sei Dank alles ziemlich gut gerahten, bloß daß Maiß wier hatten schon Nachtpfroste im August. Da ist uns daß Maiß stellenweise verfroren Daß andere war im Durschnit alle gut. Kortoffel alles zahlreich. Wier hatten hier ein günstig Sommer, fast alle 14 Tage günstigen Regen bis an der Ernt und da wahren wier ungefehr 2 Monatte ohne Regen. Mit Schweine haben wier auch kein glück, diesen Pfrüjahr sind auch noch 2 krepiert in allen haben wier noch 12 Stük. Daß Bussel weizen kostet hier ein Tahler Haver 30 Zent Schweine Bebenden gewet zu 4 u 4_ Thaler. Daß saget ihr daß ist nicht viel aber mit die vielheit bringt daß hier Geld. Wer hier 50 100 200 Stück hat der kann wohl Geld machgen. Mit der Milg ist es hier auch so, im meisten verlauf wierd sie hier an der Kriemerei verkauft, daß 100 Pfund 1 Th u 7 zend. Bernard habt ich auch geschrieben. wen der Brief sollte nicht uber kommen dan zeiget ihn diesen Brief. Jetz muß ich mit mein schreiben schleisen. Schreibet doch bald wieder wie es bei euch gegangen hat wier lesen hier von sehr schlecht Es Grüßt euch Achtungsvol unsere Ganze Wamilie Antonette Schluter. Neuwina d(en) 26 Dezember [1893]

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Nach langer Weile her, werdet ihr denken daß wir alle Tod sind. Euren letten Brief haben wier erhalten. Zeid diese zeit sind wier am 12 Jannur, um eine junge Tochter mehr geworden. Vohrher hatte ich schlechte zeiten, mit unter war ich ganz lahm, u nach her trad daß noch wieder ein, es waren schon 8 Monad als ich wieder zur Kirge kam. Ich muste Wollenden unter Kleider tragen, da hat es sich mit der zeit wieder verzogen, jetz getz es ziemlig wieder. Unsere Familie ist noch alle gesund. Ferner will ich euch mitteilen, im letterten Jahre hatten wier eine schlechte Ernt, wir hatten 3 mal ein großes wasser, es war als eine wilde Seh, 2 Ackker in Gerst u Hafer sind uns ganß verfloßßen, darnach wurd die Hitze so groß, da schlug es zu geschwind zu, von allen konnen wier nur rechnen die Helfte, wie die anderer Jahre. Dies Jahr haben iwer wieder eine gute Ernt, alles wieder zahlreich. Was wier hatten im letten Jahre die Schweine waren theuer, daß 100 Pfd. Lebenden gewicht zu 8 Th. Jetzt sind sie zu 5 Th. Wen sie zu 5 u 6 Th. Sind, dan ist daß beste waß man hier haben kann. Die Wetten haben wier verkauft fur daß nächte Jahr um Jungen zu resen haben wier noch 9. Kühe u Kalber haben wier 12 Pferde 3 Nachten Pfrügahr, denk ich bekommen wier noch ein Pfohlen dabei. Pferner. Diesen Platz verlassen wir jetz gehen wier etwas mer süd, da haben iwer 2 mahl 80 Acker. Erst waren wir im begrif zu kaufen, jetzt haben wier doch noch wieder gepachtet. Es geth hier nur drum um zig zu verbessern. Unsere Kinder Joseph u Katarina Ackern beide mit die Pferde. Katarina wierdt diesen Pfrüiahr 2 Jahre da hat sie ihre Erste h. Kommunion gemacht. Joseph wird im April 11 Jahre. Wen dieser Brief bei euch antreffen wird dan Schreibet gleich wieder den am 1 März ziehen wier vielleicht von hier. Thuet Bernard zu wissen u dan laß er doch wieder schreiben, schreibet mir doch auch, ob er da noch ist wo er sonst war, nachte mahl will ich ihn schreiben. Mit diesen muß ich mein Schreiben schliesen u wünsche euch allen ein glückseliges neues Jahr. Dies schreibt Achtungsvol Antonette Shlüter. Elkfort d(en) 30 Dezember [1894] Lieber Bruder u Schwigerrin Nach langer weile her, werdet ihr vieleicht denken, wier hätten euer brief nicht bekommen, wier haben ihn in bester gesundheit erhalten, und sehen darin daß ihr auch alle noch gesund seid. Jetz wil ich euch mitteilen wie wier uns befinden auf diesen Platz und wie wier ausgemacht haben. Diesen Sommer war es hier nicht gans vom besten, Hafer Weizen war zielig gut, 2

daß Maiß ist uns im vorsommer beinahe ganz verbrand, nach her kam noch eswas Regen da hat es sieh noch etwas nachgezogen. Es wahr hier so furbar trockken Es hat hier nur einmahl gerechnet bevor wir den Haver aus den Sak hatten und wieder drin. Dabei war die Hitze so groß daß man solte sagen alles tat verbrennen Nachher kam noch etwas Regen da hat es sich noch etwas nachgezogen. Doch wier haben Gott sei Dank so viel daß wier unser Auskommen haben und daß wier unsere Schweine vet machgen können. Dan mus man doch zufrieden sein. An Alte Schweine hatten wier 7. 6 haben wier verkauft. Die haben uns gut an ne 70 Thaler gebracht. sie waren lebedengewicht zu 11_. Jetz haben wier noch 6 Jungen, die haben wier zu 200 Pfund. 100 Thaler müssen wier geben an Pacht. 80 Ackker ist daß stück land was wier jetzt bewonen, 40 Ackker zu Land, der andere Theil ist zu Weide daß andere zu Buchs. Für nacht Jahr Bleiben wier hier nicht Laurentz gleicht es hier nicht, wier sind hier mehr unter die Englishgen er kann die Leute nich verstehen u daß gleicht er nicht. Ich geb nicht so viel drum ich verste etwas u wen es dann nicht will dan nem ich die Kinder mit die verstehen jedes Wort. Daß Städgen wo wier nacht Jahr bleiben heißt Gutenburg Da haben wir 100 Acker klier Land Laurentz hat diesen Herbst viel von umgepflücht. wier mit unsere Kinder sind gesund Laurentz ist in seinem 70 Lebensgare es geth lange nicht mehr als wier von da weg Gingen. Doch wier werden immer noch fertig, wier helfen uns alle daß wier fertig werden. Katarina ist 16 Jare alt die wekseld ihn viel ab. Joseph wird 12 April. Du sprichs du möchtet ihn gerne sehen Du solst ihn auch sehen wen uns der Liebe Gott am leben last daß er zur h. Kommunion komt, dan wollen wier die Abbildung schikken. Maria ist 9 Heinrich ist 5 Anna wird den 12 Jannuar 2 Jare alt. Vie du wissen wilst wies hier mit Essen u Trinken zuget. Kartoffel Pfleisch u weisbrod ist daß meiste was hier gebraucht wierd, Roggen wird auch gerest aber wenig gebraucht. Hiermit muß ich schließen u wünsche euch ein glückseliges neues Jahr. Dies schreibt eure Schwester. Antonette Shlüter guttenberg d(en) 26 Marz ! [Jahr?] Lieber Bruder u Schwigerin Schon ein Jahr ist verflossen und ihr habt noch kein Antwort zurück u. ihr werd wohl bald denken daß wir alle Tod sind. Diesen Sommer hatten wir viel Arbeit u diesen Winter hatten wier viel mit Kranheiten zu tuhen. Hier war die Halsbrand so arg, unsere Kinder hatten auch ein Stück daran, alle so Halswe u Kofwe, es ging von einen zum andern, vom kleinen zum 3

Großen. Sind jetzt alle wider gesund. Laurentz war auch viel krank, zuletz hat er 5 Wochgen an die Bladrose gelitten, ist jetz eben soweit wieder daß er wenig herauß geht. In diesem Jare hatten wier widerum ein schlechtes Jahr. Es wahr so trochken, daß die Frucht nicht aufgehen konnte, was nachher noch wahr ist viel verbrand. Letziahr wahr die erste Frucht noch gut abe dies Jahr haben nichs gutes, kein Heu nichs. So schlecht denkt es hier noch keine Menschen. Wir haben hier so etwas über 100 Acker, guter Theil ist davon in Graßland. Daß andere bearbeiten wier, mit 2 Spanpferd. Katarina hat daß eine span getriben. Wier haben uns letten Sommer eine Maschine genommen wo man die Pfrucht mit abschneit, u eine Graß Maschine. W o man die Pfrucht mit abschnei, kost unß 130. Der Graß Meher komt zu 30 Th. Auf 3 Jahr zu zahlen. Joseph hat die ganze Pfrucht in die Verienzeit abgeschnitten u daß Graß. Wie dachten in diesem Jahre recht ein Schnit zu machgen, Jetzt machgen wier weiter als daß wier so eben unsere Schulden bezahlt krigen daß ist al. Hier gefelt es uns zielie gut. Hier ist es fast alle Deutscht u unsere Kinder gehen in die StatsSchule, die von Varrer u 3 Schwestern geleitet wierd. Joseph komt dies Jahr noch nicht zu der h. Komunion den hier ist es so, wenn sie zu der h. Kommunion sind, dan schickken sie die Kinder nicht mehr. Jetz sagt der Varrer sie sollen 14 Jahre alt sein, ehher läßt er keinem dazu, Also niht ehher wie nacht Jahr. Wier haben auch ein Buch mit geschit, dann könt ihr mahl ungefehr sehen wie hier die Maschinen Laufen aber ihr müßt euch nicht bange machgen für die Pfratzgen die darauf stehen. Jetz will ich mein schreiben schlißen es Grüßt euch Achtungvol unsere ganze Familie Antonette Schlüter. Wen Bernard auch vielleicht Lust daran hat dan kont ihr ihn daß Buch schickken. Schreibet bald wieder wie es euch get. Guttenberg d(en) 21 Detzember [1895]. Geliebte Bruder Schwigerrin u Kinder Es genottiget mich, weil daß Jahr bald um ist an euch zu schreiben. Den letten Brief haben wier keine Antwort wieder erhalten, ich habe dich damals in allen Auftrag geben. Borggreive habe ich damals auch geschrieben, er wierd woh boiß sein u schreid uns nicht wieder. Ich hab immer an dem gezweivell das wier kein zend davon verbessert wehren. Laurentz meint er muß es zahlen, wen er recht tuhen will, jetzt sind wier 4

wenich neugirich wie es mit dem geth. Wier sind gott sei dank alle gesund u sind dem h. Weinagsfeste nah. Grad als ich am schreiben war da war das Kristkindgen schon bei uns, es hat mich sehr verschrochken, unsere Kinder waren schon im Bet. Dieses Jahr dürfen wier nicht klagen, wier hatten eine gute Ernet, alles ist Gut geraten, bloß Kartoffel waren nicht zo gut. Daß eizige waß hier auch ist es Kost nichs, die Preise sind sehr niedrich. Ein Gutes Pferd was man sonst kaufen konnte zu 150 Th kann man jetzt kaufen zu 50 Th. Eine Tragende Kuh 25 bis 30 Th. Schweine lebenden gewicht 2 Th. 75 3 Th so auf u ab. Weizen ist 70 zend Per Bussel Maiß 20 Hafer 10 zend den Weg ist hier nicht wied zu machgen, was es ist Menschen u Vie braucht nicht zu hungern. Daß meist wo man waß machgen tun daß ist junges Vih, und Milg da kann man das meiste Geld aus ziehen. Die zeit ist grad als wen sie fort fliegt, wier waren dies Jahr ziemzig lang im Meiß, ungefehr 3 Wochgen daß wier es heraus haben. Jetzt muß alles wieder geflicht werden gestrikt u genaht, niemahls ist man ohen arbeit. Die alten Schwein haben wier fort, jetzt müsen wier die jungen noch fet mahgen. Joseph hat die ganze Pfrucht wieder abgeschnitten u daß Heu, wier haben uns alle geholffen daß wier fertig wurden. Maria war der Koch, wen man die zeit hier ist dan darf man nicht schlafen, im Winter hat man es wieder besser. Dresgen alles ist hier vorbei. Ja so geth so muß man sich durch schlagen. Bernard hat uns geschriben, sie hatten ihn nach langen Jahren noch wieder ein Beli gebracht er wierd wohl Froh sein darüber u sich erfreuen. Ja nun mocht ich euch Glück wünschen zum neuen Jahre, Glück u segen ist alles was ich euch wünschen kann u die bette Gesund. Und dan Schreibt doch vorallen wieder wie es euch geth u wie ihr aus gemacht habt. Hier mit will ich mein schreiben Schliesen und es Grüßt euch die ganze Familie. Antonette Schlüter. [1896] [...] Geld hat für daß Pfer[d] hat er sich nicht mer sehen lassen, Ich wil weiter nichs von ihm sagen, wild Fremde sind öfteres besser als die nächsten Verwante. Pferde haben wier vier. Kühe haben wier uns abgeschaft mit daß letz Jahr kein Pfutter wahr, die haben wier auch nur 11 Rinder und Kalber auf 4 Schweine hatten wier an Alte 7 eins ist uns Tod gegangen, daß kont die Jungen nicht machgen u an Junge haben wier fünf, die anderen machgen alle noch. Wie du schreibt von daß Geld. Dies hatten 5

wier in 5 6 Jahren nicht mehr gedacht daß da einen [...]er übrich hätte, daß [...] wier haben Aber daß kann lange anhalten u zu Prozessen von hier aus, haben wier uns um befragt dan macht es uns noch mehr kosten als wier dan noch krigen. Mit Eising damahls auch ja, der schred ja selber daß noch geld zurüch ist, daß wold er anwenden wenn er mit Borggreive ins gericht müste. Da hab ich ihn geschrieben wier tuhen wen es sein solte u ziemlig daran gehalten, da hat er uns wieder geschrieben, so einen Groben Brief brucht ich ihn nicht wieder zu schreiben. Aber über dieses [...] mich dem Atuckat hin z[u] schreiben mein ich kan ich nich so gut. Wier übertragen es lieber an dich daß Borggreive an dich zahlen muß 10 Jahre sind wier hier, 86 sind wier fort u. wier schreiben jetz 96. Und dan schreibts du von die zinzen Laurentz meint zu 4 Protzent, dan könt ihr es grad zu gut berechnen wier, ist daß aber gefallen dan kanst du es herunter zetzen, hier ist es nicht mehr so hoch als wier im Land kamen. Erst hatten wier gedacht wen wier den zum nuhr hätten aber was es ist wier müsen auch zinzen geben trotdem auf unsere ... ?Wes.....richen? nach, erste Jahr nicht 2 u 3 Jahr müsen wier zinzen zahlen [...]. [...] den Brife [...] in der besten Gesundheit erhalten. Den Letten sind gut 14 Tage u. sehen darin daß ihr auch noch gesund seid. Dies Jahr sind hier bessere Aussichten, die Pfrucht steht so schon wie sie einmahl suhen kann, wier können über nichs klagen. Die Sommer Pfrucht ist es bald zu gut. Die legt sig [...]. Morgen fangen wier hier mit den Rochgen schon an. Die Arbeit kömt hier die Jahr eins aufs andere Das Graß ist noch nicht al ab, daß Maiß ist noch nicht gantz gepflücht, daß wierd hier geflücht wie [...]. [1896]

a [...]a1

Hier ist es zu 6 7 bis 8 Protzent. Hier mit wollen wier es dier dan über Lassen u weil Borggreive davon in kentnis setzen so bald wie mochlich ist. Bernard wier jetzt fro sein daß sie ihn eine Lebi gebrant haben. Joseph wierd nächst Jahr wohl zu der h. Kommunion kommen. Ich tu Borggreive sein Brief hier mit in daß ihr sehen kont daß er zahlen muß.

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a­a Der Anfang fehlt.

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Hiermit weil ich mein Schreiben schliesen. Schreibt bald wieder wie es euch geth. Es grüß euch unsere ganzen familie Antonette Schluter. Gutenber d(en) 3 Ocktober [1896] Lieber Bruder u Schwigerrin Euren Brief haben wier am 28 September erst erhalten. Ich sehe darin daß ihr nicht gut zu pfriden zeit waß ich auch schon immer gedacht habe. Aber wen du wüstes wie wier uns befinden tuhen daß vielleicht nicht geschieben. Laurentz war der ganze sommer krank. Als er vom Lungenwinter so eben wieder besser wahr da sind ihn die Füse an zu zwellen gefangen, da habe ich gemeint es ging zu Wasserzugt über u dan ist Kalte Vieber dazu gekommen, u daß Kleinste Kind hatten wier ne ganze zeit krank, so der ganze Sommer herrum, von der 1 Mertz an, biß so andena [...]a 2 2 Wochgen geths wieder. Wen er daß a [...]a ber hette dan wahr er gantzt von a [...]a Wier musten uns so durg schlagen, Wen wier daß Geld nehmen waß wier zum Dockter bringen musten daß ist ein zimliger Pack, In dessen haben wier uns gefreut daß daß Geld gekommen ist 76 Th habe ich nach unserem Gelde von der Bank geholt. Im Wecksel ist es an der Post gekommen, u da kont ich es noch nicht bekommen Laurentz muste es erst überschreiben. Wie es eigentlich war daß es so lange unter Wegs war weiß ich selber nicht. Die Ernt war hier ziemlich schlecht, Pfrücht u Maiß ist kaum die Helfte, Kartoffel ist daß schlechte waß hier ist. Vie u Pfrucht steigt. Wier hatten einen trocknen Sommer anfangs hatten wier noch zimlig Regen aber nachher nicht mer viel Joseph muß noch in der Schul, bis nächt Pfrüjahr. Einen kleine Uberreiung von unsere Kinder an eure Kinder. Hiermit weil ich mein schreiben schliesen, u hoffe daß euch dieser Brief in der besten gesundheit antreffen werde. schreibet bald wieder. Es Grüßt euch die ganze Familie. Antonette Schlüter Gutenburg d(en) 7 Februar 1897. Lieber Bruder Schwigerin u Kinder

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a­a Textverlust.

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Euren Brief haben wier am 31 Januar in bester Gesundheit erhalten. Und sehen darin daß ihr auch noch gesund seid. Bernard ... auch guth, er hat sig schon gut was bespahrt, daß kann man in seinem Schreiben wohl wissen, er lebt one kummer u one sorgen, daß ist gans was anders als mit euch u uns mit ein Haus vol Kinder sich durchzuschlagen. Wen Heinrich auch nun noch ...? Wolle? tragen tät dan wehr es ... , aber man hort nichs von ihn ob er sold noch wohl am leben sein. Unser Grundstuck ist so an dem was wier unter den Pflug haben wie Laurentz meint so 200 Morgen, da müsen wier den Drittel von ab geben von allen was wier darauf ... ? Rasen ?, an stad die Pagt. Und dan haben wier Graßland mit ... ? Timmete? u Kle zugeset, so viel als wier führ unseren gebrauch notig haben. Let Jahr war nichs drauf, aber dies Jahr haben wier mehr wie wier gebraugen, da müsen wier die halte von ab geben, dan haben wier Wiese so etwas wo so a [...]a 3 Fuder Heu in gemacht werden konnen. Dan haben wier weide wo so 8 bis 10 Melke Kuhe sad Fressen können u dan Rinder und Kalber neben bei. Dan ist Holtz land dabei. Da dürffen wier aber nicht mehr von nehmen als zu unseren eignen gebrauch. Aber daß niemdt hier ziemzich viel hier wierd nichs gebrand wie Hols. Ferner Pfragst du was daß Bussel u der zend thud ich mein ich het es euch doch schon ehher geschrieben es wierd euch wohl vergessen sein. 8 Bussel sol ein Malter sein u ein zend ist 3_ Pfenning. u 100 Th nach euren Gelde sind hier 95 Th Besser kann ich es euch nicht aus legen. Dan die Heuser sind hier mehr eingerichtet wie im Bergsland. Pfrucht u Vieh ist hier nicht im Wohnhaus, die Pfrucht wierd hier alle aufseid gepakt u daß stroh, daß Vieh ist hier alle in die neben Heuser. Unten haben wier 3 Zimmer u Oben 2 die Meisten Heuser sind hier von Bretter u was die ganzen alten heuser sin die haben sie von Beume behauen u dan mit Kalk u Dreck zu geschmirt. So hier u da sied man noch eine stehen. Daß Pluckland haben wier gepachtet Der kömt aus der Schweitz. Kaufen werden wier die ersten Jaren noch wohl nicht können so lan wie wier die Maschinirei nicht alle in stan haben u die Kinder noch wenich herran sind wierd noch wohl kein gedank daran sein. Wen wier 800 Th reiger wehren dan wollten wier gleich zupackken. Lisette Brüggemanns ist dan auch pfrüh verstorben, den veg mit kleine Kinder zitzen zu bleiben ist hart sie wierd doch wohl wieder heiraten müsen, wie viel Kinder hat sie wohl. Von daß Geld mit Borggreve hatten wier nicht gedacht daß wier da ein zend von verbesserd waren, wier wussten schon das er u Eising zusammen halten. Jetzt kömt es noch, Laurentz hat sich aber auch gefreut daß der

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a­a Textverlust.

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Zinn nuhn noch kommen thut. Wier konnen es dich verdanken. Sonst hatten wier unser Leben da nichs von bekommen. Für die Last u die Unkosten must du dein Theil davon abhalten. Was macht die Frau ist die immer noch recht gesund, die werden die Kreften auch schon nachlassen mit die vielen Kinder Berta kann vielleicht schon Macht sein. Wier haben am Dinstag auch Hochzeit, in unsere Nachbarschaft heirattet ein groser Bauren Zohn wo wier zu eingeladen sind wo Katarina u Joseph helfen müsen. Ich muß mein schreiben Schliezen u wünsch an allen eine pfertige Gundheit. Es Grüßt euch die Ganze Pfamilie Antonette Schlüter Die Adresse ist noch wie immer

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Gutenberg d(en) 24 April [1898] Lieber Bruder u Schwiegerin Deinen Brief haben wier Lette Woch erhalten. Die Kinder sind bis so weit hin gesund, Ich hab damahls einen Fuhs weh getahn im anfahng gahr nicht geachtet, u nach hehr ist es recht schlim geworden. Daß ich kaum die Hausarbeit tuen konnte. Ob daß Pferd mit Eisen drin gepackt hat weiß ich selber nicht. Es ist gantz loch unten am Enkel, den hat ich ban gehabt ich täd loser Fuhß behalten, aber es heilt doch jetzt aus. Dan wie Ihr wissen wohlt was wier jetzt anfangen haben wier unsere ganze sachg verkauft, u sind in der Stad gezogen Vie u alles verkauft, bloß eine Kuh zwei Schwein u die Hüner haben wier behalten. Ich kont nicht einsehen daß es anders gehen konnte Joseph ist noch nicht aus der Schule, der muß noch gehen bis an die Pferien Zeit im Juni wierd er seine erste h. Komunion nachgen daß ist wenig spät aber daß ist hier nicht anders. Katarina wierd dan aus dienen gehen vielleicht diese woch schon u wen Joseph aus der Schule ist der wierd dan auch einleicht dienen gehen, daß Lohn ist hier hoch, wen sie wenich sparen wollen dan konnen sie ein guter teil verdienen daß sie spater hin guter anfang haben. Dieses ist mier auch hart Kinder u Vie wierd aus ein ander gerissen, aber ich kont nicht einsehen daß es anders gehen konnte. Wen wier noch ein pahr Iahr zusammen geblieben waren dan hat es vielleicht gegangen auch gewiß noch nicht gut aber doch vielleicht besser wie jetzt. Ja wen wier noch mahl wieder zusammensprechgen konten die Kinder sind junk die schlagen drüber her. Der Dockter hat mier nachher verzählt wie damahls daß Unglück uns getroffen hat, Wo ihm die Knochgen dan alle zersplitz sind. Dan wer ein splitz an sein Hertz gekommen u daß Hertz ist am Bluten gepfangen u wie es ausgeblut hat da wahr es al u daß Blut ist im seid geblieben. Ich kann von dieses Elend nicht mehr sprechgen, wen es mahl weiter im Herbst komt dan will ich euch mehr mitteilen. Ihr kont anders nichs tuhen aber Betet führ Ihn. Wen ich jetzt noch bei die Kinder bleiben tad das jungste ist erst 5 Jahr. Mit diesem muß ich schliesen u wünsche euch viel Glüch u segen, von unsere ganze Kamilie Antonette Schlüter Guttenberg, Jowa, April, d. 21, 1900. Lieber Bruder Schwigerin und Kinder!

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Euren letzten Brif haben wir mit Freude erhalten u. sehen darin, daß Ihr alle noch gesund seid welches wir auch Gott sei Dank noch sind. Wie du absolut gerne wissen willst wie wir uns stehen dan will Ich es dir mitteilen was wir noch an Schulden haben sind noch ungefehr 200 Thaler. Der verkauf hat nicht gebracht wie Ich gedacht habe. In den letzten Jaren hat es uns ziemlich herunter gebracht mit alles Dockterung u. Sterbfal. Daß ist hir keine kleinigkeit. Aber Ich denke in diesem Jahre wen alles gesund bleibt dan werden wir daß meiste loß. Wen die Schulden dan mal fort sind dan muß sich dan finden wie es dan spater geht. Ich hat auch erst nicht gedacht, daß es ging aber wen man sich auch Gott verläßt dan geths doch. Die Kinder verdienen hier hohes Lohn Katarina ist noch bei Ihren alten Bauer sie hat es da recht gut. Drausen braucht sie gar nicht braucht nicht mahl Kuh zu Melken sie verdient 8 Thaler des Monats Joseph hat sich seit der 19 Mertz wieder verheuert auch beim Bauer u. verdient des Monats 16_ Th. Hier ist es so bis sie 21 Jahre sind kann man daß Lohn selber zihen wenn man will. Joseph war am Palm Sontag mit Pferde u. Kutsch bei uns u. sagt er hätte noch nicht so guter Platz gehabt. Er muß alle Arbeiten mit machen auffen Land u. auch mits Vie. Ich labe 5 Kinder nächst Maria sind noch 2 Heinrich u. Anna Heinrich ist 9 und Anna 7 Jahre alt. Wir waren diesen Winter bald alle Krank bloß Heinrich nicht, daß ging von ein zu andern da haben wir 6 Wochen mit herrumgeschaft. Du Schreibst das Paula ein Krüppel ist. Schreib uns mahl ob Sie in der Schule gehen kann oder nicht. Hiermit will ich mein Schreiben schliesen u. hoffe das diese pahr Seilen in der besten Gesundheit trefen werde. Es grüßt euch die ganze Vamielia. W. Schlueter. Wir hoffen auf baldige antwort.

Handschrift Maria Schlüters.

Guttenberg, Jowa, Mai, 2, 1900. Lieber Onkel und Tante! Wir haben das Buch in der besten gesundheit erhalten. Es war am 29 April den 2 Sontag nach Ostern erhalten. Kathrina hat es von der Post abgeholt. Wir haben uns Herzlich gefreut. Aber ich weiß nicht was ich davor zurückgeben soll. Aber ich denke ich will meine Gebiltnisse 11

schicken und güt für Sie beten. Wir kommen am 17 June zu ersten heil. Kommunion. Mütter und geschwister sind noch gesund. Viel schreiben ich jetz nicht viel schreiben aber Sie sehen meinen willen. Mit diesen will ich schließen und ich hoffe auf baldige antwort. Viele grüße von der ganzen Vamilia Maria Schlüter. Guttenberk, Jowa, Nov. 26 1900. Lieber Bruder Schwigerin und Kinder! Euren Brief die Neuigkeiten u. daß, Ihr alle noch gesund seid hat uns erfreut Wir sind auch alle noch so ziemlich gesund und befinden uns noch wie immer Wir halten uns Kuh und Par Schwein. Wir kommen darum grad so gut Leben bloß, daß die Kinder dienen müssen Sie sind alle beide noch auf Ihren alten Platz. Die drei gehen noch in die Schule Daß jungste wird im Jannuar 8 Jahr Maria ist in die Höchste Schule. Als wir erst in Guttenberg gekommen sind waren erst Schulen jetz sind schon 4 Die Frucht war hier so mittelmäßig daß Mais so viel besser. Dieser Herbst war es auch viel naß Dan kurz nach AllerHeiligen ist es sehr Kalt geworden den mit dickken Schnee Jetz ist es wieder Sommer dagegen. Wie du Schreibts das Joseph Wierling zum 2 Male noch wieder bei euch gewesen ist dies muste doch eine grose Freude für euch gewesen sein. Er muß geld besitzen, daß er so Reisen kann. Wen er uns besuchen will ist er alle Tage wilkommen Katarina war Sontag bei uns und hat den Brief gelesen. Für Euch wird es doch auch bald besser wen man so weit ist das man etwas hülf hat dann ist man schon froh Aber die Kreften nehmen ab. Wie du Schreibst daß du BrustBeschwerden hast. Ich leide schon lange Jahre daran. ... verhitzen und erkälten hat die meiste schuld. Wenn Ich so schlim kalt het dan geh bei und nehm vom besten RockenSchnaps und tu so en Eßloffel voll in guter Taß Wasser muß aber ganz heiß sein und braunen Sucker. Den das löst die Brust. Und Abens bevor du zu bette gest ganz heiß trinken. Vom Bernhard haben wir in kurzer auch noch gehört. Mit diesem muß ich schließen Es grüßt euch die Ganze Vamilia. W. Schlüter. Schreibet bald wieder.

Handschrift Maria Schlüters.

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Guttenberg d(en) 15 September [1901] Lieber Bruder u Schwigerrin Euren Brief haben wier so eben erhalten u sehen darin daß Ihr die Bilder erhalten habet. Daß Grose ist Joseph sein Bild wo er mit al seine Kumnikanten wo er zur h. Kommunion gekommen ist Joseph steht in die unterste Reihe über die Mädgen der dritte. Die anderen beiden Bilder Katarina u Maria. Mit dem Kommonion Kleid ist Maria. Wier sind so weit alle noch gesund Joseph u Maria dienen jetz aus Maria ist weit vort geslagen sie ist mehr West gegangen u ist gut 100 Stunden von uns Katarina ist jetz ungefehr Monat zu Hause Bernard hat uns geschrieben daß dein Frau krank war weiter aber auch nichts. Ich hät mit die Bilder gleich ein Brief mit geschit aber da hat ich gleich drauf mein Hand verrengt. Wier haben Neujahr 2 Brief abgeschit u haben keine Antwort gehort. Joseph ist seid 2 Jahren ziemlig in die Höhe gegangen. Ich glaub er ist groser wie du. Du Schreibsch bei euch wer es so Trockken hier hatten wier daß namlige u die Hitz war da bei noch so groß daß man es mit unter kaum aushalten konnte. Die Ernte war hier nicht viel, Winter Pfrucht get noch, aber die Sommer Pfrucht u Kartoffel ist nicht viel. Sie ist hier auch ziemlich teuer 11 Julei waren wier hier mit der Erte schon beina fertig. Jetz Regnets bald alle Tage. Ich bin mit unter ziemlich mit Rommatismus geplagt u unser durg kommen haben wier ja. Die beiden kleinen Kinder gehen in die Schule Heinrich ist 11 Jahre u Anna 8 sie haben so halbe Stund zu Laufen. Unseren König haben sie vor Par tagen Tod geschossen mit diesem will ich mein schreiben Schliesen u wünse daß dieser Brief bei Euch in der Besten Gesundheit antreffen werde. Es Grüßt Euch deine Schwester u Schwiegerrin u Kinder. Schreib uns ob du weist wie es mit Niehus u Berberrich in Vreden noch geht [Am oberen Rand:] Maria Schülter Rockwell Jowa Gutenberg d(en) 31 August [1904] Lieber Bruder Schwiegerrin u Kinder Euren Brief den Ihr uns geschrieben habt haben wier mit Pfreuden erhalten, u sehen darin daß Ihr alle noch gesund seid, welges wier auch noch sind. Du sags die Ernt ist schlecht den weg durfen wier nicht Klagen. 13

Die Pfrucht ist hier ziemlich gut Kartoffel geht auch noch. Daß Maiß wierd auch noch wohl waß bringen. Diesen Pfrüjahr wahrs hier auch kald aber es wahr naß dabei Diese Monat hatten wier Schrecklige Hitz u trockken nu diese Tag haben wier wieder Regen. Katarina ist gut zu Pfriden. Joseph dient aus er bekomt 25 Th die Monad Maria Arbeitet in Hotel daß ist so Hauß wo fremde Essen sie muß Kochgen sie bekomt so 9 bis 10 Th des Monat Heinrich ist dies Jhar zur h. Kommunion gekommen Anna ged aufs 11 Jhr. Sie seind doch alle gesund. Du Sprichs von anfangen Dies ist noch hart zu beantworten Daß lohn ist hier hoch u dan sind hier in dieser Stad sind zu wielle Vabrickken wo groses geld verdient wierd u dan im Sommer ged die Sägmühl wo Bretter geschnitten werden u feines Hols gemacht wierd Katrina Ihr Mann arbeitet auch darin Der hat Ter Tag 1 Th 65 Send 100 Send ist ein Taler Wer etwas Sparen will der hat in Jahr 1000 Th zusammen aber den noch muß Ich sagen wen Joseph daß Geld in die Hend hatte dan tad er doch anfangen. Aber bis soweid hin haben wier immer noch zu kratzen daß wier daß Alte fort kriegen. Wier denken daß wier es dies Jhr Pfort kriegen wen daß nicht wehr dan konten wier gut Leben. Wier haben uns jetz abnemen lassen Ich wollte jetz nicht eher Schreiben bis die Bilder fertig wahren. Vier haben gedenk wier wollten eimahl durg packken mitunter ist der eine hier u der andere da u jetz waren wier mahl alle zusammen Dan hat mans doch einmahl wier schickken eins an euch u auch eins an Bernhard Du schreibt daß daß Vie so teuer ist daß ist hier langenicht so 35 Th führ eine Kuh daß ist hier daß Höchste. Aber daß ist hier mit daß masse. Vie u die neuhe Maschinen wo a der Rama 4 gleich heraus komt so wie gemolken ist daß bringt hier viel Geld. Mit diesen muß ich mein schreiben aufhoren u Ich denke daß dieser Brief u daß Bild bei euch in der besten Gesundheit antreffen wierd Es Grüßt euch die ganze Familie. W. Sch[l]üter Guttenberg d. 17 Februar [1905] Lieber Bruder Schwigerrin u Kinder. Euren Brief haben wier erhalten u sehen daß Ihr mit Krankheit u. Laßt überfallen seit waß doch nicht alles kommen kann er sied doch so gesund auf dem Bild aus u jetzt soh. Ich hätte auch schon eher geschrieben aber Ich hatte mich nach Weinachten so arg erkeltet u dan hab Ich art Fieber dazu gekricht. Die beiden kleinen haben auch so acht Tage herrum

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a­a Über gestrichenem die Milg.

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gesessen jetz sind wier aber alle wieder Besser Joseph ist dieser Winter mahl einmal zu Haus er arbeitet in der Knopfveckterrie hat der so schön braucht nicht im Schne u Dreck bekomt alle acht Tage sein Lohn. nochten Sommer get er wieder auf dem Land bekomt die Monad 25 Tahler. Maria ist immer noch auf Ihr alter Platz im Gasthof Katarina ist gut zu Pfriden in Ihrem Ehstand. Du Schreibs daß bei Euch alles so schlecht ist Denweg dürfen wier hier nicht klagen. Im Pfrüjahr wahr es hier auch kald und naß aber die Pfrucht u daß Moiß wahr gut. Strengen Winter hatten wier wieder. Biß Weinachten hat es dan noch so ebend gegangen, dan ist es aber gekommen Schne u Sturm im Jannuar u der Februar noch viel schlimmer Die Kälte wahr so groß beina daß Schlimste waß es geben kan. Die Wege sind Pletz weise mit Schne zu geblasen 8 Pfusz tief. nun die zwei letten Tage hat es sieh geendert wen es nicht noch wieder komt. Die Bilder habt Ihr doch bekommen Ich hat schon bang Ich müst ein mahl durgguckken sonst wahr der eine hier u der anderre da u da wahren wier mahl ein mahl zusammen da dacht Ich wust nicht ob Ich die gelegenheit wieder bekom töt. Ich mocte mahl gerne wiessen ob von die andere seit die noch am leben sind von Nihaus u Berberrich Ich habe Ihr damahls zwei Brife geschrieben u habe keine Antwort wieder bekommen. Ich denk wier sind nicht grosartig genuch vor Ihr. Ich geb auch gantz wenich mer drum Ich hatz es erst auch nicht gedacht Ich kan mit meine Kinder gut durg man kan doch jetz daß Geld bringen aufen Platz bringen woh es gehort wen man sich auf Gott verläst dan get es doch wen wier noch bloß gesund bleiben Für die Kinder ist es doch besser hier sie konnen sich hier guter lohn werdienen u dan haben sie doch nach her anfang. Ich muß mit mein schreiben schliesen u hoffe daß dieser Brief bei euch in der besten gesundheid antreffen wierd. Viele Grüse von der Ganzen Vamilie W. Schlüter Guttenberg d(en) 26 I 12 [1905] Lieber Bruder Schwiegerrin u Kinder Euren Brief haben wier in der bessten Gesundheit erhalten. In deinem Brief sehe ich daß Ihr viele Krankheiten gehabt habet Denweg dürffen wier nicht Klagen. Im Herbst habe Ich Pahr Tahler fort schmeisen müsen am Dochter Ich hab so weh bekommen am Kost aber es ist doch jetzt 15

wieder besser. Ietzt will Ich euch auch die Neuichkeiten mitteilen die hier vohr gehen Katarina hat ein kleiner Beu er ist bald 2 Wochgen alt. Sie ist gesund u gut zufrieden. Maria tut Heiraten den 8 Jannuar ist die Hochzeit. Sie ist erst 20 Jahr Ich hätte lieber gesehen daß Sie noch ein Pahr Iahr gewartet hatte aber Sie sind guter Platz u guter Man wie es scheind Dan darf man nichs sagen. Die Kinder machgen gute Pfortschrit. Ich hatte es niemahls gedenkt. Sie hat im Sommer 15 Th im Monad bekommen. Diese Tage kömt sie nach Hause. Die jünste ist bei mich zu Hause Ich denk daß Sie dieses Iahre zur h. Kommunion komt. Die anderen Beiden Joseph u Heinrich arbeiten aus. Heinrich hat die Monat auch 15 Thaler bekommen Joseph bekomt führ Iahr 200 u 75 Th Daß ist schoner Lohn, wer hier etwas sparen weil der hat ja in ein pahr Iahr 1000 Th. Daß Vie ist hier auh der dritte Theil noch nicht zu teuer wie da aber mit die vielheit bringt daß hier geld. Im Sommer wahr es hier ziemlich naß u kald aber die Pfrunt war hier doch gut, überhaubt daß Maiß. Ich habt mich arg gewundert über dein Schreiben daß die Kinder noch wohl lust haben um hierher zu kom men dan bekommen wier am end noch besug Heinrich u sein Frau sprechgen auch davon über haubt sein Frau sie schreibt sie hat grose Lust nach Ammerika zu kommen. Daß hab Ich angenommen daß solt wohl mer wind sein, wie es früher immer wahr. Aber die Pfrag die du mich steltz ist hart zu Antworten. Wer hier arbeiten will u wer Ledig ist der kann hier schnel geld zusammen bekommen, den weg ist hier eher angang zu bekommen als da, wer hier aufpassen will der kann noch wohl zu etwas kommen Ammerika ist groß u Land genuch waß noch nicht besetz ist. Ich sag es euch wie es ist wer Arbeiten u sparen will der kann hier verduld schnel zu etwas kommen. Aber daß über nehmen muß jeder selber wissen. Unsere Kinder haben so weit hin noch Glüch gehabt wie es weiter gehen wiert weiß Ich auch nicht. Ihr ist auch manger Reiger u sie kommen zu nichs u die unsere kommen Vorwertz. Unsere Kinder sprechgen auch viel von euch aber keiner hat lust für da hin zu kommen In den letten 12 Iahren hat es mich kein leid mehr getan daß wier hier sind, führ die Kinder ist doch besser aussigt wie da. Für meine Teil meine Krefte nehmen ab, mit unter wen ich so arg kalt hab dan kann ich gar kein Luft bekommen. Hier mit muß ich schließen Ich denke daß dieser Brief in der Besten Gesundheit antreffen wierd Es Grüßt euch die ganze Kamilie W. Schlüter

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August d(en) 15 [1907 oder 1908] Lieber Bruder Schwigerrin nebst Kinder. Euren Brief haben wier mit freuden erhalten u sehen darin daß Ihr alle noch ziemlich gesund seid welges wier auch noch sind. ... hat sich ziemlich guter teil erwähld, führ Ihn ist es am bessten ... leben. Wier kommen immer noch so ziemlich gut durg. Die Kinder sind alle gesund u Arbeiten vleißig Heinrig bekömt des Monats 23 Th Joseph aufs ganze Jahr 200 Th. Führ daß nächste Jahr hat sich Joseph ein stück Land gepachtet von 200 u ein Ackker. Er will gern haben daß wier mit Ihm gehen, wen nichs anders vohr vält Dan werde Ich u Anna mit Ihm gehen. Die Arbeit ist zu viel führ Ihn allein. Sie 15 Mälte Kühe am Platz 14 Schweine 28 Schaf u Maschiniri Daß bleibt alle am Platz. Den 1 Märtz muß er es antreten. Die anderen Kinder sind alle gesund. Heinrich Arbeitet bei Maria. Sie hat ein kleines Mädgen. Nun im Durschnit wahr es hier diesem Sommer die meiste Zeit Naß. Furgbare Gewitter in vielen Stadten hat es schlim gegangen, daß grose Wasser hat die ganze Pfrucht u daß Maiß alle Pfort genommen Dan im Julei hatten wier kein Regen aber Pfurbare Hitz, im August hatten wier wieder Regen. Die Pfrucht wahr hier gut u ist auch gut Pfort gekommen. Platz weise haben sie schon gedrochgen. Daß Maiß u die Kartoffel ziet sich mit diesem Regen noch ein wenich nach. Hier sind wier arg gut vort gekommen. Von Heinrich hören wier jetz nichs mehr. Er hat so groartig geschrieben Ich denk es wierd wohl nicht so schlim sein wie er schreibt. Mit diesem wird Ich wohl schliesen müsen in der Hofnung daß dieser Brief in der Bästen Gesundheit bei euch antreffen wierd. Es Grüßt euch die ganze Familie. W. Schlüter Euer Brief war 5 Wochgen unter wegs Guttenberg d(en) 12 Dezember [1909] Lieber Bruder Schwigerrin u Kinder Euren Brief haben wier mit Pfreuden erhalten u sehen darin daß Ihr alle noch gesund seid, desgleigen wier auch noch sind. Wier sind jetz seid den 1 Märtz a[...]a5 aufs Land gegangen alles geth ziemlich gut. Die Witterung

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a­a Textverlust.

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war ziemlich schlecht. Im Pfrüjahr erst dan sind so Furchbare Gewitter gekommen, daß man gedacht hat daß Wasser tät alles mitnemen. Dan hatten wier immer anhaltenden Regen, der Hafer hat 3 Tag aufs Land gelegen daß man nicht drauf kommen kont fuhr zu Egen. Daß hat dan einige Zeit angehalten, dan hat sich daß Wetter geschenft. Dan ist es so trockken geworden daß alles verbrend ist. Dan im Herbst ist es wieder waß geworden. Den kurtz nach Allerheiligen hatten wier schon Schnee der ist noch bald wieder fort. Dan hat Nickkölaus wieder Schnee gebracht. Gesstern u Heut Schnees schon der ganze Tag. Wen daß nicht so Trockken geworden währ dan hätten pahr Hundert Th mehr heraus gekommen. Doch unser auskommen haben wier doch alles hat guten Preiß so lange wie wier im Land sind wahr alles noch nicht so Teuer wie jetzt. Dieses stück Land ist an 200 u 1 Ackker. Der meiste Theil ist zu Land, Theil davon ist Buschs daß andere ist zu Weide An Pacht ist es 800 u 50 An Vie ist führ erste Jahr nicht so viel da aber daß wierd besser 9 Kuh 6 Kalber 6 Pferd 9 Mutter Schwein die haben dan gebracht 65 Junge die haben gut getan. Die Alten haben wier verkauft die Jungen wollen wier noch weiter vetten. Heinrich Arbeitet aus eist hier in der nachbarschaft er ist bei arg gute Leut. Die anderen beiden Katarina u Maria geths gut sie haben alle beide schon 2 Kinder Ich kann es auch gut wissen wen der Winter mal wieder vorüber wer Ich kann die Kält auch nicht mehr vertragen. Aber was es hier ist daß Füttern u Melken daß tuhen meist ab die Mannesleut im Winter. Mit diesem wert ich woh bald schliesen müsen in der Hofnung daß dieser Brief in der besten Gesundheit bei euch eintreffen wierd. Viele Glück Wünsche zu Weinachten u ein Pfroliges neues Jahr. Schreibet bald wieder. Es Grüßt euch die ganze Familie W. Schlüter Guttenberg d(en) 23 Mai [1910] Lieber Bruder Schuigerrin u Kinder Euren Brief haben wier in zielich guter Gesundheit erhalten. Dan hat ich auch grade einen Brief fort geschickt, ob Ihr den bekommen habet daß weiß ich nicht. Hier ist alles noch gesund welges wier auch von euch

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hoffen. Dieses Jhr jahr wahr nicht schön Im Märtz hatten wier Mai Wetter. Darauf ist es so Kalt geworden daß daß Obst am 23 April mit Schnee u Pfrost alles erfroren ist dan immer noch kalt. Jetz muß es immer Rechnen. Der Hafer siet noch ziemlich gut aus Daß Maiß hat seine Noth. Die Neuikeiten die hier vor gehen muß ich euch mitteilen Joseph tut Heiraten er bekomt ein Madgen aus der Nachbarschaft Es sind ganß ernlige Leut. Die Hochzeit ist am 14 Juni wier Laden Euch aller ein zu diesen Tag. Die anderen beiden die Verheiratet sind gets ja gut sie haben alle beide 2 Kinder. Wie gets bei eus seid ihr alle noch gesund wie geths ... ?Kerta ?. Viel schreiben kann ich euch jetz nicht die zeit ist zu kurtz Ich hät Euch auch sonn woch eher schreiben konnen aber sie konten ja noch nicht aus machgen wan es sein sol Dan ist es so dabei geblieben. Mit diesen werde Ich wol schliesen müsen. Schreibet bald wie dieser Brief denke Ich daß der Bei Euch antreffen wierd in bester Gesundheit Nun laß Ich euch alle grüsen u die ganze Familie Antonette Schlüter Guttenberg d(en) 8 [1910] Lieber Bruder Schwiegerrin u Kinder. Lange weile ist verflossen. Endlich muß ich doch euren Brief andworten. Soweit hin sind wier alle noch gesund waß wier auch von Euch ermesen. Nach der Hochzeid sind wier von Joseph vort die Pfrau hat gemeint sie wolt allein sein. Joseph hat 200 u 1 Acker an Land. Dan der Einne Theil ist zu Buschs u Weide. Der andere Teil ist zu buschs. An Küh hat er so 10 Kalber von dieses Jahr u Letz Jahr 17 an Pfärt 4 u 2 Pfolen. An Schaf hat er 7 Heinrich diend aus, er ist nicht weit von Joseph. Nächs Jahr arbeitet Heinrich bei Joseph. Die Pfrucht in PfrüJahr hat aus gesehen als wen es nichts geben tät, dan ist Regen gekommen Dan hat es sich ziemlich noch gezogen. Dan ist es doch noch ziemlich Gut geworden. Dan wo wier dan von Joseph vort sind dan bin Ich dan bei Katrina Die woll schon lange haben daß Ich bei Ihr kommen sold. Dan ist Anna bei Maria gegangen u hat da gearbeitet. Die sind weiter fort gegangen West. Dan ist Maria krank geworden u hat dan geschrieben ob ich nicht kommen kont Dan hab Ich den Rehlzug genommen u bin dan hier. Sie war im Hostspitahl u must Opperiert werden. 2 Wochgen wahr Sie hat Veler gehabt an der Mutter. Dan wahr Ich da 2 Monat, hab Ihr die Kinder aufgepast u die Anna geholffen. Dan sind wier dan letten Montag zurück. Sie ist jetzt wier ziemlich gesund sie haben 2 kinder sind auch alle noch gesund. Dann 19 Dezember

Maria Ihren Brief hat uns auch sehr erfreut. Eure Kinder haben mehr lust vohr im Kloster als die unsere Ich wird wohl keiner da drin bekommen. Ja sind am guten Platz. Biß diese par seilen bei Euch antreffen dan wiers wohl Weinachten sein. Mit diesem wed ich wohl schliesen müsen u dan wünsts ich euch vrolige Pfeiertage dan schreibt Maria auch Ihr brief hat uns sehr erfreut sie mocht dan auch vohr uns Beten. Viele Grüse vo eure Schwester u von der Ganzen Familie W. Schlüter Schreibt Bald wieder Joseph seine Frau ist hier aus dem Land

Glen Heven Wis. Feb. 1, 1915. Liebe Onkel u Tante ......... u V.; Ihren brief von den 26 Dec. Haben wir mit freuden erhalten und sehen in dem selben das ihr noch alle so siemlich gesund seit. Unsere liebe Mutter hätte Euren brief selber geantwortet aber das Rammutismus trubelt ihr so viel das sie ihre hände nicht mer ruhig halten sonst kkannsie noch so siemlich gut fertig werden. Wir haben eine Traur brief bekommen von Tante bekommen das Onkel Bernhard gestorben ist. Die Mutter hat sich darwegen furchtbar erschrocken. Und ihr liber Onkel fragt was die Kinder und Schwiegerkinder führe Geschäfte haben. Wir haben uns hier gekauft 169 Acker Die Mutter sagt sie wuste es nicht zu unterscheiden wie viele Morgen das ein Acker machen aber es ist ein ziemlich gros stück land. Wir haben 8 Pferde 18 Kühe und 80 Schweine haben wir gehabt und jetz haben wir noch 13 für nächtes Jahr. Die Frucht war hier gut geraten und alles gut trocken im herbest unter Dach bekommen. Aber lätzten Sommer waren die Gewiter arig schliem Dir Blitz hat auch viel schaden angericht. Wir haben 5 Kinder. Katarina hat 3 Kinder und Joseph hat auch 3 Kinder Heinrich und Anna die arbeiten aus Heinrich verdient 40 Dolar im Monath und Anna 15 Dolar im Monath. Die Mutter macht ihr heim mit mir hier. Sie war bei Joseph aber der hatte sich eine Frau geholt wo keiner mit fertig werden kann. Joseph hat gepachtete Ackerwirtschaft. Katarina und ihre Familie haben sich auch eine kleine Ackerwirtschaft gekauft. In deinen Brief sehen wir das auch von euern Söhnen berufen sind für in den Krieg. Da haben wir Got sei Dank kein trubel mit das hier keine gehen brauchen. Wir lesen jeden tag 20

von den Krieg aber die meiste zeit das Deutschland verliert aber in deinen brief sehen wir das das nicht was ist. und Tante Katarina schreibt auch das Deutslans gewint. Das Korn Schwein und ales was wir zu verkaufen haben das ist kein gelt wert aber was wir kaufen müsen das musen wir teuer bezalen. Weitzen mehl kostet 50 pfund 2.10 Zwei Dolar und zehn sent. Es waren hier aus der nachtbarschaft leute in Deutsland auf besuch in Osterwick und noch merhe von den Dörfen da herum waren und auf ihren heimwege waren sie auch nahe bei wo sie der schlacht felder haben sie waren bald der ganse Sommer da weil sie kein Schief bekommen konten für Heim zu gehen. Und wie sie heim sind gekommen sind da haben sie ein groses stück in der seitung setzen lasen. Mit diesem werde ich wohl schließen müßen und hoffen das diesen brief euch in der besten gesundheit antreffen wird. Viele Grüße von der ganzen Vamilia und besonder von unsere liebe Mutter. Maria Neises Ihr schreibet das ihr eine karte bekommen habet das Onkel Heinrich krank ist. Die Mutter hat nur einen Brief von ihn bekommen. Schreibet gleich wieder. Glen Heven Wis. Jan. d. 30, 1916. Lieber O. u. T. u. Vamilia; Es ist schon lange her das wir von sie einen brief bekommen habet. Wir haben euch schon drei brief geschickt aber haben noch keine antwort bekommen. Seit ihr noch alle munter sind eure zwei Söhne noch im Krig sind sie noch gesund. Und was macht Maria ist sie gut zufrieden in ihren stand. Wie ist es euch gegangen letzten Sommer seit ihr gut fertig geworden mit eure arbeit, habet ihr gute frucht bekommen? Der hafer war hier so siemlich gut aber das meiß war schlecht den es ist garnicht reif geworden. Das hat es schlecht gemacht für die schwein fet zu machen wir haben 61 stück verkauft. und 8 kühe aber was man verkauft da bekomt man nichts dafür. Wir haben diesen letzen Sommer auch viel unglück gehabt am 12 August hat mein man sein bein gebrochen in drei plätz und 10 wochen darnach am 16 Oktober hate er das unglück es wieder zu brechen Er und sein Vetter hatten mit einem Fuder Heu

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umgeschmißen und er ist auf die obere seite gesprungen und ist in das rad deswegen gekommen. Das war trubel der ganze herbest. Aber er kann jetzt wieder bei einem stock laufen so hoffe ich das er geschwind wieder alein laufen kann. So das er seine arbeit wieder machen kann. Mein Bruder Heinrich ist dieser Winter bei uns um uns die arbeit zu machen und das vie zu füttern. Aber mittel Februar gibt er auch wider auf seine stelle für dieses Jahr er wird 40 Dolar bekommen der monat. Dieser winter ist ein schlimmer winter für kalt zu bekommen immer regen und eis der schnee der bleibet nich liegen das ist für eine par tage dan ist er wieder fort. Es ist nur gut für krank zu werden wir haben der ganze winter schon kalt und können es nicht wieder los werden. Viele Leute sind hier gestorben am Lungenvieber. Die Mutter ist auch nicht gut sie war der ganze winter noch nicht in der Kirche sie bekomt immer so schmerzen im leib das sie es bald nicht aus halten kann. Und der Arzt weis auch keine linderung dafür. Er meint es ist ein innerliche bruch. Wie geht es mit dem Krieg wird es bald ein ende sein. wird Deutschland ziegen. Die Mutter sagte ihr solt ihr all die neuigkeiten mit theilen den wir hatten schon lange für einen brief gewartet. Ob sie nicht über gekommen sind oder nicht. Bitte schreibet doch hier und da das man doch hört wie es ihnen geht weil es so schlecht für einen brief hier zu bekommen ist. Wan ihr diesen brief solt bekommen dan schicket ihn auch zu Tante Katharina Die Mutter hat auch ein mahl an ihr geschrieben und hatte keine antwort bekommen. Mit diesem will ich mein schreiben schließen und hoffen das diesen brief euch in der besten gesundheit antreffen wird mit vielen grüßen von uns alle und besonders von unsere liebe Mutter. Maria Neises.

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Schlüter Briefe und #18371A.doc

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