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Sorgfaltspflicht im Seilbahnbetrieb

Bei den letzten Fachtagungen wurde mehrfach die Erfüllung der Sorgfaltspflicht als wesentlicher und zentraler Bestandteil des Seilbahnbetriebes hervorgehoben. Im Schadensfall mit Personen ist ja der Seilbahnbetreiber verpflichtet anhand der Betriebsdokumentationen die Wahrnehmung der Sorgfaltspflicht nachzuweisen. Dass diese Dokumentationen im Falle einer Nachweispflicht auch als juristisches anerkanntes Beweismaterial herangezogen werden können, bedarf es allerdings bestimmter Voraussetzungen denn dies ist ja der eigentliche Zweck dieser Nachweise. Durch die Komplexität von modernen Anlagen und den neuen Vorschriften hat sich die Anzahl der Kontroll- und Wartungsaufgaben wesentlich erhöht. Die Hersteller mussten ihre Betriebsanleitungen dementsprechend anpassen und ausführliche Vorgaben über die Kontroll- und Wartungsaufgaben machen. Da die Betriebsanleitungen dadurch sehr umfangreich geworden sind, werden von den Systemlieferanten die in der EN angeführten Paragraphen nicht mehr vollständig angeführt. Das bedeutet, dass der Betreiber selbst dafür zu sorgen hat, diese Punkte der neuen Vorschrift zu erfassen, zu erfüllen und zu dokumentieren. beträgt die Anzahl der in der EN vorgeschrieben Aufgaben ca. 70%. Diese große Anzahl von Aufgaben muss aufgelistet, durchgeführt und dokumentiert werden. Die Gesamtanzahl der Kontroll- und Wartungsaufgaben über ein Jahr für eine kuppelbare Anlage, können je nach Type von 1.500 bis 2.000 und mehr betragen. Die Kontrollen für den BAV Bericht sind dabei noch zusätzlich zu erledigen. Bei den täglichen Kontrollen sind etliche Punkte dabei, die durch Routinerundgänge erledigt werden können, aber auch solche die sehr wesentlich für die Sicherheit des Betriebes sind und deshalb genau geprüft werden müssen. Es ist daher wichtig mit dem Betriebspersonal die umfangreichen Checklisten durchzusprechen und Prioritäten zu setzten. Ansonsten besteht die Gefahr, dass wesentliche Aufgaben nicht entsprechend bewertet werden und so ein Sicherheitsrisiko darstellen können. Nach der Durchführung der erforderlichen Aufgaben ist es wesentlich, dass die Arbeiten auch so dokumentiert werden, dass sie im Schadensfall als juristische Beweismittel anerkannt werden. Dabei gibt es einerseits die schriftliche Form, als auch aufgrund der immer umfangreicheren Aufgaben, die Dokumentation in elektronischer Form. auch dabei einige Voraussetzungen zu beachten. Lose Blätter in einem Ordner, die man jederzeit austauschen kann, sind für einen gegnerischen Juristen leicht angreifbar und daher kaum als solides Beweismittel zu bewerten. Dies ist auch der Grund warum die Betriebstagebücher der Systemlieferanten in ,,hart gebundener Form" an die Betreiber abgegeben werden. Bei diesen Betriebstagebüchern ist der Austausch von Blättern und Änderung der Reihenfolge nicht möglich. Alleine diese Form der Dokumentation ist ein geeignetes Beweismittel um juristisch anerkannt zu werden. Zu bedenken ist auch, dass durch die fortgeschrittene Technik der graphologischen Untersuchungen, sehr detaillierte Auswertungen über die Eintragungen gemacht werden können. Durch die enorm angestiegenen Anforderungen an den Betreiber einer Seilbahn, ist der Aufwand zur Erfassung, Durchführung und Dokumentation stark angestiegen. Die zur Verfügung stehend Zeit für diese Arbeiten ist jedoch gleich geblieben oder durch mehr Anlagen sogar verringert worden. Unter diesen Voraussetzungen sind diese Arbeiten mit konventionellen Methoden kaum noch zu schaffen, so dass dadurch kritische Situationen entstehen können. Aus diesem Grunde werden immer häufiger elektronische Systeme zur Unterstützung dieser umfangreichen Arbeiten eingesetzt. Bei der elektronischen Dokumentation müssen die entsprechenden Qualitäts-anforderungen allerdings ebenfalls berücksichtigt werden, da sie sonst als Beweismittel leicht angegriffen werden

Checklisten mit den Mitarbeitern besprechen

Für den Betreiber bedeutet dies in der Praxis, dass die Anzahl der täglichen Kontrollen für eine kuppelbare Anlage, je nach Type und Hersteller zwischen 250 und 350 Punkte für die gesamte Anlage betragen können. Dabei 60

Enorme Anforderungen für den Betreiber

Die konventionelle Methode, Listen zu erstellen, handschriftlich auszufüllen und zu visieren ist sicherlich die am meisten verbreitete Methode, jedoch sind VTK/UCT 142 März 10

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können. Das bedeutet, dass elektronische Dokumente, wie Excel-Listen, Word Dokumente und offen betriebene Datenbanken, bei denen ja jederzeit Inhalt und Speicherdatum etc. geändert werden können, leicht von einem gegnerischen Juristen als Manipulation angegriffen werden können. Eine fehlende oder lückenhafte Dokumentation bestärkt die gegnerische Seite wesentlich. Es ist daher wichtig, dass bei der Nutzung von elektronischen Systemen, die Nachvollziehbarkeit der Dateneingaben immer gewähreistet ist. Diese Gewährleistung kann nur dann erfolgen, wenn diese Programme und deren Betrieb den Regeln der IT Sicherheiten entsprechen. Diese Regeln können nur durch eine autorisierte Prüfstelle festgelegt, überprüft und zertifiziert werden. Betreiber der Seilbahn hat selbst kein Programm und keine Daten in seinem IT System und benötigt daher auch keine Zertifizierung. Zur Nutzung des Systems über einen gesicherten Zugang, benötigt jeder Berechtigte, wie auch bei Banken, ein entsprechendes Passwort. Sämtliche Datensicherungen, Wartungsarbeiten am Programm und am Server werden durch die contaxx gmbh erledigt. Beim Betreiber ist dadurch auch kein Administrator erforderlich. Durch das ,,MMS" ist nicht nur die Datensicherheit gegeben, sondern der Kunde hat auch immer die aktuelle Version des Systems und muss daher nicht Nachfolgeversionen kaufen. Abgesehen von der Sicherheit, erhält der Betreiber eine wesentliche Unterstützung dadurch, dass sämtliche Kontroll- und Wartungsaufgaben durch erfahrene Seilbahntechniker bei contaxx in das kundenspezifische Programm eingegeben werden. Der Betreiber kann daher ohne eigene Vorleistungen das System sofort nutzen. Das ,,MMS" wurde aufgrund langjähriger Erfahrung im Seilbahnbau und in Zusammenarbeit mit Seilbahnbetreibern, hinsichtlich der speziellen Anforderungen bei Seilbahnen konzipiert. Dabei wurde auch wesentliches Augenmerk darauf gelegt, dass die Nutzer des Systems oftmals keine Vorkenntnisse über PC Anwendungen haben und dass ihre wesentliche Aufgabe in der Überwachung des täglichen Bahnbetriebes besteht. Die Benutzerflächen wurden dementsprechend einfach und ergonomisch gestaltet.

Switzeny Kurt, Geschäftsführer der Firma Contaxx verfügt über langjährige Erfahrunguen im Seilbahnbau

MMS von Contaxx ist die Lösung

Ein Seilbahnbetreiber, der eine Software auf seinem eigenen IT System betreibt, muss daher sowohl das eingesetzte Programm, als auch sein eigenes IT System zertifizieren lassen, um sicher zu sein, dass die Dokumentationen auch als juristisch anerkanntes Beweismittel genutzt werden kann. Dies ist für den Betreiber eine sehr kostspielige, organisatorisch aufwendige und in der Praxis kaum durchführbare Variante. Da solche Systeme bei einigen Gesellschaften in Verwendung sind, empfiehlt es sich deren Nutzung in dieser Richtung zu überprüfen. Bei dem System ,,MMS" (Maintenance & Monitoring System) von CONTAXX wurde sowohl das Programm als auch der Betrieb des Systems zertifiziert, wodurch diese Dokumentationen juristische Beweiskraft haben. Das war die wesentliche Voraussetzung für die Zulassung durch die Österreichische Seilbahnbehörde. Aus diesem Grunde wird das ,,MMS" auch über das Internet betrieben. Der

kann der Verantwortliche auf diese Checklisten als Grundlage der Prüfungen verweisen und Fahrlässigkeit abwehren. Der Benutzer hat auch die Möglichkeit die durchgeführten Arbeiten auf diesen Checklisten oder direkt im System zu dokumentieren. Der tägliche Betriebsablauf mit den betriebsrelevanten Daten, kann ebenfalls im System dokumentiert werden. Mit der Nutzung des MMS hat der Seilbahnbetreiber eine durchgehende Beweiskette, von der Checkliste als Grundlage der Arbeiten, bis hin zur Dokumentation in einem zertifizierten IT System. Die Versicherungen bewerten die Anwendung des ,,MMS" als aktives Risk-Management und sind bereit entsprechende Konditionen anbieten. Im ,,MMS" können auch Arbeiten in einem Terminplaner organisiert, als auch Instandsetzungsarbeiten dokumentiert werden. Durch die Integration von Ersatzteilstücklisten und Zeichnungen können schnellstens die richtigen Teile gefunden werden. Mit einem Lagerprogramm können innerhalb einer Gesellschaft, als auch im Zusammenschluss mit externen Gesellschaften, Ersatzteile organisiert werden. Die Lagerkosten können dadurch wesentlich verringert und die Verfügbarkeit von Teilen erheblich erhöht werden.

www.contaxx.com

Lagerkosten werden massiv verringert

Für die vorgeschriebenen Arbeiten werden vom ,,MMS" Checklisten im pdf Format generiert, die dann ausgedruckt werden können. Diese bilden die Grundlage der Arbeiten und sind Beweismittel dafür, was geprüft werden muss. Im Schadensfall VTK/UCT 142 März 10

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