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Epiretinale Fibroplasie am Auge: Soll operiert werden?

Kurzantwort: Die Epiretinale Fibroplasie, das Einwachsen einer feinen Bindegewebsmembran zwischen Glaskörper und Netzhaut in der Mitte des Sehzentrums (Makula), kann zurzeit nur durch eine Operation zufriedenstellend behandelt werden. Medikamentöse Therapien helfen noch ungenügend. Die Operation wird in der Regel unter lokaler Betäubung in einem kurzen stationären Spitalaufenthalt durchgeführt, sagt Dr. med. Markus Suppiger, FMH Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, Belegarzt Hirslanden Klinik St. Anna, Luzern. Nach der Operation des grauen Stars (Kataraktoperation) im letzten Jahr wurde bei mir (w., 69) die Krankheit Epiretinale Fibroplasie festgestellt. Laut meinem Augenarzt können Netzhautspezialisten dies operieren. Ich möchte gerne mehr über diese Operation erfahren wie Erfolgschancen, Heilungsverlauf, Nachbehandlung. Sind Vollnarkose und stationärer Aufenthalt empfohlen? Was ist, wenn ich diese Operation nicht machen lasse? H. A. in Z. Dr. med. Markus Suppiger, Facharzt FMH für Ophthalmologie und Ophthalmochirurgie, Belegarzt Hirslanden Klinik St. Anna, Luzern Zwischen dem Glaskörper und der Netzhaut des Auges können feinste Bindegewebszellen einwachsen und sich flächig ausbreiten. Wenn diese Bindegewebsmembran (feines Häutchen) in die Mitte des Sehzentrums (Makula) einwächst, kann es zu einer Abnahme der Sehschärfe kommen. Durch mechanisches Zusammenziehen dieser Bindegewebsstrukturen (Kontraktion) können Blutgefässe und auch die feine Netzhaut selbst gefältelt und verzogen werden. Der Patient bemerkt ein Verzerrtsehen (Metamorphopsien) von an sich geraden Linien. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann das im Alltag erheblich stören. Erfolgschancen und Heilverlauf Bei der Operation, die allermeistens in lokaler Betäubung erfolgt, wird einerseits der Glaskörper entfernt und andererseits die feine störende Membran von der Netzhaut weggezogen (Membranpeeling). Die Empfehlung zur Operation erfolgt, wenn die Abnahme der Sehschärfe deutlich ist und die Metamorphopsien wesentlich stören. Nur durch die operative chirurgische Entfernung, die in einem kurzen stationären Spitalaufenthalt durchgeführt wird, besteht die Chance auf eine Besserung der Symptome. Medikamentöse Therapien helfen zurzeit noch ungenügend. Nachbehandlung Während der Nachbehandlung von 4 bis 6 Wochen werden lokale Medikamente angewendet. Eine Verbesserung der Sehfunktion ist jedoch bis zu sechs Monate nach der Operation möglich. Ohne operative Therapie kann es mit zunehmendem Alter zu einem Fortschreiten des Membranwachstums kommen mit einer entsprechend vermehrten Sehbeeinträchtigung. Der Operateur wird sich eingehend mit Ihrer persönlichen Situation auseinandersetzen und Ihnen die Operation und den Heilverlauf eingehend erklären. Dr. med. Markus Suppiger, Luzern

Quelle: Neue Luzerner Zeitung vom 3. August 2011

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