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Die Kirschpflaume, der erste Frühlingsbote aus der Gruppe der Kernobstbäume

Schon sehr früh im Jahr, wenn die Schneeglöckchen noch blühen und die Bäume noch völlig kahl dastehen, fällt an den Hängen des Moseltals und in der Talaue ein kleiner Baum durch seine voll entfaltete, weiße Blütenpracht auf (Abb.1). Es ist die Kirschpflaume (Prunus cerasifera), die gut zwei Wochen vor Schlehen, Mandelbäumen, Pfirsichen und Pflaumen blüht. Obwohl sie den Reigen der blühenden Obstbäume eröffnet, ist sie wenig bekannt und wird oft mit der Schlehe verwechselt. Mit dieser hat sie eine gewisse Ähnlichkeit, da die Blüten gleich groß und gleich gefärbt sind. Im Unterschied zu den sperrigen, stark dornigen Schlehenbüschen bildet die meist dornenlose Kirschpflaume jedoch schlankere Büsche oder Bäume. Ihre Blüten sitzen nicht wie die Schlehenblüten dicht an den Ästen, sondern sind deutlich gestielt (Abb.2). Der Stiel ist völlig unbehaart, woran man die Kirschpflaume von Pflaumen- und Mirabellenbäumen unterscheiden kann. Von Kirschen unterscheidet sie sich durch kürzere Blütenstiele und dadurch, dass die Blüten vor den Blättern erscheinen. Der Name Kirschpflaume könnte zur Annahme verleiten, es handle sich um eine Kreuzung zwischen Kirsche und Pflaume. Das ist jedoch nicht der Fall. Die Kirschpflaume ist eine eigenständige Pflanzenart. Beheimatet war sie ursprünglich in einem Gebiet, das vom Balkan bis zum Vorderen Orient reicht. Sie wurde möglicherweise schon von den Kelten, sicher aber von den Römern bei uns eingeführt und ist deshalb ein altes Kulturgut. Ihre Früchte, die in einer gelben und einer violetten Farbvariante vorkommen und wie kleine Mirabellen geformt sind, können als Obst konsumiert werden. Häufiger jedoch wurden sie zur Herstellung eines ,,einfachen Bauernschnapses" verwendet. Nach wie vor spielt die Kirschpflaume eine bedeutende Rolle als Propfunterlage für Pflaumen und verwandtes Kernobst. Als Garten-Ziergehölz ist eine dekorative Zuchtsorte mit rosa Blüten und rotbraunem Laub beliebt, die unter den Gärtnernamen 'Atropurpurea' oder 'Pissardii' bekannt ist. Sie bringt meist nur wenige Früchte hervor. Bei den Gärtnern trägt die Kirschpflaume den merkwürdigen Namen Myrobalane, der aus dem Griechischen stammt (myron = duftende Salbe, balanos = eichelförmige Frucht). Dieser Name wird in der Botanik doppeldeutig verwendet: Zum einen wird der in Indien wachsende tropische Baum Terminalia chebula aus der Familie der Combretaceae mit diesem Namen bezeichnet, zum anderen die nicht im geringsten damit verwandte Kirschpflaume. Aus Myrobalane ist wahrscheinlich der Name Mirabelle abgeleitet, obwohl die Mirabelle nicht mit der Kirschpflaume gleichzusetzen ist.

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Kirschpflaume

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