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Prüfung von Druckbehältern nach EG-Richtlinie 87/404 ­ ,,Einfache Druckbehälter" Norbert Bauer, TÜV Süddeutschland, München Die Prüfung von Druckbehältern nach EG-Richtlinie 87/404 wird in der Regel wie folgt durchgeführt: Zuerst werden Zeichnungen der Behälter an die Vorprüfungsstelle eingereicht. Anhand dieser Zeichnungen wird eine Prüfung durchgeführt. Wir empfehlen Ihnen, in den Zeichnungen oder als Anlage dazu (z.B. in einer Stückliste) die folgenden Informationen anzugeben: · · · · · · · · Alle Abmessungen, die für eine Berechnung des Druckbehälters von Bedeutung sind, den zulässigen Betriebsüberdruck, den Berechnungsdruck, die maximale und die minimale Betriebstemperatur, den Rauminhalt in Litern, den Prüfdruck, das Fabrikschild sowie den Ort, an dem dieses angebracht wird, Werkstoffbezeichnungen für die drucktragenden Teile und für die Anschweißteile (einschließlich Werkstoffnorm und Art des Werkstoffzeugnisses), genaue Informationen über das Schweißverfahren einschließlich der Elektroden und des Schutzgases oder Pulvers, sowie Gestaltung der Schweißnähte, Gestaltung der Anschweißteile, Weitere erforderliche Informationen (z. B. Zusatzkräfte aus aufgesetztem Kompressor), den Verwendungszweck des Behälters und die Bezeichnung des Behältertyps (z. B. Zeichnungsnummer). Diese ist vom Hersteller frei wählbar.

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Über die Prüfung der Zeichnungen wird eine Bescheinigung ausgestellt, diese enthält die Ergebnisse der Prüfungen sowie weitere Maßgaben, falls erforderlich. Die Berechnung der Behälter kann nach der EN 286 erfolgen, alternativ kann auch das AD-Regelwerk herangezogen werden, wenn dieses vollständig ein-

gehalten wird und gleichzeitig die "wesentlichen Sicherheitsanforderungen" aus dem Anhang I der Richtlinie 87/404 (z. B. zulässige Spannung) beachtet werden. Sobald die Prüfung der technischen Bauunterlagen abgeschlossen ist, können die weiteren Schritte zur Prüfung abgesprochen werden. Dazu gehören die folgenden Prüfungen: · · · Eine Überprüfung der Herstellung von Druckbehältern, die z.B. nach dem AD-Merkblatt HP0 durchgeführt werden kann, die Durchführung von Schweißer- und Verfahrensprüfungen, eine Baumusterprüfung an mindestens einem Druckbehälter jedes Behältertyps

Die ersten beiden Prüfungen können teilweise oder vollständig entfallen, wenn diese zu einem früheren Zeitpunkt bereits durchgeführt wurden und weiterhin Gültig sind. Um die Dokumentation zur Baumusterprüfung abzuschließen, werden neben den genannten Bescheinigungen über die durchgeführten Prüfungen noch weitere Dokumente benötigt. Wir empfehlen, diese Dokumente anhand der folgenden Zusammenstellung zu erstellen: · · Ein Antrag auf Prüfung, der Name und Anschrift des Antragstellers enthält, die Behälterbegleitdokumentation, bestehend aus: o den Fabrikschildangaben, o den Wartungs- und Installationsanweisungen mit dem o Verwendungszweck des Behälters, o einen Hinweis, daß an dem fertigen Behälter keine Schweißarbeiten o durchgeführt werden dürfen, o einen Hinweis, daß der Behälter in Abhängigkeit von den o Bestimmungen des Staates, in dem dieser betrieben wird, weiteren o Prüfungen (z.B. Prüfung der Ausrüstung und wiederkehrenden o Prüfungen) unterliegt. Eine Erklärung, daß dieser Behälter den Anforderungen, die der Prüfung zugrunde gelegt wurden, entspricht. Diese Erklärung enthält die Anschrift oder das Firmenzeichen des Herstellers. Ein Dokument, aus dem ersichtlich ist, welche Prüfungen (z. B. Durchstrahlungsprüfung, Maßkontrolle) in welchem Umfang während der Herstellung durchgeführt werden.

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Ein Herstellungsbericht, aus dem für alle hergestellten Behälter die oben angegebenen Daten und Prüfbescheinigungen zum Beispiel über Fabriknummern, zugeordnet werden können.

Die hier aufgeführten Unterlagen können gleichzeitig mit der Zeichnung eingereicht werden. Neben den Unterlagen für die Prüfungen ist es erforderlich, zwischen dem Hersteller und der Zertifizierungsstelle für einfache Druckbehälter einen sogenannten "Prüfzeichenvertrag" abzuschließen, der die Grundlage für die Ausstellung des Zertifikates bildet. Das Zertifikat wird nach erfolgreichem Abschluß der Prüfungen ausgestellt. Nach Ausstellung des Zertifikates kann mit der Herstellung der Druckbehälter begonnen werden. Für die Ausstellung und Nutzung des Zertifikates wird jährlich eine Gebühr erhoben, deren Höhe von der Anzahl der durchgeführten Baumusterprüfungen abhängt. Die Prüfung der Druckbehälter während der Herstellung erfolgt bei einem Druckinhaltsprodukt von mehr als 3000 bar*l durch einen Mitarbeiter der Zertifizierungsstelle, der über diese Prüfung auch eine Bescheinigung ausstellt. Bei einem Druckinhaltsprodukt von gleich oder weniger als 3000 bar*l bleibt es dem Hersteller überlassen, ob die Prüfungen durch einen Beauftragten des Herstellers oder durch einen Mitarbeiter der Prüfstelle durchgeführt werden. Sofern die Prüfungen durch einen Beauftragten der Herstellers durchgeführt werden, unterliegt die Herstellung der Druckbehälter bei einem Druckinhaltsprodukt von mehr als 200 bar*l der Überwachung durch die Zertifizierungstelle. Im Regelfall wird der Herstellungsort zweimal jährlich zu Zwecken der Überwachung besucht.

Für weiter Fragen wenden Sie sich bitte an: TÜV Süddeutschland Komepetenzzentrum Druckgeräte Norbert Bauer Tel. +49 (0)89 ­ 5791 ­ 1870 E-mail: [email protected]

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