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November 2005

Europäisches Multicenter Audit ­ Mangelernährung im Krankenhaus Nutrition day in European Hospitals

Einleitung:

Mangelernährung ist ein Problem bei 15-40% stationär aufgenommenen Patienten. Prognose und Morbidität von Patienten mit mitgebrachter oder erworbener Mangelernährung ist deutlich schlechter als jene von normal ernährten Patienten1-3. Mangelernährung bei Aufnahme ins Krankenhaus ist mit einem höheren Risiko für einen längeren Krankenhausaufenthalt und eine verzögerte Genesung verbunden. Darüber hinaus ist bei einer nicht unbedeutenden Anzahl Patienten die tägliche Nahrungsaufnahme im Krankenhaus deutlich niedriger als empfohlen. Die Inzidenz für Komplikationen wie z.B. nosokomiale Infektionen, schlechte Lungenfunktion, und verlängerte Bettlägerigkeit ist bei diesen Patienten erhöht4. Es wurde außerdem gezeigt, dass die Mortalität bis zu achtmal höher sein kann und ein nicht selbstständiges Leben nach Entlassung aus dem Krankenhaus bis zu dreimal häufiger ist 5 6. Das Ausmaß dieses Problems in Europa wurde 2001 untersucht 7 8. Die fünf größten Hindernisse für eine ausreichende Ernährung im Krankenhaus waren: - keine klare Definition der Verantwortlichkeit - nicht ausreichende Ausbildung des Krankenhauspersonals - unzureichende Möglichkeiten der Einflussnahme von Patientenvertretungen - mangelnde Kooperation zwischen den die Patienten betreuenden Personen - mangelndes Engagement der Krankenhausverwaltung. Die Problematik hat eine rezente Resolution des Europarates (,,Resolution ResAP (2003)3 über die Verpflegung und Ernährungsversorgung in Krankenhäusern"), die von 18 Staaten unterzeichnet wurde, behandelt (https://wcm.coe.int/rsi/CM/index.jsp ). Diese politische Willenserklärung soll durch ein klinisches Projekt ,,NutritionDay in European Hospitals", das sich mit der Realität von Ernährung und Mangelernährung auf einzelnen Stationen beschäftigt, praktische Konsequenzen zeigen.

Das Projekt hat den Fokus auf die Realität von Ernährung und Mangelernährung auf einzelnen Stationen gerichtet. Dem Projekt liegt die Hypothese zu Grunde, dass für die effektive Durchführung von Veränderungen auf der Ebene von Strukturen, deren Aufgabe die direkte Betreuung von Patienten ist, es notwendig ist, die relevanten Fakten zu kennen und die Unterstützung des Krankenhauses sowie von Patientenorganisationen zu erhalten. Das Rückgrat dieses drei Jahre dauernden Projektes, ,,NutritionDay in European Hospitals" ist ein jährlich wiederkehrendes multizentrisches Audit der aktuellen Ernährungspraxis und ihrer Veränderungen in europäischen Krankenhäusern an einem einzigen Untersuchungstag. Das Interesse gilt der Station als Organisationseinheit (unmittelbare Betreuungseinheit einer Gruppe von Patienten) innerhalb des Krankenhauses mit allen ihren spezifischen Eigenschaften, Patientenpopulation und lokalen Kultur. Im Rahmen dieses Projektes werden die dafür notwendigen harmonisierten Erhebungsinstrumente in den meisten europäischen Sprachen zur Verfügung gestellt und die Infrastruktur für eine gemeinsame Analyse geschaffen. Das Projekt will: eine ,,Landkarte" der Prävalenz der Mangelernährung in europäischen Krankenhäusern erstellen. Wissen über unzureichende Nahrungsaufnahme in Zusammenhang mit Risikofaktoren, medizinischer Fachrichtung, Organisationseinheiten und Ländern in europäischen Krankenhäusern gewinnen. das Bewusstsein über die Bedeutung der klinischen Ernährung für die Genesung bei Patienten, dem Krankenhauspersonal und der Krankenhausverwaltung.

Methoden:

Internationales, multinationales, cross-sektionales Audit auf allen Stationen, einschließlich Intermediate-Care, Rehabilitationszentren, Langzeitbetreuungseinrichtungen. Intensivmedizinische Stationen sind ausgeschlossen.

Die Datenerhebung gliedert sich in vier Teile:

1. 2. 3. Organisation und Struktur der Station: (1 Blatt/Station) Fragebogen über alle Patienten der Station am "Nutrition Day": (1 Zeile/Patient) inklusive 30 Tage Outcome. Fragebogen für den individuellen Patienten: (ein Blatt/Patient).

Alle Fragebögen wurden von den Nationaldelegierten der ESPEN in ihre Sprachen übersetzt (Abb.1).

Die Richtigkeit der Übersetzung wurde nach Rückübersetzung in die ,,Mastersprachen" Deutsch oder Englisch im Koordinierungszentrum überprüft.

Rekrutierungsplan:

Die geplante Zahl von 5000-10000 erfassten Patienten sollte durch 5-50 Stationen mit 20-30 Betten pro teilnehmenden Land erreicht werden. Um die Daten auch fachrichtungsspezifisch auszuwerten sind mindestens 10 Stationen pro Fachrichtung nötig. Innerhalb der Fachrichtung müssen mindestens 20 Patienten pro Diagnose Code untersucht worden sein. Die Stationen werden durch die nationalen Gesellschaften für klinische Ernährung, sowie im Rahmen von nationalen und internationalen Kongressen zur Teilnahme eingeladen. Das Ziel ist das ganze Spektrum von verschiedenen Stationen und Krankenhäusern unterschiedlicher Größe zu erfassen.

Datensicherheit:

Die erhobenen Daten werden anonymisiert analysiert und jeder Station die eigenen Ergebnisse zur Verfügung gestellt.

Internationales Koordinations- und Planungsteam:

Ao Prof. Michael Hiesmayr, Abteilung für Herz-Thorax-Anästhesie und Intensivmedizin; Medizinische Universität Wien. Dr.rer.nat. Karin Schindler, Abteilung für Endokrinologie und Stoffwechsel; Medizinische Universität Dr. Almuth Schöniger-Hekele, Abteilung für Herz-Thorax-Anästhesie und Intensivmedizin; Medizinische Universität Wien. Mag.rer.nat. Romana Schlaffer, Arbeitsgemeinschaft für Klinische Ernährung, Wien

Coinvestigator:

ESPEN (European Society for clinical nutrition and metabolism) Arbeitsgemeinschaft für Klinische Ernährung (AKE)

Scientific Advisory board:

J. Kondrup, Danemark, M. Pirlich, Berlin, I. Grecu, Bucarest, S. Schneider, Nice, P. Howard, Bristol, C. Jonkers, Amsterdam, A. Laviano, Rome

Adresse:

Abteilung für Herz-Thorax-Anästhesie und Intensivmedizin; Medizinische Universität Wien.Waehringer Guertel 18-20, A-1090 Vienna Email: [email protected] Tel:+43-1-40400-4109 Fax: +43-1-40400-4110 URL: www.nutritionday.org

Literatur:

1. Kondrup J, Johansen N, Plum LM, Bak L, Larsen IH, Martinsen A, et al. Incidence of nutritional risk and causes of inadequate nutritional care in hospitals. Clin Nutr 2002;21(6):461-8. 2. Kondrup J, Rasmussen HH, Hamberg O, Stanga Z. Nutritional risk screening (NRS 2002): a new method based on an analysis of controlled clinical trials. Clin Nutr 2003;22(3):321-36. 3. Kondrup J. Proper hospital nutrition as a human right. Clin Nutr 2004;23(2):135-7. 4. Sungurtekin H, Sungurtekin U, Balci C, Zencir M, Erdem E. The influence of nutritional status on complications after major intraabdominal surgery. J Am Coll Nutr 2004;23(3):227-32. 5. Sullivan DH, Sun S, Walls RC. Protein-energy undernutrition among elderly hospitalized patients: a prospective study. Jama 1999;281(21):2013-9. 6. Sullivan DH, Bopp MM, Roberson PK. Protein-energy undernutrition and lifethreatening complications among the hospitalized elderly. J Gen Intern Med 2002;17(12):923-32. 7. Beck AM, Balknas UN, Camilo ME, Furst P, Gentile MG, Hasunen K, et al. Practices in relation to nutritional care and support--report from the Council of Europe. Clin Nutr 2002;21(4):351-4. 8. Beck AM, Ovesen L. At which body mass index and degree of weight loss should hospitalized elderly patients be considered at nutritional risk? Clin Nutr 1998;17(5):195-8.

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