Read 1-20236.pdf text version

Enantone-Gyn Monats-Depot-Zweikammerspritze

2. Qualitative und quantitative Zusammensetzung Eine Zweikammerspritze mit 44,15 mg Pulver und 1 ml Lösungsmittel enthält: 3,75 mg Leuprorelinacetat, entsprechend 3,57 mg Leuprorelin. Sonstiger Bestandteil: Carmellose-Natrium, 5 mg / Zweikammerspritze Die vollständige Auflistung der sonstigen Bestandteile siehe Abschnitt 6.1. 3. Darreichungsform Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Injektionssuspension. Zweikammerspritze mit weißem Pulver und klarem, farblosem Lösungsmittel. 4. KLINISCHE ANGABEN 4.1 Anwendungsgebiete Enantone-Gyn Monats-Depot wird angewendet bei Erwachsenen. · Symptomatische, laparoskopisch gesicherte Endometriose bei Frauen über 18 Jahren, wenn eine Unterdrückung der ovariellen Hormonbildung angezeigt ist, sofern die Erkrankung nicht primär einer chirurgischen Therapie bedarf. · Symptomatischer Uterus myomatosus, wenn eine Unterdrückung der ovariellen Hormonbildung angezeigt ist, als präoperative Maßnahme zur Volumenreduktion einzelner Myome bei vorgesehener Myomenukleation oder Hysterektomie. · Präoperative Endometriumabflachung vor geplanten operativen hysteroskopischen Eingriffen, z.B. Endometriumablation oder Resektion. · Mammakarzinom prä- und perimenopausaler Frauen, bei denen eine endokrine Behandlung angezeigt ist. 4.2 Dosierung, Art und Dauer der Anwendung Zur subkutanen Anwendung. Die Anwendung von Enantone-Gyn Monats-Depot soll nur unter Überwachung eines erfahrenen Gynäkologen oder eines in der Tumortherapie erfahrenen Arztes erfolgen. Dosierung: Einmal monatlich eine Enantone-Gyn Monats-Depot ­ Zweikammerspritze s.c. Dauer der Anwendung: Uterus myomatosus: Zur Therapie des Uterus myomatosus ist die Dauer der Anwendung auf einen Zeitraum von 6 Monaten zu begrenzen. Endometriose: Die Dauer der Anwendung von Enantone-Gyn Monats-Depot als Monotherapie bei Endometriose beträgt höchstens 6 Monate. Die Therapiedauer kann bis zu 1 Jahr betragen, wenn über den gesamten 1-Jahreszeitraum zusätzlich 5 mg Norethisteronacetat 1 x täglich und 1000 mg Calcium 1 x täglich als add-backTherapie eingesetzt werden. Wiederholungsbehandlungen sollten nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den behandelnden Arzt erfolgen. Dazu gehört die Bestimmung der Knochendichte vor Beginn einer eventuellen Wiederholungstherapie (siehe Abschnitt 4.4). Endometriumabflachung: Zur Endometriumabflachung wird 5-6 Wochen vor geplanten operativen hysteroskopischen Eingriffen eine Injektion Enantone-Gyn Monats-Depot s.c. verabreicht. Die Injektion sollte zwischen Tag 3 und Tag 5 des Menstrual-Zyklus erfolgen. Der Therapieerfolg kann sonographisch nach Messung der Endometriumdicke im Ultraschall evaluiert werden. Erscheint eine zweite Injektion Enantone-Gyn Monats-Depot indiziert, so erfolgt diese einen Monat nach der Erstinjektion. Mammakarzinom: Bei Mammakarzinom-Patientinnen ist die Therapie in der Regel eine Langzeitbehandlung. Dosisanpassung bei speziellen Patientengruppen Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion und bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion ist keine Dosisanpassung erforderlich. Art der Anwendung: Die Suspension ist vor der Gabe frisch zuzubereiten. Anweisungen zur Vorbereitung der Zweikammerspritze siehe Abschnitt 6.6. Die Injektion soll subkutan erfolgen. Die Injektionsstelle ist monatlich zu wechseln. Dabei kann die subkutane Injektion in die Bauchhaut, das Gesäß oder z.B. den Oberschenkel erfolgen. Eine versehentliche intraarterielle Injektion ist aufgrund tierexperimenteller Befunde (Thrombosierung kleiner Gefäße distal des Applikationsortes) unbedingt zu vermeiden. 4.3 Gegenanzeigen · Überempfindlichkeit gegen Leuprorelin oder andere GnRH-Analoga, Poly-(DL-Lactid-glycolid), oder einen anderen Bestandteil des Präparates · Prämaligne oder maligne Veränderungen des Endometriums (bei Endometriumablation/Endometriumresektion) · nicht abgeklärte vaginale Blutungen · intraarterielle Injektion · Schwangerschaft und Stillzeit 4.4 Besondere Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung Besondere Vorsicht ist geboten bei Patientinnen mit zusätzlichen Risikofaktoren in Hinblick auf eine Osteoporose (chronischer Alkohol- und Nikotinabusus, gehäuftes familiäres Auftreten osteoporotischer Erscheinungen, Langzeittherapie mit Antikonvulsiva und Corticoiden). Bei Patienten, die mit GnRH Agonisten (Gonadotropin-Releasing-Hormon Agonisten), wie Leuprorelin, behandelt werden, besteht ein erhöhtes Risiko für Depressionen (die schwerwiegend sein können). Die Patienten sind über dieses Risiko aufzuklären, und im Falle auftretender Symptomatik entsprechend zu behandeln. Patientinnen mit drohenden neurologischen Komplikationen oder Wirbelsäulenmetastasen sollten während der ersten Behandlungswochen unter ständiger, möglichst stationärer Überwachung stehen. Orale Kontrazeptiva ("Antibabypille") sind vor Behandlungsbeginn mit Enantone-Gyn Monats-Depot abzusetzen. Zur Sicherheit sollten während der gesamten Behandlung andere Maßnahmen zur Verhütung einer Schwangerschaft durchgeführt werden, z.B. mechanische Verhütungsmittel wie Kondome. Die 1. Injektion sollte etwa am 3. Tag der Menstruation erfolgen, um eine bestehende Schwangerschaft weitgehend auszuschließen. Im Zweifelsfall wird die Durchführung eines Schwangerschaftstests empfohlen. Enantone-Gyn Monats-Depot sollte in möglichst genauen monatlichen Abständen verabreicht werden. Eine ausnahmsweise Verschiebung des Injektionstermines um einige Tage beeinträchtigt den Therapieerfolg nicht, erhöht jedoch das Risiko von Zwischenblutungen. In sehr seltenen Fällen kann es bei Behandlung mit GnRH-Analoga zu einer irreversiblen Menopause kommen. Dies wurde bis jetzt bei Enantone-Gyn Monats-Depot nicht beobachtet. Bei der Behandlung der Endometriose sollte darauf geachtet werden, dass bei der Therapie eines leichten Erscheinungsbildes eine sorgfältige Nutzen-Risiko Abschätzung aufgrund der späteren hohen Rezidivrate erfolgt. Es sollte allerdings auch berücksichtigt werden, dass sich die Rezidivrate weiter erhöht, je weiter fortgeschritten das Stadium der Endometriose zum Zeitpunkt der Therapie ist. Bei schweren Formen der Endometriose sollte im Anschluss an die Therapie mit Enantone-Gyn Monats-Depot eine eventuelle chirurgische Nachbehandlung in Betracht gezogen werden. Der Einsatz von Enantone-Gyn Monats-Depot im Rahmen der Behandlung von Uterus myomatosus dient vornehmlich einer Verkleinerung des Myoms, hervorgerufen durch den Hormonentzug, wodurch die Operationsvoraussetzungen für eine Myomenukleation bzw. eine Hysterektomie günstig beeinflusst werden. Zur Beurteilung des Therapieerfolges bei Mammakarzinom sollen zu den üblichen Kontrolluntersuchungen noch klinische Untersuchungen zur Überprüfung bzw. Abklärung der Metastasen und/oder des Lokalrezidivs durchgeführt werden. Durch das medikamentös ausgelöste Östrogendefizit kann es zu einer Abnahme der Knochendichte kommen, die nach sechs Monaten mit dem stillender, postmenopausaler oder ovarektomierter Frauen vergleichbar ist. Entsprechende Befunde können sich nach Beendigung der Behandlung weitgehend zurückbilden. Nach Absetzen der Therapie kann sich die Knochendemineralisierung in Abhängigkeit von der Lokalisation innerhalb von 3 - 6 Monaten zurückbilden. Bei einem Teil der Patientinnen kann diese Rückbildung über diesen Zeitraum hinaus dauern. Die gleichzeitige Gabe von Norethisteronacetat reduziert den Knochenmineralverlust signifikant, wobei zusätzlich ein geeignetes Calciumpräparat 1000 mg 1 x täglich zur Verringerung der Knochendemineralisation empfohlen wird. Dies ermöglicht bei Endometriosepatientinnen eine Verlängerung der Anwendungsdauer von bisher 6 auf 12 Monate (siehe Abschnitt 4.2). Patientinnen mit hohem Blutdruck sollen besonders sorgfältig überwacht werden. Nach der Markteinführung sind sehr selten Fälle von Hypophysenapoplexie (klinisches Syndrom im Gefolge eines Hypophyseninfarkts) nach Verabreichung von GnRH-Agonisten berichtet worden. Die meisten Fälle traten innerhalb von 2 Wochen nach der ersten Dosis auf, eine kleinere Anzahl auch innerhalb der ersten Stunde, und gingen mit plötzlich auftretenden Kopfschmerzen, Erbrechen, Veränderungen des Sehvermögens, Ophthalmoplegie, verändertem Geisteszustand und zuweilen mit Kreislaufzusammenbruch einher. Bei der Mehrheit dieser Fälle wurde ein Hypophysenadenom diagnostiziert. Solche Fälle bedürfen einer sofortigen ärztlichen Versorgung. Unter der Behandlung mit Enantone-Gyn kann es zu einer Erhöhung des Zervixwiderstandes kommen, so dass eine Zervixdilatation mit Vorsicht erfolgen sollte. Wie bei anderen LHRH-Agonisten kann bei gleichzeitiger Anwendung von Enantone-Gyn mit Gonadotropinen ein ovarielles Hyperstimulationssyndrom (OHSS) auftreten. Enantone-Gyn Monats-Depot enthält Natrium, aber weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro ml. 4.5 Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln und sonstige Wechselwirkungen Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt geworden. 4.6 Fertilität, Schwangerschaft und Stillzeit Während Schwangerschaft und Stillzeit ist Enantone-Gyn Monats-Depot kontraindiziert. Im Laufe der Therapie kommt es zu einer Senkung der Sexualhormonspiegel, sodass ein späterer Eintritt einer Schwangerschaft nicht zu erwarten ist. Ergebnisse über die Fertilitätsrate nach Therapieende aus kontrollierten Studien liegen nicht vor. Bei Langzeitbeobachtungen in offenen Studien traten Schwangerschaften bei vorher infertilen Frauen ein. 4.7 Auswirkungen auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen Es wurden keine Studien zu den Auswirkungen von Enantone-Gyn Monats-Depot auf die Verkehrstüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen durchgeführt. Die Fähigkeit, ein Fahrzeug zu führen oder Maschinen zu bedienen kann aufgrund von Ermüdungs-erscheinungen und Schwindel beeinträchtigt sein, die als mögliche Nebenwirkungen der Behandlung auftreten oder Folgen der zugrundeliegenden Erkrankung sein können.

4.8 Nebenwirkungen Aufgrund des Entzuges der Geschlechtshormone kann es zum Auftreten von Nebenwirkungen kommen. Die Häufigkeiten von Nebenwirkungen sind wie folgt definiert: sehr häufig (1/10), häufig (1/100, <1/10), gelegentlich (1/1.000, <1/100), selten (1/10.000, <1/1.000), sehr selten (<1/10.000), nicht bekannt (Häufigkeit auf Grundlage der verfügbaren Daten nicht abschätzbar). In der Initialphase der Therapie kommt es zu einem kurzfristigen Anstieg des Serumöstradiols mit nachfolgendem Abfall auf Werte, wie sie in der Postmenopause vorliegen. Durch diesen kurzfristigen Anstieg des Serumöstradiols kann es zum Auftreten von Ovarialzysten kommen. In den meisten Fällen kommt es in den ersten Wochen der Behandlung zu einer Blutung und nachfolgend zu einer Amenorrhoe. Häufig treten Zwischenblutungen auf. Bei Therapiebeginn kann, speziell bei Mammakarzinom-Patientinnen, eine vorübergehende Verstärkung bestimmter Krankheitszeichen (z.B. Knochenschmerzen, Laborwertveränderungen) auftreten, die symptomatisch behandelt werden. Erkrankungen des Immunsystems sehr selten: allgemein allergische Reaktionen (Fieber, Hautausschlag), anaphylaktische Reaktionen Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen sehr häufig: Gewichtszunahme, erhöhter Appetit häufig: Appetitverminderung gelegentlich Gewichtsabnahme Psychiatrische Erkrankungen sehr häufig: Stimmungsschwankungen, Depression gelegentlich Nervosität, Schlafstörungen Erkrankungen des Nervensystems häufig: Kopfschmerz gelegentlich migräneartige Kopfschmerzen, Gedächtnisstörungen, Schwindel, Parästhesien/Taubheitsgefühl sehr selten: vorübergehende Geschmacksveränderungen Wie auch bei anderen Arzneimitteln dieser Stoffklasse wurde in sehr seltenen Fällen über eine Apoplexie der Hypophyse nach initialer Verabreichung von Leuprorelin bei Patienten mit Hypophysenadenom berichtet. Augenerkrankungen gelegentlich Sehstörungen Herzerkrankungen gelegentlich Herzklopfen Gefäßerkrankungen sehr häufig: Hitzewallungen häufig: Lymphödeme gelegentlich Kreislaufschwäche sehr selten: Blutdruckveränderungen (Hypertonie oder Hypotonie) Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums gelegentlich Atembeschwerden Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts häufig: Übelkeit, Erbrechen gelegentlich Durchfall, Verstopfung, abdominelle Beschwerden Leber- und Gallenerkrankungen häufig: Anstiege von Serumcholesterin, Transaminasen (AST, ALT), Gamma-GT, LDH und alkalischer Phosphatase, die jedoch Ausdruck der Grundkrankheit sein können Erkankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes häufig: Juckreiz, Veränderung der Kopf- oder Körperbehaarung (Abnahme/Zunahme), Akne, trockene Haut Skelettmuskulatur., Bindegewebs- und Knochenerkrankungen häufig: Rückenschmerzen, Muskelschwäche sehr selten: Glieder-, Gelenk-, Brustkorb- oder Muskelschmerzen nicht bekannt: Verringerung der Knochenmasse bei Langzeittherapie (siehe Abschnitt 4.4) Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse sehr häufig: Schmierblutungen, Veränderung/ Abnahme der Libido, trockene Vagina, Größenab- oder Zunahme der Brust häufig: Vaginitis, Ausfluss Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort sehr häufig: Schwitzen häufig: Ödeme, Rötungen oder Lokalreaktionen an der Injektionsstelle, die sich in der Regel auch bei fortgesetzter Behandlung zurückbildeten, Müdigkeit, Benommen-heit, Schwächegefühl und Verminderung der körperlichen Leistungsfähigkeit 4.9 Überdosierung Intoxikationssymptome wurden bisher nicht beobachtet. Selbst bei Verabreichung von Dosen bis zu 20 mg Leuprorelinacetat pro Tag über zwei Jahre, die bei ersten klinischen Studien Anwendung fanden, konnten keine anderen bzw. neuen Nebenwirkungen, die sich von denen nach täglicher Applikation von 1 mg oder monatlicher Applikation von 3,75 mg unterschieden, gefunden werden. Im Falle einer erheblichen Überdosierung wird geraten, die Patienten zu beobachten und nötigenfalls symptomatisch zu behandeln. 5. PHARMAKOLOGISCHE EIGENSCHAFTEN 5.1 Pharmakodynamische Eigenschaften Pharmakotherapeutische Gruppe: Gonadotropin-Releasing-Hormon-Analoga. ATC-Code: L02AE02. Leuprorelinacetat, der wirksame Bestandteil von Enantone-Gyn Monats-Depot, ist ein parenteral anwendbares synthetisches Nonapeptid, ein Analogon des natürlich vorkommenden hypothalamischen "Releasing-Faktors" GnRH, der die Freisetzung der gonadotropen Hormone LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikelstimulierendes Hormon) aus dem Hypophysenvorderlappen kontrolliert. Diese Hormone stimulieren ihrerseits die ovarielle Steroidsynthese. Im Gegensatz zum physiologischen GnRH, das pulsatil vom Hypothalamus freigesetzt wird, blockiert das, auch als LH-RH-Agonist bezeichnete Leuprorelinacetat bei therapeutischer Daueranwendung die GnRH-Rezeptoren der Hypophyse kontinuierlich und verursacht deren Desensibilisierung ("down-regulation"). Als Folge kommt es nach einer initialen kurzfristigen Stimulation zu einer reversiblen hypophysären Suppression der Gonadotropin-Freisetzung mit gleichzeitigem Abfall des Estradiol (E2)-Spiegels auf Werte, die nach einer Ovarektomie oder in der Postmenopause erreicht werden und zu einem Ausbleiben der Regelblutung. Aus der Kenntnis dieser pharmakologischen Wirkungsmechanismen ergeben sich für Leuprorelinacetat folgende Therapieansätze bei hormonabhängigen, gynäkologischen Erkrankungen. Klinische und pharmakologische Studien haben gezeigt, dass die Unterdrückung der Fertilität nach Absetzen einer 24-wöchigen kontinuierlichen Leuprorelinacetat-Applikation voll reversibel war. Die Regelblutung setzt im Mittel ca. 3 Monate nach Ende der empfohlenen 6-Monats-Therapie wieder ein. Endometriose Östrogene stimulieren das Wachstum von Endometriumgewebe. Unter Enantone-Gyn Monats-Depot kommt es nach einem anfänglichen kurzfristigen E2-Anstieg zu einem nachfolgenden Abfall der Werte bis in den postmenopausalen Bereich (E2 <30 pg/ml). Dieser hypoöstrogene Zustand bleibt während der gesamten Therapiedauer zuverlässig erhalten und führt zu atrophischen Veränderungen am uterinen und ektopischen Endometriumgewebe. Dies führt im Verlauf der Behandlung zum Verschwinden von Endometrioseherden, verhindert die Bildung neuer Endometrioseimplantate und reduziert Adhäsionen, was letztendlich zur Abnahme von Schmerzen und typischen Symptomen führt. Bei zusätzlicher add-back-Therapie mit Norethisteronacetat setzt die Regelblutung ca. 2 Monate nach Ende der 1-Jahrestherapie wieder ein. Uterus myomatosus Östrogene wirken stimulierend auf das Wachstum des Uterus myomatosus. Durch Enantone-Gyn Monats-Depot wird eine pseudomenopausale Situation mit Östrogendefizit hergestellt, die zu einer Reduktion der Myomgröße und damit verbunden zu einer Besserung oder Beseitigung menorrhagischer oder metrorrhagischer Beschwerden und abdominaler Schmerzen führt. Durch Sistieren der Blutung können sich Hämoglobin und Hämatokrit normalisieren. Endometriumablation und Resektion Durch Induktion eines hypoöstrogenen Zustandes nimmt die Dicke des Endometriums ab und die Oberflächenstruktur wird glatt. Die Durchblutung des Endometriums wird vermindert und die Oberfläche des cavum uteri durch Volumenreduktion des Uterus verkleinert. Dies führt bei operativen hysteroskopischen Eingriffen zu besseren Sichtverhältnissen, kürzerer Operationszeit, weniger Blutverlust und verminderter Reabsorption von Spülflüssigkeit. Mammakarzinom Die Behandlung mit Enantone-Gyn Monats-Depot führt durch Abfall des Estradiolspiegels zur Wachstumshemmung hormonabhängiger prä- und perimenopausaler Mammakarzinome und gilt als Alternative zur Ovarektomie. 5.2 Pharmakokinetische Eigenschaften Resorption: Der Wirkstoff Leuprorelinacetat wird nach Injektion der Enantone-Gyn Monats-Depot Suspension kontinuierlich aus dem Copolymer, bestehend aus Glykol-

säure und Milchsäure im Verhältnis 1:3, über den Zeitraum von einem Monat freigesetzt. Das Copolymer wird dabei wie chirurgisches Nahtmaterial resorbiert. Die Bioverfügbarkeit, berechnet durch Vergleich mit der AUC einer i.v. Gabe von 1 mg Leuprorelinacetat, beträgt nach 28 Tagen für die Depotformulierung von Leuprorelinacetat 98%, gemessen bei Männern; die Bioverfügbarkeit bei Frauen liegt nach einer vorliegenden Untersuchung niedriger (bei 62 75%). Verteilung: Das Verteilungsvolumen von Leuprorelinacetat beträgt bei Männern 36 l, die totale Clearance liegt bei 139,6 ml/min. Metabolisierung: An gesunden Probanden wurde nach intravenösen Gaben von 1 mg Leuprorelinacetat eine terminale Eliminationshalbzeit von ca. 3 Stunden bestimmt. In Tierversuchen wurde gezeigt, dass das Nonapeptid Leuprorelinacetat in vier kleinere, inaktive Peptide metabolisiert wird, die weiter abgebaut werden. Ausscheidung: Nach Verabreichung von 3,75 mg Leuprorelinacetat wurden weniger als 5% dieser Dosis unverändert und als Metabolit im Urin ausgeschieden. Patienten mit Niereninsuffizienz: Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion wurden nach Gabe von Depotsuspension teilweise höhere Serumspiegel an Leuprorelinacetat gemessen. Klinisch scheint diese Beobachtung jedoch ohne Relevanz. Patienten mit Leberinsuffizienz: Bei Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion wurden nach Gabe von Depotsuspension verminderte Serumspiegel an Leuprorelinacetat gemessen. Klinisch scheint diese Beobachtung jedoch ohne Relevanz. 5.3 Präklinische Daten zur Sicherheit Aus den präklinischen Untersuchungen sind bisher keine speziellen Risken für die klinische Anwendung am Menschen bezüglich Toxizität wiederholter Gaben, Gentoxizität, Karzinogenität oder Reproduktionstoxizität bekannt. Toxizität wiederholter Gaben: Studien zur chronischen Toxizität wurden an Ratten und Hunden über 13 Wochen (subkutane oder intramuskuläre Injektion von bis zu 8 mg Leuprorelinacetat/kg KG pro Woche) und über 12 Monate (subkutane Applikation bis zu 32 mg Leuprorelinacetat/kg KG pro Monat) durchgeführt. Bei allen Dosierungen kam es zu lokalen Hautläsionen an der Injektionsstelle und zu atrophischen Veränderungen an den Reproduktionsorganen aufgrund der endokrinologischen Wirkung der Substanz. Karzinogenität: Karzinogenitätstudien wurden über zwei Jahre an Ratten und Mäusen durchgeführt. Bei Ratten zeigte sich eine dosisabhängige Zunahme von Hypophysenadenomen. Diese Beobachtung wurde bei der gleichen Tierart bereits früher auch für eine chirurgische Kastration gemacht und kann als artspezifische Reaktion der Ratte angesehen werden. Auch nach kontinuierlicher Langzeittherapie von über 2 Jahren Dauer bei Patienten mit Prostatakarzinom mit hohen Dosen Leuprorelinacetat (20 mg/Tag) traten keine nachweisbaren Anomalien der Hypophyse auf. Mutagenität: In-vitro und in-vivo Untersuchungen mit Leuprorelinacetat zum Nachweis von Gen- und Chromosomenmutationen ergaben keinen Hinweise auf ein mutagenes Potential. Reproduktionstoxizität: Untersuchungen an Ratten und Kaninchen haben keine Hinweise auf ein teratogenes Potential ergeben. Embryotoxische/embryoletale Wirkungen wurden beim Kaninchen bei Dosen über 0,24µg/kg beobachtet. 6. PHARMAZEUTISCHE ANGABEN 6.1 Liste der sonstigen Bestandteile Pulver: Poly-(DL-Lactid-glycolid), Mannitol, Gelatine. Lösungsmittel: Carmellose-Natrium, Mannitol, Polysorbat 80, Wasser für Injektionszwecke. 6.2 Inkompatibilitäten Nicht zutreffend. 6.3 Dauer der Haltbarkeit Pulver und Lösungsmittel sind 3 Jahre haltbar. Bei Auftreten einer Verfärbung des Pulvers und/oder Trübung des klaren Lösungsmittels vor der Suspendierung darf die Zweikammerspritze nicht mehr verwendet werden. Die fertige Suspension ist in der Regel aus mikrobiologischer Sicht nach der Herstellung sofort zu verwenden; sie kann aber in Ausnahmefällen bei Temperaturen unter 25°C aufbewahrt und bis zu 24 Stunden nach der Herstellung verwendet werden, wobei die Sterilität gesichert sein muss. In diesem Fall muss die Suspension vor der Injektion noch einmal aufgeschüttelt werden. Bei nicht sofortiger Anwendung unterliegen Aufbewahrungszeiten und Bedingungen vor Gebrauch der Verantwortung des Benutzers. 6.4 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Aufbewahrung Die Zweikammerspritze mit Pulver und Lösungsmittel sollte nicht über 25°C gelagert und in der Originalverpackung aufbewahrt werden, um den Inhalt vor Licht zu schützen. 6.5 Art und Inhalt des Behältnisses 1 Zweikammerspritze enthält 44,15 mg Pulver und 1 ml Lösungsmittel. Die Zweikammerspritze (Glas EP Typ I) mit aufgesetzter Nadel, Luer-Lock-Verschluss (Polypropylen) und Stopfensystem (Chlorbutyl-Gummi) ist versiegelt in einer Blisterpackung. 6.6 Besondere Vorsichtsmaßnahmen für die Beseitigung und sonstige Hinweise zur Handhabung Nur zur einmaligen Entnahme. Nach der Zubereitung entsteht eine milchig-trübe Suspension. Bei Auftreten einer Verfärbung des Pulvers und/oder Trübung des klaren Lösungsmittels vor der Suspendierung darf die Zweikammerspritze nicht mehr verwendet werden. Handhabungshinweis zur Herstellung der Suspension: 1. Spritzenstempel bis zum Anschlag eindrehen. 2. Spritze mit der Nadel senkrecht nach oben halten. 3. Stempel langsam vorschieben, bis der Stopfen die blaue Markierung erreicht. Das Lösungsmittel fließt über den seitlichen Bypass in die vordere Wirkstoffkammer. 4. Spritzenstempel nicht mehr zurückziehen ! 5. Die weiterhin senkrecht nach oben gehaltene Spritze vorsichtig durch seitwärts gerichtete Bewegungen schütteln oder mit dem Finger klopfen, um den Inhalt gut zu mischen, bis eine homogene, milchige Suspension entsteht. Die Spritze nicht waagrecht oder nach unten halten, da Suspension austreten kann. 6. Vor der Injektion Schutzkappe abziehen (nicht abdrehen!) und die Luft über der Suspension herausdrücken. Die Spritze ist jetzt injektionsbereit. Bei jeder Manipulation ist auf die Gefahr einer mikrobiellen Kontamination zu achten. Keine speziellen Anforderungen für die Beseitigung. 7. Inhaber der Zulassung: Takeda Pharma, Wien. 8. Zulassungsnummer: 1­20236 9. Datum der Erteilung der Zulassung/Verlängerung der Zulassung: 10. November 1993 / 16. September 2005. 10. Stand der Information: Jänner 2012. Verschreibungspflicht/Apothekenpflicht: Rezept- und apothekenpflichtig, wiederholte Abgabe verboten. PKZ: 1 ST IND (2) (EKO: G) [239.50]

Information

3 pages

Report File (DMCA)

Our content is added by our users. We aim to remove reported files within 1 working day. Please use this link to notify us:

Report this file as copyright or inappropriate

649527


You might also be interested in

BETA