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Es zu berühren war für Sigmund Freud oft der letzte Weg, die Seele eines Patienten zu öffnen. Hausfrauen hassen es, Allergiker machen einen

Felle

Fotos: julia christe Text: philip alsen

großen Bogen darum, und wer Angst vor Mardern hat, legt ein Büschel davon in seinen Motorraum: Hundefell. Kurz, glatt, lang, gelockt ­ Fotografin Julia Christe porträtierte für DOGS hündische Haarkleider

Lange Mähne

Was wie ein Pony aussieht, nennen die Perser ,,el Hurr", der Noble. Es gibt kurzhaarige Salukis und wie hier eine langhaarige, ,,befederte" Linie. Sie haben keine Unterwolle, ihr Deckhaar ist weich und geruchlos, Ohren und Rute bedeckt langes Fell.

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Nackt

Chinesische Schopfhunde fühlen sich glatt, weich und warm an. Ihre Haut muss geölt werden, trocknet im Winter aus und kann im Sommer verbrennen. Nackt sind außerdem der Perro sin pelo del Perú und der mexikanische Xoloitzcuintle.

Rauhaar

Das Fell Irischer Wolfshunde ist ein idealer Schutz vor schlechtem Wetter und ein Rüstzeug im Kampf gegen Bären, gegen die sie früher eingesetzt wurden. Weitere rauhaarige Rassen sind Terrier, Rauhaardackel und Schnauzer.

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Drahthaar

Der Deutsch Drahthaar hat ein dicht am Körper anliegendes Deckhaar und eine Unterwolle, die Wasser und widrigem Wetter trotzt. Ähnlich ,,drahtig" sind Airedale-, Fox- und CairnTerrier sowie langhaarige Magyar Vizslas.

Glattes Langhaar

Bei der Zucht von Windhunden, hier ein Afghane, spielt das Haar nur eine optische Rolle. Zur Klasse der ,,ungelockt Langhaarigen" gehören auch Langhaardackel, Barsoi, Malteser und der amerikanische Cockerspaniel.

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Madame, in der Tat, Sie haben Recht! Sicherheit ist etwas WUNDERBARES. Wenn man keine Zigaretten mehr hat, holt man sich Madame, in der Tat, Sie haben Recht! Sicherheit ist etwas Wunderbares. Wenn man keine Zigaretten mehr hat, holt man sich

Langhaar, rau

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Nackt

Kurz & lockig

Der Spanische Wasserhund hat wie der Pudel gelocktes, wolliges Haar, das nicht ausfällt. Lässt man es wachsen, entstehen Filzschnüre, ähnlich wie beim Puli. So ein Fell haben auch Kerry Blue Terrier, American Water Spaniel und Bedlington Terrier.

Raues Langhaar

Bobtails, offiziell Old English Sheepdogs, sind eine ,,nicht menschgemachte" Rasse. Ihr Fell ist warm und dicht, aber sehr pflegeaufwändig. Weitere Rassen: Collie, Bearded Collie, Pyrenäenhütehund, Briard, Cão da Serra de Aires.

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Nackt

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es kann kurz, glatt, lang, seidig oder weich sein.

Rau, gewellt, gelockt oder schlicht. Ein- oder mehrfarbig, geströmt, gefleckt, getigert oder getupft. Aber dabei ist es immer einzigartig. Kein Hund fühlt sich gleich an. Und das, obwohl nüchtern betrachtet nichts Außergewöhnliches am Fell ist: Auf der Haut des Hundes liegen so genannte Haartrichter. Aus jedem Trichter wachsen ein Leithaar und zwei kleine Stammhaare. Gemeinsam bilden die drei das Deckhaar des Hundes, das als eine Art physische Barriere zwischen der Außenwelt und dem Hundekörper wirkt und sogar verhindert, dass schädliche Chemikalien und Mikroben in den Körper eindringen. Die kleinen, um das Haartrio herum wachsenden Härchen nennt man Unterwolle. Eine einfache, aber geniale Konstruktion: Zwischen den Härchen liegt, ähnlich wie bei einer Thermoskanne, ein Luftpolster. Weil Luft ein schlechter Wärmeleiter ist, wird die Körperwärme reflektiert und kalte Luft abgepuffert. Durch Aufrichten oder Anlegen der Haare wird die Wärmeabgabe gesteigert oder verringert. Drüsen in der Haut scheiden Substanzen aus, die dem Fell Glanz verleihen und die Haut von außen nähren. Bei nordischen Hunderassen wie Alaskan Malamute oder Sibirischem Husky funktioniert dieser Wärmeschutz so gut, dass sie problemlos bei Temperaturen unter 40 Grad minus überleben können. In ihrer mehrere Zentimeter dicken Unterwolle wird so viel Luft gespeichert, dass die Kälte gar nicht bis zur Haut durchdringt. Im Sturm lassen sich diese Hunde einschneien, legen ihre Rute wie eine Decke über sich und verschlafen das Unwetter einfach. Doch ,,Nordhunde" sind nicht die einzigen ,,Temperaturkünstler": Neufundländer können stundenlang in eiskaltem Wasser schwimmen, ohne wirklich nass zu werden. Ihre Unterwolle ist bis zu vier Zentimeter dick und so fettig, dass die Haut weder von Wasser noch von Kälte erreicht wird. Die Kehrseite der Medaille: Viel Fell trocknet schlecht. Sind Husky und Neufundländer trotz Unterwolle einmal richtig nass, fangen sie an, nach altem Käse zu riechen. Die Dichte der Haare und ihre Verteilung sind die entscheidenden Faktoren bei der Bestimmung des Felltyps ­ und sie schwankt beträchtlich: Ein Yorkshire-Terrier hat rund 100 Haare pro Quadratzentimeter, ein Finnenspitz dagegen rund 600. Aber auch Hundehaare wachsen und fallen aus. Im Frühjahr und Herbst am stärksten, im Winter kaum. Dass der Wachstumszyklus ins Wanken kommt, hat Gründe: Die Umgebungstemperatur, Tageslänge, Körperhormone, Ernährung, Stress und genetische Einflüsse lassen Hunde haaren. Dann kommt die Zeit der Tierhaarallergiker. Symptome: Dauerschnupfen, Niesanfälle, Bindehautentzündung oder Nesselausschlag. Doch eine Allergie gegen die Hunde selbst ist es meist nicht: ,,Echte Tierhaarallergien sind selten", erklärt ein Allergologe. ,,Meist ist es eine Reaktion auf im Fell hängengebliebene Auslöser wie Blütenpollen, Speichel oder Haarschuppen." Als ,,Geheimtipp" unter Allergikern, die nicht ohne Hund leben wollen, gelten deshalb Pudelmischlinge wie ,,Labradoodles" (Labrador/Pudel), ,,Golden Doodles" (Golden Retriever/Pudel) oder ,,Schnoodles" (Schnauzer/Pudel). Grund: Pudel haaren nicht. Ihr Fell wächst ohne Unterbruch und

muss daher alle paar Wochen getrimmt werden. Und weil Pudelfell sich bei der Vererbung gegenüber langem Fell dominant verhält, bekommen viele, aber nicht alle Mischlinge ein Pudelfell. ,,Allergien sind allerdings sehr individuell", warnt ein Allergologe, ,,und so wie es getestete Tierhaarallergiker gibt, die beim Kontakt mit Hunden gar keine Probleme haben, gibt es auch Nichtallergiker, die in der Nähe von Pudeln Symptome zeigen." Sein Rat: ausprobieren, und zwar, bevor der Hund ins Haus kommt. Schutz vor Kälte, Regen, Hitze und Verletzungen ­ mehr verlangt die Natur nicht vom Fell. Das Stockhaar des Wolfs erfüllt diese Funktionen am besten. Es ist vollkommen gerade, kurz, dicht und hat eine dicke, wasserabweisende Unterwolle. Allerdings sieht es nicht so toll aus und fühlt sich auch nicht schön an. Also half der Mensch nach. Das Fell fast aller der 336 von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannten Rassen ist ,,menschgemacht". Viele der Hunderassen haben heute nicht mal mehr Unterwolle ­ weggezüchtet. Andere ersticken fast im eigenen Haar. Beispiel: Japan Chins. Im Jahr 618 kamen sie als Geschenk des Kaisers von China an den Hof des Tenno, des japanischen Kaisers. Kleine, sehr lebendige Hunde, die den damals in China schon gezüchteten Pekinesen sehr ähnlich sahen. Der Kaiser liebte die Hunde, erklärte sie für heilig und ließ sie anbeten. Wer ihnen Schaden zufügte, riskierte harte Strafen. Besonders gern mochte der Kaiser die langhaarigen Chins. Sie wurden zu beliebten Geschenken, und bald hatte jeder Adelige, der etwas auf sich hielt, eine eigene Zucht. Besonders begehrt waren Hunde mit üppigem Haarkleid. Denn je langhaariger die Hunde, desto größer die Freude des Kaisers. Kurzes Fell verhält sich bei der Vererbung dominant. Heißt: Wer langhaarige Hunde wollte, durfte nur langhaarige Hunde verpaaren, wobei das Einkreuzen neuer Blutlinien verboten war. Die Folge: Wenig Auswahl und jede Menge Inzucht. Mit jeder Generation wurde zwar das Haarkleid der Tiere üppiger, die Hunde wurden hingegen schwächer und schmächtiger. Genau das liebten die Japaner: Die kleinsten Hunde galten als die kostbarsten. Wie Vögel wurden sie in Bambuskäfigen gehalten oder im Ärmel des Kimonos getragen. Der durch sein langes Fell auffällige russische Windhund Barsoi hatte ursprünglich kürzeres Fell, das ideal für die Jagd war. Mit der Hetzjagd stellte im früheren Russland vor allem der Adel Macht und Reichtum zur Schau. Barsois wurden in Meuten gehalten. Als Zar Alexander II. im März 1861 jedoch die Leibeigenschaft aufhob, änderten sich die Privilegien des Adels. Man konnte die Bauern nicht mehr zur Versorgung der Meuten verpflichten, sondern musste sie bezahlen. Dadurch verteuerte sich die Haltung der Hunde. Die Meuten wurden abgeschafft, der einzelne Hund wurde zum Statussymbol. Eine auf Schönheit ausgerichtete Zucht begann. Eine Rasse optisch zu verbessern ist leicht, sie zu entwickeln kompliziert. Amerikanische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass allein für die Vererbung von Farbe und Struktur des Hundefells dreizehn verschiedene Gene verantwortlich sind. Für Züchter neuer Rassen heißt das: Alles ist möglich, das Resultat kaum vorhersehbar.

Wirtschaftlich interessant ist Hundehaar erst seit dem Anfang der 1970er Jahre. Tierschützer schätzen, dass in Asien jährlich rund zwei Millionen Hunde und Katzen für die Pelzproduktion gezüchtet oder von der Straße weggefangen werden. Unter der Bezeichnung ,,GaeWolf", ,,Asia-Wolf" oder ,,Corsa Fox" werden die Felle nach Europa eingeführt und zu Handschuhen, Tascheninnenfutter, Möbelbezügen oder Pelzapplikationen verarbeitet. Die gute Nachricht: Ab dem 1. Januar 2009 wird der Handel mit Hundefellen verboten sein. Die wahre Magie des Hundefells liegt jedoch in seiner Berührung. Mehrere unabhängige Studien ergaben, dass in Stresssituationen schon das sanfte Streicheln eines Hundes den Blutdruck senkt. Bei autistischen oder schwer kontaktgestörten Menschen werden Hunde als ,,Kontaktbrücke" eingesetzt. ,,Ich kann ihm mein Innerstes offenbaren und muss ihm nicht vorspielen, ein respektables Leben zu führen oder ein Genie zu sein, das sein Leben völlig im Griff hat", schrieb Richard Wagner über seinen King Charles Spaniel Peps.

,,Der Hund heilt mit", erkannte auch Sigmund Freud. Der Begründer der Psychoanalyse bekam seinen ersten Hund zwar erst im Alter von 72 Jahren, ein Leben ohne die Chow-Chow-Hündin Jofi aber konnte er sich bald nicht mehr vorstellen. In einem Brief an eine Freundin schrieb er: ,,Häufig, wenn ich Jofi streichele, ertappe ich mich dabei, wie ich eine Melodie summe, die selbst ich, so unmusikalisch ich auch bin, als Arie aus ,Don Giovanni` erkenne: Ein Band aus Freundschaft vereint uns." Manche Menschen hängen so sehr am Haar ihres Tieres, dass sie niemals davon lassen wollen. Die Lösung: ein Pullover aus Hundehaaren. Bettina Menkhoff, Deutschlands einzige professionelle Hundegarn-Spinnerin, lebt in Stoetze in der Lüneburger Heide. Doch lohnt sich das Haaresammeln überhaupt? Wenigstens vier Zentimeter lang muss Bellos Haar sein, rund drei Kilo ,,Rohware" braucht Menkhoff für einen Pullover. Für die Besitzer eines Bobtails bedeutet das: rund drei Jahre sammeln. Schneller geht's bei Socken: ,,Da kommen wir mit 500 Gramm hin."

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Kurzhaar

Bei Kälte zieht sich die Haut des Dobermanns zusammen, wodurch er nicht friert, solange er sich bewegt. Wie Möpse, Weimaraner, Rhodesian Ridgebacks, Pinscher, Beagles und kurzhaarige Vizslas verlieren sie das ganze Jahr über Fell.

Warme Unterwolle

Aus der Kreuzung eines Wolfsspitzes mit einem Chow-Chow wurde 1960 ein Wolf-Chow. Viele Jahre und einige Samoyeden-Einkreuzungen später entstand der Eurasier. Er hat wie Alaskan Malamute und Siberian Husky ein mittellanges, hartes Deckhaar mit einer dichten, warmen Unterwolle.

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[1] Wuschel, frisch gewaschen: gute Voraussetzungen für eine neue Frisur für den Perro de Agua Español. [2] Für Spanische Wasserhunde braucht

man eine Schermaschine und am besten Fachkenntnisse. Unerfahrene (wie Fotografin und Frauchen Julia Christe) gehen die Sache oft pragmatisch an: in diesem Fall von hinten. [3] Der Kahlschlag am Hinterteil und den Beinen erleichterte dem Hund früher die Jagd im Wasser voller Algen und Gewächse. Während es für Pudel zig Schuren gibt, vom Puppy-Clip bis zur Miami-Schur, werden Wasserhunde nur kurz geschoren. [4] ,,Wie lange dauert das denn noch?" [5] Frauchen sagt: Auch der wollige Mantel soll noch weg. [6] Gleichmäßig kurz, nur auf dem Kopf noch eine Mütze ­ sieht flott aus! [7] Unser Supermodel liegt entspannt und fühlt sich pudelwohl.

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Runter mit der Wolle!

H

ätten sie's gewusst? Menschen, die professionell Hunde frisieren, nennt man nicht mehr Hundefriseure, sondern ,,Groomer". Sie haben einen Berufsverband und sogar eine Schlichtungsstelle, falls es im Salon zwischen Hundehalter und Groomer zu Differenzen über Fifis Haarschnitt kommen sollte. ,,Wir erklären unseren Kunden die rassetypische Fellpflege ihres Hundes ganz genau und lassen sie dabei sein, wenn es zur Sache geht", erklärt Groomerin Melanie Gohl-Kiechle. Ein gutes Händchen für die richtige Fellpflege haben auch Züchter. Mit der Struktur und dem rassetypischen Aussehen des Haarkleids ,,ihrer" Rasse kennen sie sich aus. Dabei entscheidet die jeweilige Fellstruktur darüber, welche Pflegetechnik zum Einsatz kommt. Ein Überblick:

Ob Langhaar, Kurzhaar, Drahthaar oder Rauhaar ­ über das Styling lässt sich streiten. Regelmäßige Fellpflege aber ist ein Muss, damit Haut und Haar gesund bleiben

an Ohren, Rute und Beinen ­ hängenbleibt. Der amerikanische Cockerspaniel wird auf dem Rücken wie ein Schnauzer getrimmt.

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Wollhaar

Pudel und alle Pudelmixhunde mit ähnlicher Fellstruktur werden geschoren, damit ihr Haar nicht verfilzt. Züchterin Carmen Fischer vom Pudel-Zucht-Verband 82 empfiehlt, den Hund alle sechs bis acht Wochen zu scheren: ,,Das Tier vorher baden und danach die Locken vorsichtig trockenbürsten." Die meisten Pudelbesitzer entscheiden sich heute für eine ,,sportliche Modeschur", bei der das Fell mehr oder weniger gleichmäßig lang ist. Wie man die richtig hinbekommt, sollte anfangs besser ein Profi demonstrieren, bevor man selbst zur Schermaschine greift. Einige Pudelfans scheren nicht, sondern schneiden ­ aber das ist nur etwas für Vollprofis.

Rauhaar

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Terrier, Schnauzer und Rauhaardackel werden in der Regel getrimmt: Die so genannten reifen Haare werden mit einem stumpfen Trimmmesser oder mit Finger und Daumen ausgezupft, bis das neue, frische Haar sichtbar wird und dann ungehindert nachwachsen kann. Das Trimmen sollte vom Welpenalter an trainiert werden. ,,Den Hund immer mal wieder auf einen Tisch stellen, überflüssiges Haar vorsichtig auszupfen und loben, loben, loben", rät Ingrid Seibert, Zuchtwartin beim Klub für Terrier, Ortsgruppe München. Am leichtesten tun sich Besitzer, die selbst Hand anlegen wollen, bei einem ,,Rolling coat" von West Highland Terriern: Deren Haarkleid hält man durch regelmäßiges Bearbeiten im Abstand von rund sechs Wochen in gutem Zustand. ,,Schnauzer lassen sich gut sehr kurz trimmen und haaren dann nicht", weiß Britt Vamparis vom Münchener Hundesalon Fellschnitt. ,,Der Irish Wolfhound ist ebenfalls seltener Gast im Hundesalon: Bei ihm genügt es, mit einem Terrierstriegel regelmäßig durchs zu Fell gehen, um die abgestorbenen Haare herauszuholen."

Raues Langhaar

Bobtails, Briards, Collies oder Bearded Collies können wunderschön aussehen. Aber wenn sie ungepflegt sind, haftet ihrem Fell der ewige stumme Vorwurf an: ,,Bürste mich!" ,,Und zwar sehr oft", empfiehlt Fellexpertin Britt Vamparis, ,,denn das lange Haar mit dichter Unterwolle verfilzt ansonsten massiv. Und dann hilft nur noch eines: abscheren." Aber das ist kein Grund zur Trauer, tröstet die Salonbesitzerin: ,,Das Haar wächst recht schnell wieder nach." Wer es nicht darauf ankommen lassen will, erwirbt eine Bürste, die trotz häufigen Einsatzes das Fell nicht schädigt (meist verrät ein Schild, für welche Rassen sie sich eignet), und trainiert seine Handgelenke.

Kurzhaar

Für Dobermann, Vizsla, Mops, Beagle und Kurzhaardackel gilt: gelegentlich mit einem weichen Lappen, Noppenhandschuh oder weicher Bürste über das Fell streichen. Für schönen Glanz ab und zu etwas Sonnenblumenöl ins Futter geben, das freut Haut und Haar.

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FOTOS: JULIA CHRISTE; TE X T: KIRSTEN WOLF

Drahthaar

Der Deutsch Drahthaar ist unproblematisch in der Pflege: Mit dem Terrierstriegel kräftig durchbürsten, während des Fellwechsels am besten täglich, ansonsten zweimal pro Woche, weil sonst die vielen abgestorbenen Haare in Haus oder Wohnung herumfliegen. Um die Körperkonturen des Hundes etwas besser zum Ausdruck zu bringen, ab und zu vorsichtig mit einer Effilierschere (hat zwei gezähnte Schneideflächen) sauber an den Rändern entlangschneiden.

Warme Unterwolle

Husky, Alaskan Malamute, Chow-Chow und Eurasier sollte man regelmäßig mit einer längeren Drahtbürste kräftig durcharbeiten, damit das Fell nicht verfilzt und etwaiges Ungeziefer ans Tageslicht kommt. Nicht abscheren, rät Britt Vamparis, denn das aktiviert die wärmende Schutzfunktion der Unterwolle ­ sie wächst dann besonders stark nach. Für eine luftige Sommerfrisur halten Salonbesitzer eine Geheimwaffe parat: Der ,,Furminator" sieht aus wie eine Bürste und ist mit kleinen Messern ausgerüstet, die sich in die Unterwolle graben und sie entfernen, ohne das Deckhaar zu schneiden. Vorsicht beim ersten Versuch, dass die Hundehaut nicht verletzt wird.

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Glattes Langhaar

Afghane, Langhaardackel, Barsoi und manche Retriever brauchen nahezu tägliches Bürsten, damit nicht alles, was draußen kreucht und fleucht, im Fell ­ vorzugsweise in den langen Strähnen (Behängen)

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