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Hilfestellung bei einem Sterbefall Stand Oktober 2010 erstellt von der Kameradschaft ehemalige Soldaten, Reservisten und Hinterbliebene am Standort Fürstenfeldbruck Kenn-Nr.: 3041 2003 80

Sehr geehrtes Mitglied, die nachfolgenden Seiten sollen Ihnen Hilfestellung für den Fall des Falles geben. Diese erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und ist unverbindlich und formaljuristisch ohne Gewähr. Sie nacht aber nur Sinn, wenn man auch weiß, was man wo findet! Es wird empfohlen, zur Vorbereiteung auf den Fall der Fälle zu nutzen: Information zur Vorbereitung auf den Sterbefall (Umdruck DBwV /kostenlos über ihre kameradschaft oder der Bundesgeschäftstelle Bonn) Vorsorgemappe (ca. 30,-- / Walhalla Verlag) www.WALHALLA.de oder telefonische Bestellung 0941-5684-0 Die Hilfestellung wurde von der Kameradschaft ERH Fürstenfeldbruck im Oktober 2010 nach bestem Wissen und Gewissen neu erstellt.

Ansprechpartner: 1. Sozialdienst des Dienstleistungszentrums der Bundeswehr (frühere Standortverwaltung) im Fliegerhorst Fürstenfeldbruck Sozialberater zur Zeit Herr Regierungsamtmann Markus Madersbacher Telefon: Telefax: FsWNBw: E-Mail: 08141-5360-2332 08151-5360-2954 6230 [email protected]

2. Betreuer in Sterbefällen der Kameradschaft ERH Fürstenfeldbruck zur Zeit Herr Hauptfeldwebel a.D. Franz Nierlein Telefon: Telefax: E-Mail: 08141-10187 (Q) 08141-359 849 [email protected]

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Notwendige Maßnahmen nach einem Todesfall: Woran muss ich denken, was ist zu tun? Bei einem Sterbefall in der Wohnung benachrichtigen Sie sofort den nächsten erreichbaren Arzt (Notarzt/Hausarzt). Der Arzt stellt die Todesbescheinigung (Totenschein) aus. Halten Sie hierfür den Personalausweis/Reisepass des Verstorbenen bereit. Erforderliche Unterlagen/Dokumente der/des Verstorbenen · Todesbescheinigung · Personalausweis/Reisepass · bei Verheirateten standesamtliche Geburtsurkunde und Heiratsurkunde (Stammbuch) · bei Geschiedenen standesamtliche Geburtsurkunde, Heiratsurkunde und das rechtskräftige Scheidungsurteil · bei Verwitweten standesamtliche Geburtsurkunde, Heiratsurkunde und die Sterbeurkunde der/des Verstorbenen · bei gesetzlich Krankenversicherten die Krankenversicherungskarte · Versicherungspolicen (siehe hierzu Seite 6) · Vereine/Verbände Unterlagen/Mitgliedschaftsnachweise von Organisationen welche Sterbegelder oder Beihilfe gewähren könnten · Testament oder Hinterlegungsschein für das Amtsgericht oder Notar · Bestattungsvertrag · Grabstellennachweis, wenn vorhanden.

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Bestattung · Bestattungsrecht und Bestattungspflicht: Es ist Recht und Pflicht der nächsten Angehörigen den/die Verstorbene/n würdevoll zu bestatten. Als Angehörige gelten auch die registrierten bzw. ständigen Lebenspartner, gelegentlich auch die Erben, auch ohne ein echtes Verwandtschaftsverhältnis. Aus der Rechtsstellung der Angehörigen ergibt sich , dass sie über Art und Umfang der Bestattung und Bestattungsfeier entscheiden, sofern der/die Verstorbene nicht entsprechend Vorsorge in einer rechtsverbindlichen Verfügung getroffen hat. In diesem Falle sind Vorstellungen und Wünsche des/der Verstorbenen zu berücksichtigen. Bei verstorbenen Berufsoldaten kann die Beteiligung der Bundeswehr bei den Trauerfeierlichkeiten beantragt werden. Den Antrag nimmt jede Bundeswehrdienstselle entgegen. Nähere Informationen über das Procedere/erforderliche Angaben erhalten Sie bei Bedarf vom zuständigen Sozialberater/Sozialdienst der Bundeswehr (Erreichbarkeiten siehe Seite 2) · Sind keine nahen oder entfernten Angehörigen vorhanden oder auffindbar, so veranlasst das Sozialamt des Sterbeortes die Bestattung. Die Sterbeurkunde wird vom Standesamt des Sterbeortes ausgestellt. Nach Eintragung in das Sterbebuch erhält man die Sterbeurkunde, die nun das wichtigste Dokument ist sowohl für alle mit der Bestattung zusammenhängenden Fragen als auch die Nachlassabwicklung und für Behörden (für ehemalige Berufssoldaten ist die zuständige Wehrbereichsverwaltung (derzeit entweder West Düsseldorf oder Süd Stuttgart) zu benachrichtigen, Adressen siehe letzte Gehaltsmitteilung oder Beihilfeanträge) sowie Versicherungen, Krankenkasse etc. Auskünfte und Hilfestellung erhalten Sie diesbezüglich auch bei der Stadt-/Gemeindeverwaltung/Landratsamt

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Bestattungsmöglichkeiten Es bestehen vielfältige Möglichkeiten hinsichtlich Bestattung bzw. Grabdenkmal: z.B. Erdgrab, Urnengrab oder Seebestattung. Bei Urnenbestattung bestehen die Möglichkeiten die Urne in einem Kolumbarium oder einem Urnengrab beizusetzen. Eine anonyme Bestattung in einem Friedwald ist auch möglich. Informationen über verschiedene Möglichkeiten/Kosten/Folgekosten etc. wenden Sie sich bitte an die Friedhofsverwaltung oder Bestattungsunternehmen. Erdgrab: Eine gepflegte Ruhestätte ist Ausdruck der Wertschätzung des/der Hinterbliebenen für den Verstorbenen. Dabei sollte man auf das Material und die Gesamtgestaltung achten. Informationen darüber entnehmen Sie der Friedhofssatzung. Die Friedhofsverwaltung und die örtlichen Steinmetze wissen über die Friedhöfe Bescheid, nach welchen Kriterien und Bestimmungen ein Grabstein zu fertigen ist. Die Kosten des Grabdenkmals werden in der Regel von den Finanzämtern als Bestattungskosten anerkannt, soweit diese den Nachlass übersteigen. Eine vorherige Auskunft beim zuständigen Finanzamt einzuholen ist ratsam. Grabpflege: Wenn Sie nicht die Möglichkeit haben die Grabpflege selbst durchzuführen, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen oder Entfernung, so können sie eine Gärtnerei oder eine Privatperson damit beauftragen.

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Versicherungen Die Versicherungen sind über den Todesfall zu benachrichtigen (Kopie Sterbeurkunde) damit die Versicherungsleistungen fließen bzw. die Verträge auf den oder die nächsten Angehörigen (in der Regel Ehepartner/-in Lebenspartner etc.) abgestimmt/übertragen werden können. Hier eine Auflistung der häufig vorhandenen Versicherungen: Lebensversicherung Sterbegeldversicherung Rentenversicherung Krankenversicherung Privathaftpflichtversicherung Rechtschutzversicherung Hausratversicherung Kfz-Versicherung Unfallversicherung Gebäudeversicherung Die Versicherungsunternehmen setzen sich nach Zugang Ihrer Mitteilung mit Ihnen in Verbindung.

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Bankverbindung Ihr Kreditinstitut (Bank/Sparkasse) ist zu informieren, wenn der Kontoinhaber verstorben ist. Legen Sie dem Kreditinstitut eine Sterbeurkunde vor. In der Regel werden laufende Kosten wie Miete, Strom, Beiträge etc. wie bisher dem Konto belastet. Ob weitere Zahlungen aus dem Guthaben des/der Verstorbenen geleistet werden können, hängt davon ab, ob für den oder die Hinterbliebenen eine Kontovollmacht besteht. Vollmachten werden in der Regel durch die Banken so gestaltet, dass diese ,,über den Tod des Kontoinhabers hinaus" gelten. Wenn keine Vollmacht besteht, können Sie die laufenden Kosten, insbesondere die, welche mit dem Sterbefall zusammenhängen im Einvernehmen mit dem Kreditinstitut vom Konto begleichen. Das Kreditinstitut verlangt dann die Vorlage der Rechnungen. Empfehlung: Fragen Sie Ihr Kreditinstitut, ob alles entsprechend geregelt ist. Soweit eine Generalvollmacht vorliegt ist zu empfehlen, diese mit dem Kreditinstitut hinsichtlich Akzeptanz abzuklären, insbesondere wenn diese nicht notariell beglaubigt ist. Mietvertrag: Wenn der/die Verstorbene in einer Mietwohnung lebte, wird das Mietverhältnis durch den Tod nicht beendet. Das Mietverhältnis geht auf die Angehörigen (Ehepartner/Erben) über. Es besteht aber die Möglichkeit der Kündigung für beide Seiten, d.h. sowohl für die Erben als auch für den Vermieter. Kündigungsfristen beachten. Im Bedarfsfall erkundigen Sie sich beim örtlichen Mieterschutzverein oder bei einem Rechtsanwalt. Auch ist es wichtig, sollte der Haushalt des /der Verstorbenen aufgelöst werden, dass Sie die GEZ (Gebühreneinzugszentrale) informieren. Vordrucke zum Um- oder Abmelden gibt es bei allen Kreditinstituten.

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Haushaltsauflösung: Soweit der Haushalt aufgelöst werden muss sind folgende Punkte zu beachten: Abmelden/Kündigen z.B.: Strom Wasser Heizung GEZ (Rundfunk- und Fernsehgebühren) Abonnements soweit vorhanden Kündigen Sie schriftlich mit einer Kopie der Sterbeurkunde.

Weitere Hinweise/Empfehlungen Vorsicht bei Rechnungen, die Ihnen dubios vorkommen. Immer wieder kommt es vor, dass skrupellose Geschäftemacher sich Opfer auswählen in deren Familien jemand verstorben ist. Diese Betrüger kommen durch das Lesen von Traueranzeigen an die Adressen der betroffenen Familien. Dann senden sie Waren oder Rechnungen oder Nachnahmesendungen an diese Adressen. Seien Sie lieber erst mal skeptisch, wenn solche Waren oder Rechungen an die Addresse des/der Verstorbenen verschickt werden. Überprüfen Sie besonders bei Rechnungen, ob die angegebene Leistung erbracht wurde. Bei Waren eines Versandhändlers sollten sie prüfen, ob die Bestellung überhaupt erfolgte. Von den Verbraucherzentralen wird ebenfalls geraten: Lassen Sie sich nicht überrumpeln. Wenn Sie nicht ganz sicher sind, verlangen Sie von den Gläubigern eine Kopie der Bestellung. Wenn Sie den Verdacht des Betruges hegen, informieren Sie umgehend die Polizei. Oftmals sind die Betrüger und ihre Praktiken der Polizei bekannt. Bei Nachnahmesendungen wenden Sie sich am besten an die Versandfirma und lassen sich von dort die Bestellung bestätigen.

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Sonstige Hinweise: Informationen über Humanes Sterben/Sterbebegleitung und Hilfe gegen unbemerktes Sterben erhalten Sie bei Deutsche Gesellschaft für Humanes Sterben (DGHS) DGHS-Büro Berlin, Postfach 640143 in 10047Berlin, Tel. 030-21 22 23 37-0 Fax: 030-21 22 23 37-77 Quellenangaben: Humanistischer Verband Deutschland/Berlin Betreuungsstelle Landratsamt Fürstenfeldbruck Sozialdienst der Bundeswehr Bundesministerium der Justiz Kreisseniorenrat Calw e.V. Stadt Trier

An der Überarbeitung dieses Ratgebers wirkten mit: HptFw a.D. Franz Nierlein StFw a.D. Dieter Sauer StFw a.D. Hans-Joachim Ohm von der Kameradschaft Ehemalige Soldaten, Reservisten und Hinterbliebene am Standort Fürstenfeldbruck

Fürstenfeldbruck im Oktober 2010 Für den Vorstand

Hptm a.D. Peter Vopat. (1. Vorsitzender)

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Hilfestellung bei einem Sterbefall

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