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Pleura

Pleuraerguss

Radiologisch sind folgende Ergusstypen zu unterscheiden: " Randwinkelerguss " Interlobärerguss (Abb. 6.14) " subpulmonaler Erguss " gefangener Erguss Am häufigsten und zu Beginn der Ergussbildung tritt die intrapleurale Flüssigkeit im dorsalen und lateralen Randwinkel auf (Abb. 6.15, Abb. 6.16). Die Röntgenzeichen dieses einfachen Randwinkelergusses sind: " Verschattung des kostophrenischen Winkels mit nach lateral ansteigender Begrenzung (Meniskuszeichen) " bei größerem Erguss Verschattung der angrenzenden Lungenanteile und Gefäßstauchung Die untere Nachweisgrenze pleuraler Flüssigkeit im lateralen Randwinkel der posterior-anterioren Projektion der Thoraxübersichtsaufnahme liegt zwischen 150 und 200 ml, es können allerdings auch Mengen bis zu 500 ml hinter den Zwerchfellkuppen verborgen sein. Auch bei subpulmonalen Ergüssen können gelegentlich deutliche Ergussmengen maskiert sein (Abb. 6.4, S. 254); einseitig auftretend täuschen sie einen Zwerchfellhochstand vor, da die Lunge auf dem Erguss ,,schwimmt" und die nach lateral ansteigende Verschattung des Randwinkels fehlt. In der seitlichen Projektion können im dorsalen Randwinkel bei frei auslaufendem Erguss bereits Mengen von weniger als 100 ml nachweisbar sein; in diesem Kontext besitzt die mögliche Differenzierung des rechten vom linken dorsalen Randwinkel allein anhand der seitlichen Projektion Bedeutung (s. S. 260). Der Interlobärerguss nimmt im Falle des Zwischenseptums häufig eine zitronenähnliche Konfiguration, im Falle der Hauptsepten eine flach-spindelförmige Gestalt an (Abb. 6.17). Die abgekapselte Form des Interlobärergusses (Abb. 6.18) kann gelegentlich zur Fehlannahme von Raumforderungen führen; aufgrund der typischen Lokalisation und Form (,,Zitrone mit Strich") sollte diese Fehldiagnose allerdings nur selten erfolgen.

Die ,,goldene Zitrone" mag für denjenigen reserviert sein, der einen Interlobärerguss als Lungentumor interpretiert. Gefangene Ergüsse entstehen durch Pleuraverklebungen. Die Differenzialdiagnose gegenüber einem pleuraständigen Tumor ist durch die CT unproblematisch zu klären.

Abb. 6.14 Formen des Interlobärergusses. a Randwinkelerguss und im Hauptseptum rechts gelegener Interlobärerguss. b Randwinkelerguss rechts und im Zwischenseptum rechts. c Im Zwischenseptum rechts abgekapselter Interlobärerguss. d Randwinkelerguss und im Hauptseptum gelegener Interlobärerguss.

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Kirchner, Trainer Thoraxdiagnostik (ISBN 9783131490117), © 2010 Georg Thieme Verlag KG

Pleuraerguss

Abb. 6.15 Meniskuszeichen. Klassisch lateral ansteigender Erguss rechts bei kardialer Dekompensation mit alveolärem Ödem.

Abb. 6.16

Im dorsalen Rezessus erkennbarer Erguss.

Abb. 6.17 Interlobärerguss in Hauptseptum. Neben einem großen, teils subpulmonal gelegenen Erguss zeigt sich ein bogenförmiges Ansteigen in das rechte Hauptseptum (schwarze Pfeile) bei interlobärer Ausbreitung des Ergusses.

Abb. 6.18 Interlobärerguss im Zwischenseptum rechts. Typisch zitronenförmiger Aspekt; Cave: Verwechslung mit intrapulmonaler Raumforderung.

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Kirchner, Trainer Thoraxdiagnostik (ISBN 9783131490117), © 2010 Georg Thieme Verlag KG

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Thieme: Trainer Thoraxdiagnostik

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