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ThyssenKrupp Presta Steering

Lieferanten Logistik Lastenheft

Version 6.0 18.03.2008

CD-00123-DE, Version: 6.0

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Version 1.0 2.0 3.0 3.1 4.1 4.2 6.0 Stand 26.09.2005 15.12.2005 26.06.2006 03.10.2006 10.10.2006 16.11.2006 18.03.2008 Änderungen Lastenheft erstellt Prozess; Anfrage; Regelwidrigkeiten Ergänzung A/B-Preis; Umlauftage Name R. Comploj / SLC R. Comploj / SLC R. Comploj / SLC

TKT; MR Index; EDI; Eigentum Verpackung M. Geiger Überarbeitung CD, Zweckentfremdung Transport, Verpackungsanfrage ESD Vorschriften, Abkürzungsverzeichnis, Umbenennung ThyssenKrupp Presta Steering, webEDI, Sonderfrachten, Reinheitsanforderung Lenkgetriebe, VMI, Zollrechtliche Anforderungen R. Comploj R. Comploj / M.Geiger M. Geiger

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Inhaltsverzeichnis

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ALLGEMEINE INFORMATIONEN 1 INFORMATIONSAUSTAUSCH 2 KOSTEN 3 VERPACKUNG 3.1 Ablaufschema 3.2 Anforderungen an die Verpackung 3.3 Mehrweg- und Einwegverpackung

3.3.1 3.3.2 3.3.3 3.3.4 3.3.5 Mehrwegverpackung Einwegverpackung Überseeverpackung Verpackung von Elektronik Komponenten Kennzeichnung von ESD Verpackung (Electronic Static Discharge)

5 6 7 7 8 8 9 9

9 10 11 11 12

3.4 Verpackungsanfrage 3.5 Verpackungsanweisung 3.6 Zustand der Verpackung 3.7 Reinheitsanforderungen Verpackung 3.8 Korrosionsschutz 3.9 Ersatzverpackung 3.10 Behältermenge 3.11 Etikettierung der Verpackung 4 TRANSPORT 4.1 Schadensabwicklung 4.2 Sonderfrachten 5 LIEFERABRUF 5.1 Lieferplanabrufe 5.2 Maximale / minimale Abrufmenge 5.3 Einhaltung von Mengen- und Terminvereinbarungen 5.4 Fehlerhafte Abrufe 5.5 An- und Auslaufsteuerung 5.6 Änderungsmanagement 6 VENDOR MANAGED INVENTORY (VMI) 7 LIEFERPAPIERE 8 ZOLLRECHTLICHE ANFORDERUNGEN 8.1 Lieferungen im Rahmen von Präferenzabkommen 8.2 Begleitpapiere bei Importlieferungen 8.3 Rechnungsstellung 8.4 Ursprungsnachweise 8.5 Nicht präferenzieller Ursprung 8.6 Präferenzursprung

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13 14 15 15 15 15 15 16 19 19 20 20 20 20 20 21 21 21 21 22 22 22 22 23 23 23 24

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8.7 Nachweis des Präferenzursprungs bei innergemeinschaftlichen Lieferungen 8.8 Nachweis des Präferenzursprungs bei Lieferungen aus Partnerländern gemäß Freihandelsabkommen (FHA) oder im Allgemeinen Präferenzsystem (APS) 9 ELEKTRONISCHER DATENAUSTAUSCH 10 SICHERHEITSBESTAND 11 LIEFERANTENBEWERTUNG 12 LOGISTIKAUDIT NACH GLOBAL MMOG / LE 13 REGELWIDRIGKEITEN 14 ANHANG 14.1 Ansprechpartner 14.2 Verpackungshersteller 24 24 24 24 25 25 25 26 26 26

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Abkürzungsverzeichnis

AIAG APS ASN DDU DIN EDI EDIFACT EDL EPP EPS ESD ESDS FCA FHA FIFO GLT GMMOG / LE IEC Incoterms IPPC ISPM15 JIT KLT MR-Index Odette PE RP TKT ULT VCI VDA VMI webEDI Automotive Industry Action Group Allgemeines Präferenzsystem Advanced Shipping Notice Delivered Duty Unpaid, geliefert ohne Einfuhrzoll der Verkäufer trägt alle Kosten und Gefahren bis Bestimmungsort (Incoterm) Deutsche Industrie-Norm Electronic Data Interchange Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport Externer Dienstleister Expanded Polypropylen Expanded Polystyrol Electrostatic Discharge, eletrostatische Entladung electrostatic discharge sensitive device, elektrostatisch empfindliche Komponente Free carrier, Frei Frachtführer (Incoterm) Freihandelsabkommen First In First Out Grossladungsträger Global Material Management Operations Guideline / Logistics Evaluation International Electrotechnical Commission International Commercial Terms Internationale Regeln für die Auslegung der handelsüblichen Vertragsformeln Integrated Plant Prevention and Control internationales Pflanzenschutzübereinkommen International Standards for Phytosanitary Measures No. 15 (Internationaler Standard für pflanzengesundheitliche Maßnahmen) Just in Time (einsatzsynchron) Kleinladungsträger Material Release, TKT-Presta Änderungsindex Organization for Data Exchange by Tele Transmission in Europe Polyethylen Rust Protection ThyssenKrupp Technologies Umschlag Lagerung und Transport Volatile Corrosion Inhibitor, flüchtiger Korrosions-Verhinderer Verband der Automobilindustrie Vendor Managed Inventory Informationsaustausch via Internetportal

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Allgemeine Informationen

ThyssenKrupp Presta Steering ist ein global agierendes Unternehmen der ThyssenKrupp Technologies AG. Die technologische Führerschaft in unseren Geschäftsbereichen Lenksysteme und Massivumformung begründet seit Jahren die starke Position von ThyssenKrupp Presta Steering als innovativer Partner der internationalen Automobilindustrie. Basis für den Unternehmenserfolg ist der hohe Anspruch an die Qualität unserer Produkte. Die Sicherung unserer Qualitätsstandards beginnt schon bei unseren Lieferanten. In diesem Zusammenhang wird die Logistik zu einem strategischen Erfolgsfaktor. Das vorliegende Logistiklastenheft wurde mit dem Hintergrund erstellt, den Lieferanten eine Übersicht über die Anforderungen von ThyssenKrupp Presta Steering an die Lieferantenlogistik zu geben und dient der Absicherung der Supply Chain. Es definiert die Grundsätze, nach welchen die ThyssenKrupp Presta Steering ihre logistischen Prozesse gestaltet und handhabt. Dieses Logistiklastenheft ist für den Lieferanten verbindlich. Das Logistiklastenheft ist bei der Entwicklung, Gestaltung und Planung der Logistikkonzepte unbedingt zu beachten und wird mit den Anfrageunterlagen an die potentiellen Lieferanten verteilt. Weiter steht es auf dem Supplier Portal zum Download zu Verfügung (www.thyssenkrupp-presta.com). ThyssenKrupp Presta Steering (im weiteren TKT-Presta genannt) behält sich das Recht vor, zur Überprüfung und Bewertung des Logistiksystems Logistikaudits beim Lieferanten durchzuführen. Ziel ist es dadurch eine kontinuierliche Verbesserung der Qualitätsleistung, Lieferperformance, Flexibilität und Zusammenarbeit mit den Lieferanten zu gewährleisten und dadurch Einsparungspotentiale abzuleiten. Von diesem Logistiklastenheft abweichende Regelungen sind gemeinsam zwischen Lieferant und TKT-Presta zu vereinbaren und schriftlich festzuhalten. Die in diesem Logistiklastenheft beschriebenen Anforderungen gelten für alle Geschäftsbereiche der TKT-Presta. Gegebenfalls werden sie durch standortspezifische Vorschriften ergänzt um auf die spezifischen Anforderungen der Werke Rücksicht zu nehmen.

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1 Informationsaustausch

Um eine qualitativ hochwertige Logistik zu gewährleisten ist ein funktionierender Informationsaustausch unabdingbar. Die Kommunikation zwischen TKT-Presta und dem Lieferanten ist Basis für eine funktionierende Supply Chain. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit baut auf eine genaue Einhaltung getroffener Vereinbarungen und Regeln sowie auf eine sofortige und unaufgeforderte Information über die Zusammenarbeit betreffende Sachverhalte wie z.B. Prozesse, Kapazitäten, Änderungen und Engpässe.

2 Kosten

In der Angebotsanfrage werden unter anderem Logistikkostenbestandteile abgefragt. Um eine einheitliche Angebotsstruktur sicher zu stellen, werden die Preisbestandteile nachfolgend erläutert. Die Kalkulation der B-Preis-Anteile richtet sich nach den angefragten Bedingungen (Lieferbedingungen, Frequenz, Verpackung,...). A Preis (Teilepreis)

+ Logistikkosten = B Preis (Serieteilepreis)

Abbildung 1: A/B-Preis Abgrenzung

Preisbestandteile:

A Preis

Teilepreis inkl. logistikrelevanter Kosten wie: Verpacken (Handling) Kennzeichnung (Etikettierung) Datenübertragung (Fax, EDI,...) Berücksichtigung der technischen Lieferbedingung (Teileschutz, Konservierung) Alle Vorlogistikkosten (z.B. Transport- und Behälterkosten) von Unterlieferanten Lagerung

Logistikkosten

Verpackung: Kosten für Einwegverpackung Kosten für Mehrwegverpackung (der zugrunde gelegte Umlaufbestand und Abschreibungszeitraum muss angegeben werden) Reinigung (sofern sie nachweislich, prozessbedingt erfolgt) Transportkosten: Transportkosten (laut angefragten Incoterms 2000) Rücktransport von Leergut

B Preis

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Summe = Serieteilepreis

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3 Verpackung

Die Wahl der richtigen Verpackung ist entscheidend um eine reibungslose Anlieferung der Komponenten zu gewährleisten. Sie trägt dazu bei, dass die Teile ohne Beschädigungen in einem qualitativ einwandfreien Zustand von der Produktion des Lieferanten bis zu der Montagelinie der TKT-Presta transportiert werden können. Für den Transport hat der Lieferant die Teile gegen Verlust, gegen Beschädigung sowie gegen Beeinträchtigung von Personen und Betriebsmitteln sicher zu verpacken. Welche Verpackung als notwendig anzusehen ist, hängt von der Beschaffenheit des zu versendenden Teiles, vom Transportmittel und vom Transportweg ab. Die Verpackung ist teilespezifisch nach Gesichtspunkten der Logistik, Qualitätssicherung, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit zu planen.

3.1 Ablaufschema

Der Lieferant hat im Rahmen der Anfrage durch den TKT-Presta Einkauf, basierend auf dem Logistiklastenheft und der im Formular ,,Anfrage Verpackung" definierten Anforderungen ein Angebot zu erstellen. Nach dem Lieferantenentscheid, wird vom Teilelieferant basierend auf der mitgeteilten Verpackungsanforderung ein Verpackungskonzept erstellt. Das Verpackungskonzept wird in das von ThyssenKrupp Presta bereitgestellte Formular CF-044 ,,Verpackungsdatenblatt" eingetragen und an ThyssenKrupp Presta zurückgesandt. Das Verpackungskonzept wird durch die Logistikabteilung fachlich beurteilt und überprüft. ThyssenKrupp Presta gibt die Verpackung frei oder korrigiert das Konzept und teilt es dem Lieferanten durch das Verpackungsdatenblatt mit. Für Spezialverpackung ist eine intensivere Abstimmung zwischen TKT-Presta und dem Lieferanten notwendig. Der genaue Ablauf wird in der folgenden Abbildung genau definiert. Die Verpackungsentwicklung und Umsetzung liegen in der Verantwortung des Lieferanten. TKT-Presta Anfrage (inkl. Logistiklastenheft

/ Anfrage Verpackung)

Lieferant Aufbereitung Angebot

Angebotsvergleich

Angebot inkl. Logistikkosten

(Anteil Verpackung und Transport)

Beschaffungskonferenz

Verpackungsdatenblatt Prüfung / Korrektur Freigabe Freigabe Serie Freigabe --- nur für Spezialverpackung

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Entwurf Konstruktion Zeichnung Prototyp Serieverpackung Beschaffung / Bereitstellung

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3.2 Anforderungen an die Verpackung

Bei der Festlegung der Verpackung sowohl für ein Mehrweg- als auch für ein Einwegkonzept sind folgende Anforderungen zu berücksichtigen: Die Ware muss vor Beschädigung, Verschmutzung oder Umwelteinflüssen, welche die Qualität der Ware negativ beeinflussen können, geschützt werden Eine mögliche Korrosion der Ware muss ausgeschlossen sein Eine elektrostatische Aufladung der Ware muss verhindert werden Die Behälter bzw. Verpackungen müssen lagerfähig und stapelbar sein Die Behälter müssen optimal in das Produktionssystem von TKT-Presta integriert werden können Grundlegende Regelungen: Der Teileschutz liegt in der Verantwortung des Lieferanten. Die mit TKT-Presta abgestimmte Verpackung ist in ausreichender Menge für den Umlauf sicherzustellen. TKT-Presta behält sich das Recht vor, dem Lieferant die Verpackung bereit zu stellen.

3.3 Mehrweg- und Einwegverpackung

Bei der Entwicklung des Verpackungskonzepts ist sowohl der Einsatz von Mehrweg- als auch von Einwegverpackung zu prüfen. Grundsätzlich ist der Einsatz von Mehrwegverpackung zu favorisieren. Bei nachgewiesener Wirtschaftlichkeit von Einwegverpackung gegenüber Mehrwegverpackung kann der Einsatz von Einwegverpackung erfolgen. Die Entsorgungskosten der Einwegverpackung sind in der Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zu berücksichtigen. Bei der Wahl der Verpackungsgrößen sind folgende Bruttogewichte zwingend einzuhalten: max. Gewicht pro Einzelverpackung (Karton/KLT) Generell 15 kg Frankreich 12 kg USA 12 kg max. Gewicht pro Gebinde Generell max. Gebindehöhe Generell Frankreich 1000 kg 900mm 950mm

Zur Vermeidung von Lager- und Transportproblemen darf bei der Bildung von Ladeeinheiten die Grundfläche der Palette nicht überschritten werden. Bei der Anlieferung in Kartons/KLT auf Paletten muss die oberste Lage eine Ebene bilden. Der Inhalt der Paletten muss vor Verschmutzung geschützt sein. Zur Sicherung der Ladungsträger auf der Palette sind Umreifungsbändern einzusetzen. Um ein Einschneiden der Umreifungsbänder in die Ladungsträger zu vermeiden, ist gegebenenfalls ein Kantenschutz zu verwenden.

3.3.1 Mehrwegverpackung

Die Behälterbestandsführung erfolgt beim Lieferanten als auch bei TKT-Presta. Eingang und Ausgang der Mehrwegverpackung ist von Seiten TKT-Presta und von Seiten des Lieferanten zu registrieren. Ein Kontenabgleich muss auf Anfrage von TKT-Presta von beiden Seiten durchgeführt werden. Mengendifferenzen sind vom Lieferanten aktiv mit Unterstützung seitens TKT-Presta zu klären. Die Kosten für Schwund werden nach dem Verursacherprinzip mit dem Wiederbeschaffungswert verrechnet. Durch den Lieferanten sind bevorzugt Universalladungsträger einzusetzen.

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Grossladungsträger (GLT): Arcaboxen, Gitterboxen, EURO-Rahmenpalette, Presta-Stahlcontainer, Presta-Rahmenpaletten Kleinladungsträger (KLT): KLT nach VDA 4500 Norm Spezialladungsträger sind nur nach Nachweis der Wirtschaftlichkeit und nach erfolgter Abstimmung mit TKT-Presta umzusetzen. Planung, Konstruktion und Beschaffung der Spezialbehälter erfolgt durch den Lieferanten. Die Freigabe erfolgt durch TKT-Presta in Abstimmung mit dem Lieferanten. TKT-Presta behält sich das Recht vor den Verpackungsdienstleister selbst zu bestimmen. Die Investitionskosten bei Mehrwegverpackung hat der Lieferant zu tragen. Nach Projektablauf geht die Verpackung in das Eigentum von TKT-Presta über. Bereits bei Verpackungsentwicklung muss der Schriftzug ,,ThyssenKrupp Presta" und das ThyssenKrupp Logo eingebracht werden. Bei der Planung von Mehrwegverpackung sind folgende Punkte zu beachten: Art und Werkstoff (KLT/GLT ­ Metall/Kunststoff etc.) z.B. VDA-KLT nach VDA-Empfehlung 4500 Stoffliche Wiederverwertung (Recycling) Kennzeichnung Modulfähigkeit Packhilfsmittel (Werkstückträger, Einsätze, Zwischenlagen) Dimensionen Einsatzmenge (Umlauf, Puffer) Nutzungsdauer Bedarfsveränderung infolge Bedarfsveränderung des Teils Ersatz infolge Schwund Prüfung auf Funktionsfähigkeit Reinigung, Reparatur Leergutrückführung, Leergutbestandsführung

3.3.2 Einwegverpackung

Der Einsatz von Einwegverpackung ist auf seine Wirtschaftlichkeit zu untersuchen und mit TKTPresta abzustimmen. Die Beschaffung der Einwegverpackung wird durch den Lieferanten durchgeführt. Für alle Einwegverpackungen sind umweltverträgliche, stofflich verwertbare Materialien, die flächendeckend zum Recycling akzeptiert werden, zu verwenden. Klebe-/Packbänder, Folien, Etiketten und Warenanhänger dürfen die Recyclingfähigkeit des Trägermaterials nicht einschränken. Bei der Planung von Einwegverpackung sind folgende Punkte zu beachten: Art und Werkstoff Stoffliche Wiederverwertung (Recycling) Modulfähigkeit stapelbar Packhilfsmittel (Werkstückträger, Einsatz, Zwischenlagen) Entsorgung Gestaltung (Bedruckung, Konstruktion ­ Klammern, Verschließen) Optimierte Füllmenge Mehrfachverwendung Einfaches Handling Warenanhänger/Etiketten

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3.3.3 Überseeverpackung

Bei der Wahl der Verpackung für Überseetransporte ist die optimale Raumausnützung von Standardseecontainern (20ft bzw. 40ft) zu beachten. Um die Höhe des Containers ausnützen zu können, muss die Verpackung mindestens 2fach stapelbar sein. Das erhöhte Risiko von Transportschäden muss bei der Auslegung der Verpackung berücksichtigt werden. Zusätzlich sind die Teile durch geeignete Maßnahmen vor Korrosion zu schützen. Die Wirksamkeit der gewählten Maßnahmen ist TKT-Presta nachzuweisen. Bei der Verwendung von Holz in der Verpackung ist der ISPM 15 Standard zu beachten. Zur Verhinderung der Einfuhr von Holzschädlingen wenden immer mehr Länder den phytosanitären Standard ISPM 15 an. Die Holzverpackung muss die rechtlichen Grundlagen des jeweiligen Empfängerlandes einhalten, unabhängig der Bestimmungen dieses Lastenheftes. Der Lieferant hat mögliche Veränderungen des ISPM15-Standards zu verfolgen und die jeweils gültigen Bestimmungen einzuhalten. Eine Liste über länderspezifische Verpackungsvorschriften kann im Supplier Portal eingesehen werden (www.thyssenkrupp-presta.com).

3.3.4 Verpackung von Elektronik Komponenten

Um einer Beschädigung von elektrostatisch empfindlichen Komponenten (ESDS) durch elektrostatische Entladung (ESD) vorzubeugen sind abschirmende, leitfähige oder ableitfähige Verpackungsmaterialien einzusetzen, die bei einem rundum geschlossenen Konzept einen Faradayschen Käfig erzeugen. Dies kann eine direkt am Bauteil anliegende, gering aufladbare und abschirmende Verpackung garantieren. (Bsp.: metallisierter ESD Abschirmbeutel) Alternativ kann diese Schirmfunktion auch von einer umhüllenden, gering aufladbaren und leitfähigen (od. abschirmenden) Umverpackung übernommen werden (Bsp.: leitfähiger Behälter oder Seitenfalzhaube). Dabei muss jedoch die Innenverpackung mindestens gering aufladbar sein.

Klassifizierung Abschirmend Leitfähig (konduktiv) < 10 4 < 10

3

Ableitwiderstand [Ohm 10 100 1'000 10'000 100'000 1'000'000 10'000'000 100'000'000 1'000'000'000 10'000'000'000 100'000'000'000

]

Exponent 10¹ 10² 10³ 4 10 5 10 6 10 7 10 8 10 9 10 10 10 11 10

Ableitfähig (dissipativ)

10 bis < 10

4

11

Isolierend

10

11

Abbildung 2: Klassifizierung Ableitwiderstand

Bei einem Oberflächenwiderstand der Verpackung grösser als 1010 1000 V auf 100 V unter 2 s liegen.

muss die Abklingzeit von

Es gelten die ESD - Vorschriften (Electronic Static Discharge) der DIN EN 61340-5-xx / IEC 61340-5-xx.

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Karton Normal Karton mit ESD Gefache im Behälter umlaufen Normal Karton mit antistatischem Beutel ("pink poly") Behälter ESD Spezialbehälter (Tiefziehlayer, Spritzgussbehälter, etc.) Beutel

ESD Standardbehälter mit Karton od. ESD Gefache

Normal Karton mit abschirmendem Beutel

ESD Beutel antistatisch ("pink poly")

ESD Karton mit ESD Beschichtung

Nromal Karton mit leitfähigem Beutel

Normal Karton mit ESD Gefache

Normal Karton

Steuergerät* / Motor* / Sensor* mit Metallgehäuse Steuergerät* / Motor* / Sensor* mit Kunststoffgehäuse Steuergerät* / Motor* / Sensor* mit Metall/Kunststoffgehäuse Steuergerät* / Motor* / Sensor* mit angestecktem Kabelbaum * Pins dürfen bei Entnahme aus der Verpackung nicht berührt werden können

Abbildung 3: ESD Verpackungsvorschrift

3.3.5 Kennzeichnung von ESD Verpackung (Electronic Static Discharge)

Elektronik Komponenten und Baugruppen sind wie in Punkt 3.3.4 beschrieben, ESD - sicher zu Verpacken und gut sichtbar mit dem Warnzeichen ESDS (Elektrostatisch empfindliche Komponente) nach DIN EN 61340-5-1 zu kennzeichnen.

Abbildung 4: ESDS Warnhinweisschild

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ESD Beutel abschirmend

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3.4 Verpackungsanfrage

Preise sind für alle Verpackungskomponenten offen zu legen. Umlauftage sind vom Lieferanten zu berechnen (siehe Punkt 4.8).

Abbildung 5: Anfrage Verpackung

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3.5 Verpackungsanweisung

Das Verpackungsdatenblatt enthält teilespezifische Daten zur Verpackungsfestlegung. Das Verpackungsdatenblatt kann in beiden Richtungen angewendet werden (Vorschlag Lieferant ­ Vorschlag TKT-Presta). Es können mehrere Varianten vorgeschlagen werden. Die freigegebene Verpackung ist verbindlich bei der Anlieferung der Ware einzuhalten. Ziel des Verpackungsdatenblattes ist es, den Datenaustausch und die Dokumentation von Verpackungsdaten zwischen Lieferant und TKT-Presta zu vereinheitlichen. Das standardisierte Verpackungsdatenblatt erleichtert die Bearbeitung beim Lieferanten und bei TKT-Presta, vermeidet Fehlinterpretationen und senkt die Fehlerhäufigkeit.

Abbildung 6: Verpackungsdatenblatt CF-044

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Alle Lieferungen sind entsprechend der von TKT-Presta freigegebenen Verpackungsanweisung zu verpacken. Jegliche Änderung der Verpackung ist von TKT-Presta freizugeben. Eine noch nicht freigegebene Verpackungsanweisung entbindet den Lieferanten nicht von der Lieferpflicht.

3.6 Zustand der Verpackung

Der Lieferant stellt sicher, dass die Anlieferung ausschliesslich in sauberen, trockenen, mängelfreien und funktionsfähigen Verpackungen erfolgt. Der Zustand der Verpackung muss bei jeder Anlieferung vom Lieferanten als auch von TKT-Presta geprüft werden. Beschädigte Verpackungsbehälter sind nach Erhalt zu reklamieren.

3.7 Reinheitsanforderungen Verpackung

Die Reinheit der das Bauteil unmittelbar umschließenden Verpackung (KLT, PE-Beutel, Korrosionsschutzpapier, usw.) ist im Dokument ,,Reinheitsvorschrift" geregelt. Generell gilt dass die Verpackung visuell sauber sein muss und keine losen oder lösbaren Verschmutzungen enthalten darf. Zudem dürfen keine Partikel größer als die für das Bauteil vorgegebene max. Partikelgröße vorhanden sein. Die Aussenverpackung (umhüllende/mittelbare) muss frei von visuell (mit bloßem Auge) erkennbarer Verschmutzung sein. Die Verpackungsreinigung (Bsp.: Waschprozess) liegt in Verantwortung des Lieferanten und soll in örtlicher Nähe zum Ort der letzten Wertschöpfung sein. Die Reinheitsanforderung und Reinigungsfrequenz wird im Rahmen der Verpackungsentwicklung durch TKT-Presta definiert.

3.8 Korrosionsschutz

Alle Komponenten sind vor Rostbefall während Umschlag, Transport und Lagerung (in trockenen, gut belüfteten bzw. beheizten Lagerräumen) für mindestens 4 Monate nach Auslieferung zu schützen. Der eingesetzte temporäre Korrosionsschutz (RP-Öle; VCI Produkte, etc.) muss mit TKT-Presta abgestimmt und freigegeben werden. Bei Einsatz von Ölen ist durch ausreichendes Abtropfen zu verhindern, dass sich Öllachen in der Verpackung bilden können. Starkes Einölen und Ölnasen am Bauteil sind nicht zulässig.

3.9 Ersatzverpackung

Eine qualitativ gleichwertige Ersatzverpackung für fehlende Mehrwegbehälter muss spätestens 48 Stunden vor Anlieferung mit einer Verpackungsanweisung TKT-Presta angekündigt werden. Anfallende Kosten für Mehraufwendungen für Logistik und Entsorgung werden dem Lieferanten in Rechnung gestellt.

3.10 Behältermenge

Bei Mehrwegverpackung ist die benötigte Behältermenge durch den Lieferanten zu ermitteln und mit TKT-Presta abzustimmen. Die Ermittlung erfolgt anhand von Behälterumlauftagen. Der Lieferant ist verpflichtet seine Umlauftageermittlung im Formular ,,Umlauftagekalkulation" zu spezifizieren.

Abbildung 7: Behälterumlauf Analyse

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Basis für die Ermittlung der Behältermenge ist der Durchschnittsverbrauch pro Tag. Dieser wird ermittelt über die durchschnittliche Jahresmenge dividiert durch die jährlichen Arbeitstage (ca. 220 Tage).

Durchschnittsverbrauch pro Tag = Stückzahl pro Jahr x Teile pro Produkt Arbeitstage pro Jahr (220)

Behälterbedarf pro Tag =

Verbrauch pro Tag Behälterinhalt

Abweichung von diesem Vorgehen sind zwischen dem Lieferanten und TKT-Presta abzustimmen. Die beschafften Behälter sind nur für den Transport der Teile zwischen dem Lieferanten und TKTPresta bestimmt. Sie dürfen nicht zweckentfremdet werden für den internen Fertigungsumlauf bei Lieferanten die Zwischenlagerung von Halbfabrikaten eine zusätzliche Lagerhaltung beim Lieferanten über den vereinbarten Sicherheitsbestand hinaus (z.B. grosse Produktionslose)

3.11 Etikettierung der Verpackung

An jedem Behälter muss ein Etikett angebracht werden. Die genaue Beschreibung des Labels ist in dem Handbuch ,,Identification labels for packages sent to ThyssenKrupp Presta Group", welches auf dem Supplier Portal zum Download bereitliegt, zu entnehmen. Das Label entsprechend den VDA- bzw. AIAG-Richtlinien (VDA4902, AIAG B-16) stellt eine eindeutige Identifikation und Rückverfolgbarkeit der Teile im unternehmensinternen Materialfluss sowie zwischen Lieferant ­ Spediteur ­ TKT-Presta sicher. Die Warenanhänger müssen so angebracht werden, dass sie uneingeschränkt manuell und maschinell (Scanner) lesbar sind. Sie dürfen durch Teile der Verpackung bzw. durch Umreifungsbänder nicht verdeckt werden. Warenanhänger dürfen die Konturen der Verpackung nicht überschreiten, Vorsprünge und Überstände müssen vermieden werden. Alte Etiketten sind zu entfernen. Die Etiketten sind an den dafür vorgesehenen Stellen anzubringen. Die Etiketten dürfen nicht auf Mehrwegbehälter geklebt werden.

Abbildung 8 Anbringung Label

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Abbildung 9: Beispiel eines VDA Labels

Abbildung 10: Beispiel eines AIAG Labels

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Werden mehrere Verpackungseinheiten (Kartons/KLT's) zu einer Ladeeinheit zusammengefasst, muss an der Ladeeinheit ein Sammellabel angebracht werden. Dieses gibt genaue Auskunft über den Inhalt der Ladeeinheit. Unterschiedliche Materialien, Chargen oder Änderungsstände dürfen nicht zu einer Ladeeinheit zusammengefasst werden.

Abbildung 11: Paletten Labeling

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4 Transport

Die Lieferung an TKT-Presta erfolgt anhand der im Liefervertrag festgehaltenen Vereinbarungen. Der Lieferant ist verpflichtet, zum Transport bereitgestellte Ware bis zum Eintreffen des Spediteurs ordnungsgemäß zu lagern (Schutz vor Witterung, Schmutz und Beschädigung). TKTPresta behält sich, nach Abstimmung mit dem Lieferanten, die Auswahl eines geeigneten Frachtführers vor. Der Gefahrenübergang, die Verantwortlichkeiten und Bezahlung der Transportkosten ergeben sich aus den zwischen TKT-Presta und dem Lieferanten vereinbarten Lieferbedingungen gemäss Incoterms 2000. Kürzel FCA Free Carrier (...named place) FREI FRACHTFÜHRER (...benannter Ort) Beschreibung gemäss Incoterms 2000 Der Verkäufer hat die Ware dem vom Käufer benannten Frachtführer am benannten Ort im für die Lieferung vereinbarten Zeitpunkt zu übergeben. Er hat die Verladungskosten zu tragen. Der Käufer trägt alle Kosten und Gefahren, sobald die Ware in die Obhut des Frachtführers übergegangen ist. Folgende Informationen werden dem Lieferanten durch TKT-Presta mitgeteilt: Name des Spediteurs Kontaktperson Abholfrequenz Art der Bereitstellung der Ware DDP Delivered Duty Paid (...named place of destination) GELIEFERT VERZOLLT, VERSTEUERT (...benannter Bestimmungsort) Der Verkäufer hat die Sendung am Bestimmungsort im Einfuhrland dem Käufer fristgerecht und verzollt auf seine Kosten und Gefahren zur Verfügung zu stellen. Folgende Informationen sind TKT-Presta vor Beginn der Serienlieferung mitzuteilen: Name des Spediteurs, Kontaktperson Art der Bereitstellung der Ware Die exakte Anlieferzeitspanne wird vor Seriestart durch TKTPresta mitgeteilt. Achtung: Zoll- und steuerliche Abwicklung wird im Vorfeld geklärt. Die Möglichkeit des Vorsteuerabzuges muss für TKT-Presta gewährleistet sein. Ansonsten wird die Incotermklausel, DDU ....... einfuhrabgefertigt, verwendet.

4.1 Schadensabwicklung

Soweit keine Sonderabläufe vereinbart sind, behält sich TKT-Presta vor bei beschädigter Ware die Annahme zu verweigern bzw. die Ware an den Lieferanten zurückzusenden. Alle aus dem Schaden entstehenden Kosten werden dem Verursacher belastet.

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4.2 Sonderfrachten

Die Anzahl an Lieferungen als auch die Kosten der verursachten und bezahlten Zusatzfrachten (Sonderfrachten, Luftfrachten, etc.) sind durch den Lieferanten aufzuzeichnen, monatlich zu kumulieren und an das betreffende TKT-Presta Werk zu senden.

5 Lieferabruf

TKT-Presta bestellt die Ware per Lieferplanabruf beim Lieferanten.

5.1 Lieferplanabrufe

Die Vereinbarungen zur Abrufplanung werden im Lieferplan (Einteilungssteuerung) definiert. Der Lieferplanabruf ist wie folgt aufgebaut: Fertigungsfreigabe (F): TKT-Presta sichert innerhalb des mit "F" gekennzeichneten Zeitraumes verbindlich zu, dass die gesamten Material- und Fertigungskosten für die von TKT-Presta eingeteilte Menge verbindlich übernommen werden, auch wenn die Einteilung storniert wird. Materialfreigabe (M): TKT-Presta sichert innerhalb des mit "M" gekennzeichneten Zeitraumes verbindlich zu, dass die gesamten Materialkosten für die von TKT-Presta eingeteilte Menge verbindlich übernommen werden, auch wenn die Einteilung storniert wird. Einteilungen, die nach dem Zeitraum Materialfreigabe (M) liegen, dienen zur internen Planung beim Lieferanten. Es besteht keine Abnahmeverpflichtung seitens TKT-Presta.

5.2 Maximale / minimale Abrufmenge

Die maximale Abrufmenge pro Woche (vereinbarte wöchentliche Kapazität) wird mit dem Lieferanten vereinbart und im Lieferplan festgeschrieben. Falls die wöchentliche Abrufmenge die maximal vereinbarte Produktionskapazität übersteigt, ist der Lieferant verpflichtet innerhalb von 24 Stunden mit dem verantwortlichen Planer bei TKT-Presta Kontakt aufzunehmen. Die Mindestabrufmenge entspricht im Normalfall einer Verpackungseinheit, welche im Verpackungsdatenblatt definiert wird. Die zulässigen Abrufschwankungen werden zwischen TKT-Presta und Lieferant während der Vertragsverhandlung projektbezogen fixiert. Die Flexibilitätsvereinbarung definiert einen Zeitraum in dem die Abrufe nicht geändert werden und einen Zeitraum in dem die Abrufe in einer bestimmten Bandbreite schwanken kann.

5.3 Einhaltung von Mengen- und Terminvereinbarungen

Die Einhaltung der Liefertermine, welche auf den Lieferplanabrufen genannt werden, ist zwingend. Der Lieferant übernimmt bei Rückstand gegenüber dem Lieferplan sämtliche Folgekosten für den Lieferverzug. Im Falle einer Unterlieferung verpflichtet sich der Lieferant, vorab den zuständigen Disponenten bei TKT-Presta zu informieren und eine schriftliche Freigabe einzuholen. Falls es von TKT-Presta als erforderlich erachtet wird, hat der Lieferant einen Sondertransport für die fehlende Menge, auf seine Kosten, durchzuführen. Jede vorzeitige Lieferung muss von TKT-Presta vorab genehmigt werden. Ohne diese Genehmigung, wird die überlieferte Menge auf Kosten und auf Risiko des Lieferanten gelagert oder auf dessen Kosten zurück gesendet. Der Lieferant hat termin- und mengengerecht zu liefern. Der Lieferant ist zu Teillieferungen, Lieferungen vor Termin laut Lieferplan oder in größerer Menge als im Lieferplan angegeben, sowie zu Zusatzlieferungen zur Lieferzuteilung laut Lieferplan nur nach vorheriger Zustimmung durch TKT-Presta und bei Übernahme der Mehrkosten durch den Lieferanten berechtigt. Der

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Lieferant ist bei Überschreitung der vereinbarten Liefertermine verpflichtet, den aus der Terminüberschreitung bei TKT-Presta und dessen Kunden entstehenden Schaden zu ersetzen.

5.4 Fehlerhafte Abrufe

Sollte der Lieferant in den definierten Zyklen keine Abrufe erhalten, ist dies bei TKT-Presta anzuzeigen. Dies gilt ebenso bei fehlerhaften bzw. für den Lieferanten nicht plausiblen Lieferabrufen.

5.5 An- und Auslaufsteuerung

In der An- und Auslaufphase erwartet TKT-Presta eine erhöhte Flexibilität vom Lieferant. Hierfür ist eine Kapazitätsplanung erforderlich, um geringe Mengen termingerecht liefern zu können.

5.6 Änderungsmanagement

Der Lieferant stimmt mit TKT-Presta den Mengen- und Zeithorizont beim Einsatz von neuen Änderungsständen der von Ihm gelieferten Teile ab. Er ist verpflichtet, bei Änderungen den zuständigen TKT-Presta Verantwortlichen aus Fachabteilungen/Werken alle notwendigen Freigaben vorzulegen bzw. einzufordern. In den Wareneingängen der gelieferten Güter ist der jeweils aktuelle Änderungsstand auszuweisen und ggf. ist nach Absprache mit TKT-Presta ein zusätzlicher Hinweis auf den neuen Änderungsstand an der Verpackung anzubringen. Es ist nicht gestattet innerhalb eines Packstückes oder einer Ladeeinheit mehrere Änderungsstände zusammenzufassen. Nach erfolgter Erstlieferung im neuen Änderungsstand sind Lieferungen mit früheren Änderungsständen ohne schriftliche Genehmigung von TKT-Presta nicht mehr zulässig.

6 Vendor Managed Inventory (VMI)

ThyssenKrupp Presta Steering hat sich zum Ziel gesetzt eine ,,Ein-Lager-Strategie" gemeinsam mit den Lieferanten umzusetzen, um die logistische Durchlauf- und Lagerzeit zu verkürzen. Die Lagerung aller produzierten Zulieferkomponenten erfolgt in unmittelbarer Nähe zum TKT-Presta Standort und verbleibt bis zur Entnahme im Eigentum des Lieferanten. Belieferung Standard

Lieferant

Produktion Lager Transport

Belieferung Konsignation

TKT-Presta Lieferant

Produktion Transport

TKT-Presta

VMI Lager Produktion

Lager

Produktion

7 Tage Eigentum Lieferant Gefahrenübergang

7 Tage Eigentum Lieferant Eigentumsübergang

7 Tage

Gefahrenübergang Eigentumsübergang

Lagerung in unmittelbarer Nähe zum TKT-Presta Produktionsstandort Ware bis zur Entnahme durch TKT-Presta im Eigentum des Lieferanten Gefahrenübergang und Eigentumsübergang an unterschiedlichen Zeitpunkten Bestände im VMI Lager in den vereinbarten Min-/Max-Grenzen

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7 Lieferpapiere

Der Lieferant muss gemäss der vereinbarten Lieferbedingung die für den Transport notwendigen Begleitpapiere erstellen. Jeder Lieferung ist ein Lieferschein beizufügen, welcher folgende Informationen beinhaltet und der DIN 4991 / 4994 entspricht. Bestellnummer Lieferscheinnummer Lieferantennummer Materialnummer, MR-Index und Bezeichnung der Komponente gem. Lieferplan Chargennummer Stückzahl (Menge pro Behälter) Anzahl Verpackungseinheiten und Behälter Materialnummer der Verpackung (bei Mehrwegverpackung) Bruttogewicht, Nettogewicht Lieferadresse Lieferscheine ohne Angabe der oben angeführten Daten können von TKT-Presta nicht verarbeitet werden und verursachen einen erhöhten Bearbeitungsaufwand beim Wareneingang. Die anfallenden Kosten für den erhöhten Bearbeitungsaufwand können durch TKT-Presta dem Lieferanten belastet werden. Nationale Lieferungen: den Lieferpapieren dürfen keine Originalrechnungen beigefügt werden. Originalrechnungen müssen immer an die Buchhaltung von TKT-Presta gesendet werden. Internationale Lieferungen (nicht im freien Warenverkehr): den Lieferpapieren müssen die Original Handelsrechnung, Lieferschein und Ursprungsnachweis beiliegen. Wenn nötig muss die Ausfuhrdeklaration vom zuständigen Wohnsitzzollamt vorausgefüllt werden (Warenwert >6000) Sämtliche Reklamationen hinsichtlich Transport und Verpackung werden schriftlich erfasst und an den Lieferanten kommuniziert. Bei einem Transportschaden werden die Anlieferdokumente des Spediteurs mit schriftlichem Vermerk unter Vorbehalt angenommen und eine Schadensmeldung (Claim) an den Spediteur mit Kopie an den Lieferanten gesendet.

8 Zollrechtliche Anforderungen

Der Lieferant ist für die ordnungsgemässe Erstellung der Zolldokumente nach aktuellem Rechtsstand sowie die ordnungsgemässe Zollplanung für den Warenimport verantwortlich. TKT-Presta behält sich das Recht vor, sämtliche Folgekosten, die durch unsachgemäss erstellte Zolldokumente entstanden sind, dem Lieferanten zu belasten.

8.1 Lieferungen im Rahmen von Präferenzabkommen

Wir erwarten die Lieferung von präferenzbegünstigten Waren, sofern der Lieferant in einem Land ansässig ist oder die Warenlieferung aus einem Land bewirkt, das ein entsprechendes Präferenzabkommen mit der EU / EFTA etc., geschlossen hat.

8.2 Begleitpapiere bei Importlieferungen

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Je nach Versandart und Lieferland sind die entsprechenden Begleitpapiere der Warensendung beizufügen. Dies können sein: Präferenznachweis EUR.1, EUR-MED, A.TR, UZ Form A (APS), Ursprungserklärung auf der Rechnung Ursprungszeugnis Versandschein T1 Rechnung in 3-facher Ausfertigung Frachtbriefe (CMR/CIM) Lieferscheine

8.3 Rechnungsstellung

Sofern sich aus der Bestellung nichts Abweichendes ergibt, ist die Rechnung in 3-facher Ausfertigung zu erstellen. Die Rechnung in gedruckter Form entfällt bei einer Rechnungsstellung über EDI (Rechnung VDA 4906 und Gutschrift VDA 4908), muss aber trotzdem für den physischen Grenzübertritt bzw. für die Einfuhrverzollung im Empfangsland vorliegen. Kostenlose Lieferungen sind ebenfalls per Rechnung anzuzeigen. Auch bei kostenlosen Lieferungen (Mustersendungen, Beistellungen etc.) muss grundsätzlich eine ordentliche Wertangabe erfolgen (Wert entspricht dem Serienmaterial oder dem handelsüblichen Preis), wobei zusätzlich der Vermerk ,,kostenlos ­ Wert nur für Zollzwecke" anzugeben ist. Die Rechnungen müssen zum Zweck der Zollabwicklung folgende Angaben enthalten: Lieferantennummer Umsatzsteuer-Identnummer TKT-Presta sowie Umsatzsteuer-Identnummer des Lieferanten Bestellnummer Exakte Warenbezeichnung und Material-/Artikelnummer Verwendungszweck (Grund) bei kostenloser Lieferung Lieferscheinnummer, Versanddatum Menge, Masseinheit Warenwert (Einzel- und Gesamtpreis) ­ kostenlose Lieferungen bzw. Leistungen sind mit dem Vermerk ,,kostenlos ­ Wert nur für Zollzwecke" zu kennzeichnen Preiseinheit, Währungseinheit Verpackungspreis (bei Lieferkondition exkl. Verpackung) Anzahl Gebindeeinheiten, Gewicht (Rohmasse, Eigenmasse) Versandanschrift/Abladestelle Adresse des Warenempfängers bei abweichender Adresse zum Rechnungsempfänger Bei Rücklieferungen die TKT-Presta Lieferschein/Rechnungsnummer der ursprünglichen Sendung und den Grund der Rücklieferung Bei Rücklieferungen aus Reparaturen den Wert nach Material- und Lohnkosten TKT-Presta behält sich das Recht vor, die Rechnungsabwicklung mittels Gutschriftsverfahren (Self-billing) durchzuführen. Hierfür wird ein separater Vertrag mit dem Lieferanten geschlossen.

8.4 Ursprungsnachweise

Der Lieferant verpflichtet sich, eine schriftliche Erklärung über den Ursprung der Liefergegenstände abzugeben. Dies umfasst sowohl den nicht präferenziellen als auch den präferenziellen Ursprung der an die TKT-Presta Gruppe zu liefernden Waren.

8.5 Nicht präferenzieller Ursprung

Der nicht präferenzielle Ursprung ist für alle Mitgliedstaaten der EG im Zollkodex (ZK) und der ZKDVO (Artikel 23 und 24) einheitlich definiert. Der nicht präferenzielle Ursprung einer Ware

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bestimmt sich nach dem Land seiner vollständigen Erzeugung oder nach dem Land der letzten wesentlichen und wirtschaftlich gerechtfertigten Be- oder Verarbeitung.

8.6 Präferenzursprung

Grundsätzlich erwarten wir die Lieferung von präferenzbegünstigten Waren

8.7 Nachweis des Präferenzursprungs bei innergemeinschaftlichen Lieferungen

Für innergemeinschaftliche Lieferungen erwarten wir die Übersendung einer Langzeitlieferantenerklärung (LLE) gemäss EG-Verordnung 1207/2001 im Original. Zusätzlich ist bei Nicht-EU Ursprungswaren, die in der Gemeinschaft bereits zum freien Verkehr abgefertigt wurden, auf den Lieferpapieren das Ursprungsland sowie der Vermerk ,,bereits zum innergemeinschaftlichen freien Verkehr abgefertigt" anzubringen.

8.8 Nachweis des Präferenzursprungs bei Lieferungen aus Partnerländern gemäß Freihandelsabkommen (FHA) oder im Allgemeinen Präferenzsystem (APS)

Bei Lieferungen aus Partnerländern entsprechend den FHA oder Zollgutsendungen (nicht im freien Warenverkehr) ist der präferenzielle Ursprung durch einen entsprechenden Präferenznachweis zu bestätigen. Präferenznachweise sind z.B.: EUR.1, EUR-MED, A.TR, UZ Form A (APS), Ursprungserklärung auf der Rechnung Der Lieferant haftet für sämtliche Nachteile, die dem Besteller durch eine nicht ordnungsgemässe oder verspätete Abgabe der Lieferantenerklärung bzw. dem entsprechenden Präferenznachweis entstehen. Soweit erforderlich, hat der Lieferant seine Angaben zum Warenursprung mittels eines von der Zollstelle bestätigten Auskunftsblattes nachzuweisen.

9 Elektronischer Datenaustausch

Der Datenaustausch zwischen TKT-Presta und dem Lieferanten findet per EDI bzw. ASN statt. Bei Lieferanten mit geringen Abrufvolumen können die Daten im Supplier Portal (webEDI) zur Verfügung gestellt werden. Nur in Ausnahmefällen kann die Zusendung auch per Fax erfolgen. Weitere Informationen zu EDI und webEDI finden Sie im Supplier Portal (Logistik / EDI-Richtlinien) www.thyssenkrupp-presta.com Fragen über EDI und die TKT-Presta Richtlinien können an folgende E-mail Adresse gestellt werden: [email protected]p.com

10 Sicherheitsbestand

Der Sicherheitsbestand muss mit dem Lagerbestand beim Lieferanten im FIFO Verfahren laufend umgeschlagen werden. Der Sicherheitsbestand liegt in der Verantwortung des Lieferanten.

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11 Lieferantenbewertung

Als Teil der TKT-Presta Lieferantenbewertung wird auch die Qualität der Logistikleistung der Lieferanten bewertet. Damit soll die Lieferantenbewertung zur kontinuierlichen Verbesserung der Supply Chain beitragen. Die aktuelle Version der Lieferantenbewertung ist im Supplier Portal bereitgestellt (www.thyssenkrupp-presta.com).

12 Logistikaudit nach Global MMOG / LE

TKT-Presta behält sich das Recht vor, beim Lieferanten ein Logistikaudit durchzuführen. Auf Anfrage seitens TKT-Presta wird von den Lieferanten ein Logistik-Selbstaudit anhand des von AIAG und ODETTE/VDA herausgegebenen weltweit standardisierten Global MMOG/LE Fragenkatalogs eingefordert. (Global Material Management Operations Guideline / Logistics Evaluation)

13 Regelwidrigkeiten

Werden die von TKT-Presta aufgestellten Rahmenbedingungen und Forderungen vom Lieferanten nicht eingehalten, behält sich TKT-Presta vor, die dadurch entstehenden Mehrkosten dem Lieferanten zu belasten. Folgende Sachverhalte können zu einem erhöhten Aufwand seitens TKT-Presta führen: Teil-, Über- / Vorab-, Verzugslieferungen fehlender oder fehlerhafter Lieferschein Nichtbeachtung des Verpackungsdatenblattes Fehlerhaftes Labeling der Ware Anlieferung in beschädigten, verschmutzten bzw. falschen Behältern Anlieferung qualitativ minderwertiger Ware (z.B. Korrosion, Schmutz) Nicht sortenrein angelieferte Ware

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14 Anhang

14.1 Ansprechpartner

Funktion Supply Chain Development Steering Column Supply Chain Development Steering Gear Verpackungsplanung Name Comploj, Roland Geiger, Martin Szeverinski, Hartmut Telefonnummer E-Mail +423/377-2544 +423/377-2651 +423/377-2575

[email protected]

[email protected]

[email protected]

14.2 Verpackungshersteller

Lieferantenname Egolf Verpackungs AG Holzverpackung VCI Verpackung Georg Utz Gmbh Adresse Vulkanstrasse 122 CH-8048 Zürich-Altstätten Schweiz Tel: +41 (0)44 / 437 90 90 Fax: +41 (0)44 / 437 90 95 Augraben 2-4 CH-5620 Bremgarten Schweiz Tel: +41 (0) 56 / 648 77 11 Fax: +41 (0) 56 / 648 79 12 Schötmarsche Strasse 22 D-32107 Bad Salzuflen Deutschland Tel: +49 (0) 7424 / 99 -1120 Fax: +49 (0) 7424 / 99 - 2536 Lise-Meitner-Straße 12 D-48529 Nordhorn Deutschland Tel: +49 (0) 5222 / 970 - 0 Fax: +49 (0) 5222 / 970 - 126 Internetadresse

www.egolfverpackungsag.ch

www.georgutz.com

Kunststoffverpackung Linpac Material Handling

www.lmhglobal.com

Kunststoffverpackung Variotech Neerken KG

www.variotech.de

Kunststoffverpackung

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