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Der Feuervogel oder Wie klang das Jahr 1910?

Ein Projekt im Rahmen der Tonspiele für 10-14 jährige Schülerinnen und Schüler

Vorbereitende Unterrichtsmaterialien für Lehrerinnen und Lehrer von Hauptschulen und Gymnasien

zusammengestellt von Bettina Büttner

Liebe Lehrerin, lieber Lehrer! Anbei finden Sie eine Zusammenstellung von Informationsblättern, Arbeitsblättern und Anregungen als Vorbereitung für Ihren Besuch des Konzertes ,,Der Feuervogel". Da dieses Konzert für Kinder und Jugendliche von 10-14 Jahren gedacht ist, habe ich mich bemüht, für jede Altersstufe etwas anzubieten, Sie können für Ihre Klasse das auswählen, was Sie für richtig halten. Ergänzend zu meiner Info-Mappe würde ich sehr empfehlen, eine Aufnahme der Feuervogel-Suite zu besorgen und Tonbeispiele mit den Kindern gemeinsam anzuhören. Besonders hinweisen möchte ich auf die vielfältigen Möglichkeiten bei diesem Projekt, fächerübergreifend zu arbeiten. Folgende Fächer können miteinbezogen werden: Musik, Geschichte, Deutsch, Bildnerische Erziehung, ev. Turnen (Tanz).

Viel Freude bei der gemeinsamen Vorbereitung auf den Feuervogel und natürlich bei der Aufführung! Mit herzlichen Grüßen,

Bettina Büttner

Inhaltsverzeichnis

1. Ablauf des Konzertes in St.Pölten 2. Der Feuervogel von Igor Strawinsky Biografie Igor Strawinsky ­ Text und Fotos Arbeitsblatt Biografie Strawinsky Der Feuervogel ­ das Ballett. Kurzinformation Die Feuervogel-Suite. Inhalt, Entstehungsgeschichte, Bilder, Musik Die beiden ursprünglichen russischen Märchen 3. Die Mitwirkenden Tonkünstler-Orchester Niederösterreich ­ Kurzinformation Fotos des Dirigenten, des Orchesters, der Schauspieler, der Tänzerin 4. Fächerübergreifende Vorbereitung Geschichte: Das Jahr 1910 ­ eine Chronik, Anregungen für den Geschichtsunterricht Deutsch: Anregungen für den Deutschunterricht Bildnerische Erziehung: Anregungen für den Zeichenunterricht

5. Bibliografie + Quellen

Informationen zum Ablauf des Konzertes Igor Strawinsky: Der Feuervogel oder "Wie klang das Jahr 1910?" Für Kinder und Jugendliche von 10 bis 14 Jahren Regie: Hans Christian Schmidt-Banse, Dirigent: Sascha Goetzel Georgette Sanchez (Tänzerin der abcdancecompany, Choreografie: Karl Schreiner) Schauspieler: Mirjam Jessa und Rafael Schuchter In diesem Konzert wechseln Musik und Wort einander ab, einerseits wird die Feuervogel-Suite von Strawinsky vorgespielt und vorgestellt und das Märchen vom Feuervogel erzählt, und andererseits erfahren die Kinder einiges vom Jahr 1910, in dem die Uraufführung des Feuervogels in Paris stattfand. Die Solotänzerin der Uraufführung, Tamara Karsáwina, erzählt ihrer Schwester in einem Brief von der Uraufführung und von den Proben, von Herrn Strawinsky sowie vom Leben in Paris. Schlagzeilen ­ Musik, die in dieser Zeit gespielt wurde ­ ein Auftritt einer Solotänzerin - all das verdichtet sich zu einer spannenden Auseinandersetzung mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Folgende Werke bzw. zum Teil Ausschnitte aus den Werken werden gespielt: Orchester Igor Strawinsky: Feuervogel-Suite (Fassung 1919) Richard Strauss: Rosenkavalier, Introduktion zum 1. Aufzug (ca. 1 Minute) Peter Iljitsch Tschaikowski, aus dem Nussknacker-Ballett: Russischer Tanz Maurice Ravel: Ma mère a l´Oye, daraus: Pavane de la Belle (Auszug) Jacob Gade, Tango Jalousie Johann Gottfried Piefke, Marsch ,,Preussens Gloria" Nikolai A. Rimskij-Korsakow, Scheherazade, daraus: Der junge Prinz und die junge Prinzessin Klavier Claude Debussy, Prélude ,,Les sons et les parfums tournent dans l´air du soir" (Ausschnitt) Béla Bartók, Allegro barbaro (Ausschnitt) Arnold Schönberg, Klavierstück op. 11 Nr. 3 (Ausschnitt) Saxophon ,,Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" Schlager, kurzes Zitat

Biografie Igor Strawinsky

* 05.06.1882 + 06.04.1971 Igor Feodorowitsch Strawinsky wurde 1882 in Oranienbaum in Russland geboren. Seine Mutter war eine reiche Großgrundbesitzerin und gehörte dem russischen Landadel an. Sein Vater war angesehener Sänger (Bassist) an der Kaiserlichen Oper von St.Petersburg. Zwischen seinem siebenten und seinem neunzehnten Lebensjahr erlebte Strawinsky unzählige Opernproben und Premieren und war manchmal an fünf Abenden pro Woche in der Oper! Als Musiker und Komponist war Strawinsky weitgehend Autodidakt, das bedeutet, dass er sich alles selbst beigebracht hat. Er studierte zwar, aber nicht Musik, sondern ein Studium der Rechte, das er an der St. Petersburger Universität abschloss. Er erhielt allerdings jahrelang Klavierunterricht, spielte auch viel mit seiner Mutter vierhändig und er erhielt Privatunterricht beim berühmten russischen Komponisten RimskyKorssakow. Er spielte auch mit seinem Lehrer vierhändig und lernte dabei die Musik von Schubert, Tschaikowsky, Mahler und Bruckner und anderen berühmten Komponisten besonders gut kennen. 1904 schrieb Strawinsky seine erste Sonate. 1906 heiratete Strawinsky seine Kusine Jekaterina Nossenko, eine Sopranistin. Viele seiner frühen Werke sind ihr gewidmet. Kurz darauf kam es zur ersten Begegnung mit Sergej Diaghilew, einem wichtigen Mann, der das russische Ballett erneuerte. Er beauftragte den jungen Komponisten ­ begeistert von Strawinskys Werken ­ die Musik für mehrere Ballette zu schreiben. Mit diesen ersten Balletten schon begann Strawinskys Weltruhm. 1910 ist Strawinsky zum ersten Mal, anlässlich der Premiere seiner Musik zum Ballett "Der Feuervogel" in Paris. Dieses Ballett wurde ein unglaublicher Erfolg! Die Aufführung eines anderen Ballettes, "Le sacre du printemps" 1913 in Paris verursachte einen der größten Theaterskandale des 20. Jahrhunderts. Das Publikum tobte, weil ihm das Stück zu modern war! Der Ausbruch des 1. Weltkrieges und die Russische Revolution führten dazu, dass Strawinsky, der zunächst in der Schweiz das Ende des Krieges abgewartet hatte, 1920 nach Frankreich übersiedelte und sich in Paris niederließ. Dort lebte er bis 1939 und erhielt 1934 die französische Staatsbürgerschaft. In seiner französischen Zeit vermehrte sich auch Strawinskys Konzert- und Reisetätigkeit als Pianist und Dirigent seiner Kompositionen. Im Jahre 1938 starb seine Tochter Ludmilla, eines seiner vier Kinder, und im darauf folgenden Jahr musste er auch seine Frau und seine Mutter zu Grabe tragen. Der Ausbruch des 2. Weltkrieges überraschte Strawinsky auf einer Vortragsreihe durch die Vereinigten Staaten, die er als neue Heimat wählte. Dort heiratet er 1940 erneut, nahm die amerikanische Staatsbürgerschaft an und ließ sich in Beverly Hills bei Hollywood in Kalifornien nieder. Erst 1951 betrat er das erste Mal wieder europäischen Boden, und zwar bei der Uraufführung seiner Oper ,,The Rakes Progress" in Venedig. Die folgenden Jahre brachten serienweise Weltreisen des nun vor allem als Dirigent seiner Orchesterwerke auftretenden Komponisten. 1967 dirigierte er sein letztes öffentliches Konzert. Strawinsky starb am 6. April 1971 mit 89 Jahren. Berühmte Werke: Feuervogel (1910) Petruschka (1911) Le Sacre du Printemps (1913) Die Geschichte des Soldaten (1918) The Rake´s Progress (1951)

ARBEITSBLATT Igor Strawinsky ­ sein Leben

In welchem Land und in welchem Jahr wurde Igor Strawinsky geboren? ...................................................................................................... Ist Strawinsky als Kind gerne in die Oper gegangen und warum? ...................................................................................................... Hat er Musik studiert oder etwas Anderes? ...................................................................................................... Welches Instrument konnte Strawinsky spielen? .................................................................................................... Wann hat Strawinsky geheiratet? Wie viele Kinder hatte er mit seiner Frau? .................................................................................................... Wann wurde der ,,Feuervogel" uraufgeführt und wo? ...................................................................................................... In welchen Ländern hat Strawinsky im Laufe seines Lebens gewohnt? ...................................................................................................... Wie alt ist Strawinsky geworden? ...................................................................................................... Kannst du drei berühmte Werke von Strawinsky aufschreiben? ......................................................................................................

DER FEUERVOGEL Ballett von Igor Strawinsky

Tamara Karsawina als ,,Feuervogel" (1912)

Igor Strawinsky gilt als der bedeutendste Ballettkomponist des zwanzigsten Jahrhunderts. Sein Lebenswerk dem Bühnentanz gewidmet, besann er sich mit seinen russischen Balletten "Der Feuervogel", "Petruschka" und "Le Sacre du Printemps" auf den klassischen Tanz. Als Ballettkomponist entdeckt wurde Strawinsky von Serge Diaghilew, einem einzigartigen Kunstmanager. Zwischen ihm und Strawinsky entwickelte sich eine lebenslange Freundschaft, die die beiden Männer bis zu Diaghilews Tod im Jahr 1929 eng miteinander verband. Diaghilew war es auch, der Igor Strawinsky den internationalen Durchbruch als Komponist ermöglichte: Strawinsky hatte nun die Möglichkeit, sich auf dem internationalen Parkett zu bewähren. Vor ihm lag die Metropole Paris und die Zusammenarbeit mit bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten ­ Tänzer, Choreographen, Maler und Regisseure.

1910 in Paris uraufgeführt, zählt "Der Feuervogel" zu den beliebtesten Balletten überhaupt. Basierend auf russischen Volksmärchen handelt die Geschichte von Gefangenschaft, Unterdrückung und Tod, die von Vernunft und Schönheit besiegt werden. Ein Jahr später, im Sommer 1911, erlebt mit "Petruschka" das zweite von Strawinskys russischen Balletten seine Uraufführung in Paris.

Der Feuervogel ­ Ballett-Suite von Igor Strawinsky

Die Geschichte des Feuervogels setzt sich aus zwei uralten russischen Märchen zusammen. Die beiden russischen Märchen können in der ursprünglichen Fassung gelesen werden: ,,Das Märchen von Iwan Zarewitsch, dem Feuervogel und dem grauen Wolf" und ,,Der unsterbliche Kastschei"). Igor Strawinsky wurde beauftragt, eine Ballettmusik zu diesem ,,neuen" Märchen zu schreiben. Das Ballett wurde am 15. Juni 1910 in Paris uraufgeführt und war ein großer Erfolg; Strawinsky wurde mit einem Schlag berühmt. Wie es damals bei erfolgreichen Stücken üblich war, wurden aus der umfangreichen Ballettmusik die eindrucksvollsten und interessantesten Stücke herausgesucht und zu einer Suite zusammengefasst. Diese Suite werdet Ihr im Festspielhaus St.Pölten hören. Die Nummern der Suite lauten: Nr. 1 Introduktion Nr. 2 Der Feuervogel und sein Tanz Nr. 3 Variation: Der Feuervogel Nr. 4 Reigen der Prinzessinnen Nr. 5 Höllentanz des Königs Kastschei Nr. 6 Wiegenlied Nr. 7 Finale

Die Feuervogel-Geschichte (nach Michael Fokine, dem Librettisten Strawinskys) Iwan Zarewitsch hat sich auf der Jagd nach dem Feuervogel im Wald verirrt. Er überspringt eine Mauer und befindet sich im Zaubergarten Kastscheis vor einem Apfelbaum voller goldener Früchte. Der Feuervogel erscheint und Iwan Zarewitsch versucht, ihn zu fangen. Der Feuervogel umkreist den Apfelbaum und pflückt sich eine der goldenen Früchte. Dabei gelingt es Iwan Zarewitsch, den Feuervogel zu fangen. Seine inständigen Bitten erweichen Iwan jedoch, ihn wieder freizulassen. Als Dank dafür schenkt ihm der Feuervogel eine seiner goldenen Federn. Geriete Iwan irgendwann einmal in Gefahr, so solle er sie in die Luft werfen und gleich werde ihm Hilfe zuteil. Der Feuervogel verlässt den Garten ­ Iwan Zarewitsch bleibt zurück. Aus dem Palast kommen dreizehn Prinzessinnen, die Kastschei gefangen hält. Sie benutzen die Nacht für eine heimliche Erholung, umtanzen den Apfelbaum aus Gold und pflücken sich jede einen der Äpfel, um mit ihnen ein Ballspiel zu beginnen. Iwan beobachtet sie eine Weile heimlich und tritt dann hervor. Als die Prinzessinnen Iwan entdecken, unterbrechen sie erschrocken ihr Spiel. Ihre Angst und Verlegenheit legen sich aber bald, und sie erlauben ihm, mit ihnen einen Reigen zu tanzen. Iwan Zarewitsch und die schöne Zarewna, eine der Prinzessinnen, erkennen ihre Liebe zueinander. Als der Morgen naht, verlassen die Prinzessinnen ängstlich den Garten und kehren in den Palast zurück. Iwan bleibt ­ verzweifelt wegen seiner unerfüllbaren Liebe - zurück. Obwohl ihn die schöne Zarewna vor dem Betreten des Palastes und der Vernichtung durch die Dämonen Kastscheis warnte, versucht er das Palasttor zu sprengen. Als er eintritt, erscheinen Kastscheis Riesenwachen und nehmen ihn gefangen. Kastschei erscheint. Iwan Zarewitsch soll wie seine Vorgänger, die in den Palast einzudringen versuchten, in Stein verwandelt werden. Während Kastschei schon mit der Beschwörung beginnt, macht Iwan zu seiner Rettung aus höchster Not von der goldenen Feder Gebrauch, die ihm der Feuervogel zurückließ.

Der Feuervogel erscheint und zwingt durch Zauberkraft Kastscheis Gefolge zu einem Tanz, der schließlich in eine infernalische Tanzorgie mündet und alle Beteiligten am Ende erschöpft zu Boden sinken lässt. Inzwischen ist Kastschei zum goldenen Apfelbaum geeilt, denn dort verbirgt sich in einer Höhlung ein Kästchen und in dem Kästchen ein Ei, und das Ei umfängt Kastscheis Unsterblichkeit. Doch des Feuervogels magisches Wiegenlied schläfert Kastschei ein, und als er wie aus einer Betäubung erwacht, ist es für ihn zu spät. Denn der Feuervogel hat Iwan Zarewitsch das Geheimnis von Kastscheis Unsterblichkeit verraten. Iwan holt das Kästchen und zerschlägt das Ei, und im selben Augenblick verliert Kastschei Leben und Zauberkraft in Vergangenheit und Gegenwart. Kastschei stirbt. Auch sein Zaubergarten und Palast sind verschwunden und die in Stein verwandelten Ritter wieder in Menschen verwandelt. In ihrer Mitte stehen, für immer vereint, Iwan Zarewitsch und die schöne Zarewna. Noch einmal lässt sich kurz der Feuervogel sehen, dann ist das Märchen zu Ende.

Entstehungsgeschichte Im Winter 1908/1909 machte Sergej Diaghilew, der wichtige Ballettreformer, erstmals die Bekanntschaft mit Werken Igor Strawinskys. Er war von der Musik so beeindruckt, dass er den jungen Komponisten beauftragte, die Musik für mehrere Ballette zu schreiben. Als Strawinsky einer Runde von Freunden und seinem Auftraggeber Sergej Diaghilew die fertige Feuervogel-Musik vorspielte, schriebe der französische Kritiker Brussel eine eigene Erinnerung: ,,Zur festgesetzten Stunde trafen wir uns alle in dem kleinen Erdgeschoßzimmer .... Der Komponist, jung, schlank und verschlossen in einem energischen Antlitz, saß am Klavier. Aber im Augenblick, da er zu spielen anfing, leuchtete die überaus bescheidene und matt erhellte Wohnung von einem blendenden Glanz. Am Ende der ersten Szene war ich überwältigt. Am Ende der letzten von Bewunderung hingerissen. Das Manuskript auf dem Musikpult, über und über mit feinem Bleistift beschrieben, enthüllte ein Meisterwerk." Für die Tänzer war die Musik Strawinskys aber eine große Herausforderung. Niemals zuvor hatte es eine Ballettmusik mit solch einem komplizierten Rhythmus gegeben. So lehnte die weltberühmte Primaballerina Anna Pawlowa die Solorolle mit der Begründung ab, zu solchem Unsinn tanze sie nicht! An ihre Stelle trat Tamara Karsawina, die noch eine große Laufbahn vor sich hatte. Ihre Probezeit nannte sie später ,,Tränenreiches Lernen". Nach Augenzeugenberichten soll sie als Feuervogel eine atemberaubende Leistung vollbracht haben. Von ihrer Probenarbeit mit Strawinsky berichtete sie folgendes: ,,...Er spielte wieder und wieder einige Passagen für mich. Da war keine Ungeduld über mein langsames Verstehen. Wie interessant war es, ihn am Klavier zu beobachten: Sein Körper schien im Rhythmus seiner eigenen Musik zu vibrieren." (1931)

Zur Musik Die drei Hauptfiguren ­ Prinz Iwan, Feuervogel und Kastschei ­ stellt Strawinsky höchst anschaulich mit einer dreigeschichteten Musik dar: Die Buntheit und Traumwelt des Feuervogels beschreibt er mit einem farbigen impressionistischen Orchesterklang, Kastscheis bedrohende Welt durch unheimliche Orchesterfarben und die heile Welt Iwans mit Melodien, die z.T. aus der russischen Volksmusik stammen. Die Suite beginnt mit mysteriösen, überirdischen Waldklängen. Die Musik ist eher schwer, tragend, sogar bedrückend, hervorgerufen durch tief und düster klingende Instrumente. Doch plötzlich - die Musik wird energischer und lebhafter - tritt der Feuervogel in den Vordergrund. Die Musik ist so meisterhaft komponiert, dass man sich ganz bildlich vorstellen kann, wie der Vogel mit seinen Flügeln schlägt, wie er im Hin und Her und Auf und Ab seine zuckenden Fluglinien verfolgt. Die magische Starre ist vorbei ­ jetzt ist Licht und Leben eingekehrt. Dann springt die Suite zu einem Zaubergarten, wo die Prinzessinnen tanzen, zu einer Musik voller Anmut und russischer Lyrik. Hier hat Strawinsky ein russisches Volkslied verwendet. Es folgt ein unglaubliches Krachen, als Kastschei und seine ekligen Gesellen auftauchen. Die Musik, eben noch anmutig und sehnsüchtig, wird abrupt durch einen Paukenschlag mit nachfolgendem Trommelwirbel abgelöst, der das Ungeheuer und das Böse ankündigt. Die Spannung steigt ins Dramatische. Danach aber beginnt ein russisches Schlaflied, mit dem der Feuervogel die Dämonen ewig schlafen legen soll. Der krasse Gegensatz von lautstark-wildem Höllentanz und stilltraulichem Wiegenlied, bewirkt, dass die dunklen Farben aus Fagotten und Oboen nur umso beruhigender wirken. Aus der nun folgenden Ruhe entspringt das berühmte Hornsolo, das eine alte russische Melodie spielt, die heftiger und kraftvoller vom gesamten Orchester wiederholt wird. Das Finale endet in einem gewaltigen Klangzauber in unerhörter Feierlichkeit.

Die beiden ursprünglichen russichen Märchen, aus denen die Feuervogel-Fassung des Ballettes zusammengesetzt ist. 1. Das Märchen von Iwan Zarewitsch, dem Feuervogel und dem grauen Wolf

In irgendeinem Zarenreich, in irgendeinem Staat lebte ein Zar namens Berendej. Drei Söhne hat der Gott dem Zar geschenkt und der Jüngste war Zarewitsch Iwan (Prinz Iwan). Dem Zarenpalast gegenüber lag ein wunderschöner Garten, wo ein Apfelbaum mit den goldenen Äpfeln wuchs. Seit einer Zeit begann jemand den Garten zu besuchen und die goldenen Äpfel zu rauben. Der Zar hat mehrmals die Wache in den Garten gestellt, doch keine Wache konnte einen Dieb entdecken. Dadurch verlor der Zar den Schlaf, ist ganz trübe geworden. Die Söhne trösten den Vater: "Unser lieber Vater. Sei doch nicht so traurig. Wir werden selbst den Garten bewachen." "Die kommende Nacht gehe ich in den Garten" -sagte der ältere Bruder. Doch als die Nacht sich über die Erde ausbreitete, legte sich der ältere Sohn auf das weiche Kraut und schlief ein. Am nächsten Morgen fragt ihn der Zar: "Na, mein Sohn, vielleicht hast du eine gute Nachricht für mich. Hast Du den Räuber gesehen?" "Es tut mir leid, mein Vater. Ich bin die ganze Nacht wach und munter geblieben, doch niemanden sah ich im Garten." In der nächsten Nacht ging der mittlere Sohn den Garten zu bewachen, schlief auch die ganze Nacht durch und sagte am Morgen, er habe den Dieb nicht gesehen. Nun war der Jüngste an der Reihe, den Garten zu bewachen. lwan Zarewitsch begab sich in den Garten und wagte nicht einmal, sich zu setzen und hinzulegen. Sobald ihn der Schlaf übermannte, wusch er sich mit dem Tau der Gräser und trieb den Schlaf aus den Augen. Die halbe Nacht ging herum, da glaubte er einen Lichtschimmer zu sehen, der wurde immer heller und heller, und schließlich war der ganze Garten in strahlendes Licht getaucht. Und nun sah er: Auf dem Apfelbaum saß der Feuervogel und pickte an den goldenen Äpfeln. Behutsam stahl sich Iwan-Zarewitsch an den Baum und packte den Vogel beim Schwanz. Der Feuervogel schwang sich empor und flog davon, nur eine Schwanzfeder behielt er in der Hand. Am nächsten Morgen ging Iwan-Zarewitsch zum Vater. "Nun, mein guter Iwan, hast du den Dieb gesehen?" "Liebster Vater, gefangen habe ich ihn nicht, weiß jetzt aber, wer unseren Garten plündert. Ich habe Euch auch etwas von dem Dieb mitgebracht. Es ist der Feuervogel!" Der Zar nahm die Feder. Von Stund an aß und trank er wieder und grämte sich nicht mehr. Doch eines Tages kam ihm der Feuervogel wieder in den Sinn. Er rief seine Söhne und sagte ihnen: "Meine lieben Kinder, wollt ihr nicht eure guten Rosse satteln, euch in der weiten Welt umtun, Städte und Länder kennen lernen und irgendwo den Feuervogel finden?" Die Söhne verneigten sich vor dem Vater, sattelten ihre guten Rosse und brachen auf. Der Älteste ritt in eine Richtung, der Mittlere in eine andere, Iwan-Zarewitsch nahm die dritte. So ritt Iwan-Zarewitsch kurz oder lang, es war ein Sommertag, er wurde müde, stieg ab und legte sich schlafen. Wer weiß, ob viel Zeit verging oder wenig, jedenfalls erwachte er und sah, dass sein Pferd verschwunden war. Er ging es suchen, suchte lange und fand schließlich nur das abgenagte Gerippe seines Pferdes.

Da war Iwan-Zarewitsch verzweifelt, denn wie sollte er den weiten Weg ohne Pferd machen? "Was bleibt mir übrig?" -sann er und ging zu Fuß weiter. Er wanderte lange fürbass und wurde sterbensmüde. Da setzte er sich ins feuchte Gras und machte eine bekümmerte Miene. Plötzlich lief ein grauer Wolf auf ihn zu: "Warum grämst du dich, Iwan-Zarewitsch, und lässt den Kopf hängen?" "Wie soll ich mich nicht grämen, grauer Wolf? Ich habe mein gutes Ross verloren." "Ich war's, der dein Pferd gefressen hat, aber nun tust du mir leid. Erzähle, warum du in die Ferne gezogen bist und wohin du willst." "Mein Vater hat mich in die weite Welt hinausgeschickt, damit ich den Feuervogel finde" "Oho! Mit deinem guten Ross wärest du nicht einmal in drei Jahren dort. Ich allein weiß, wo der Feuervogel wohnt. Lass es gut sein, ich habe dein Ross gefressen, will dir aber fortan treu und redlich dienen. Schwinge dich auf meinen Rücken, und halte dich fest." Iwan-Zarewitsch tat, wie ihm geheißen, und der graue Wolf jagte mit ihm los. Der Ritt ging über die blauen Wälder, über die Seen und Felder. Über kurz oder lang erreichten sie eine hohe Festung. Der graue Wolf sprach: "Höre gut zu, Iwan-Zarewitsch, und merke dir meine Worte. Steige über die Mauer, sei unbesorgt, die Stunde ist günstig, alle Wächter schlafen. Im Turm wirst du ein Fenster sehen, im Fenster steht ein goldener Käfig, und im Käfig sitzt der Feuervogel. Nimm den Vogel, steck ihn unter den Rock, aber berühre ja nicht den Käfig." Iwan-Zarewitsch stieg über die Mauer, sah den Turm, im Fenster stand der goldene Käfig, im Käfig saß der Feuervogel. Er nahm den Vogel steckte ihn unter den Rock, konnte sich aber nicht satt sehen am Käfig, sein Herz entflammte: "Ach, von purem Gold und wie kostbar! Wie soll ich ihn nicht mitnehmen?". Er hatte vergessen, was der Wolf ihm gesagt. Kaum berührte er aber den Käfig, als sich ein großes Getöse erhob: Trompeten schallten, Trommeln wirbelten, die Wächter erwachten, packten Iwan-Zarewitsch und schleppten ihn vor den Zaren Afron. Zar Afron fragte erzürnt: "Wer bist du, und wo kommst du her?" "Ich bin der Sohn des Zaren Berendej, Iwan-Zarewitsch." "Ach, Schande über dich! Ein Zarensohn und stiehlt!" "Und als Euer Vogel geflogen kam und unseren Garten geplündert hat?" "Wärst du zu mir gekommen und hättest mich im Guten gebeten, ich hätte ihn aus Achtung vor deinem Vater, dem Zaren Berendej, hergegeben. Aber ich will nicht so sein, wenn du mir einen Dienst erweist, sei dir verziehen. Es gibt ein Reich, über das der Zar Kusman herrscht, der hat ein Ross mit einer goldenen Mähne. Hole mir das Ross, dann bekommst du den Feuervogel mitsamt dem Käfig." Betrübt kehrte Iwan-Zarewitsch zum grauen Wolf zurück. Der Wolf sprach: "Ich habe dir doch gesagt, du sollst den Käfig nicht berühren. Warum hast du meine Worte nicht befolgt? " "Vergib mir schon, grauer Wolf, verzeih." "Ja, jetzt hast du gut reden. Nun schön, steig auf. Wer A sagt, muss auch B sagen." Wieder jagte der graue Wolf mit Iwan-Zarewitsch los. Über kurz oder lang erreichten sie die Feste, in der das goldmähnige Ross stand. "Steig über die Mauer, Iwan-Zarewitsch, die Wächter schlafen. Geh in den Stall, greif dir das Ross, aber berühre ja nicht den Zaum." Iwan-Zarewitsch stieg in die Festung, in welcher alle Wächter schliefen, ging in den Stall, fing das goldmähnige Ross ein, warf jedoch ein begehrliches Auge auf das Zaumzeug, das war mit Gold und Edelsteinen verziert, ein besseres gab es nicht für ein solches Ross. Iwan-Zarewitsch griff danach, und sogleich erhob sich ein Getöse in der ganzen Feste. Trompeten schallten, Trommeln wirbelten, die Wächter erwachten, packten Iwan-Zarewitsch und schleppten ihn vor den Zaren Kusman. "Wer bist du, und wo kommst du her?" "Ich bin Iwan-Zarewitsch."

"Ho, was du für Dummheiten machst, ein Pferd zu stehlen! Nicht einmal ein einfacher Bauer würde sich dafür hergeben. Nun schön, ich will dir verzeihen, Iwan-Zarewitsch, wenn du mir einen Dienst erweist. Der Zar Dalmat hat eine Tochter, die schöne Helena Entführe sie und bringe sie her, dann schenke ich dir das goldmähnige Ross mitsamt dem Zaumzeug." Noch betrübter kehrte Iwan-Zarewitsch zum grauen Wolf zurück. "Ich habe dich doch gewarnt, du sollst den Zaum nicht berühren, aber du hast nicht auf mich gehört." "Vergib mir schon, grauer Wolf, verzeih." "Jetzt hast du gut reden. Nun schön, steig auf." Wieder jagte der graue Wolf mit Iwan-Zarewitsch dahin Schließlich kamen sie zum Zaren Dalmat. Der graue Wolf sprach: "Diesmal bleibst du zurück, ich gehe lieber selbst. Lauf du zurück, ich will dich nachher einholen." Iwan-Zarewitsch tat, wie ihm geheißen, der graue Wolf aber setzte über die Mauer in den Garten. Er verbarg sich hinter einem Busch und sah die schöne Helena mit ihren Frauen und Wärterinnen kommen. Sie lustwandelte im Garten, und als sie ein Stück hinter den Frauen und Wärterinnen zurückblieb, packte der graue Wolf die Schöne, warf sie auf seinen Rücken und jagte davon. "Geschwind, steig auf, ehe die Verfolgung beginnt!" Der graue Wolf lief mit Iwan-Zarewitsch und der schönen Helena zurück. Der Ritt ging über die blauen Wälder, über Flüsse, Seen und Felder. Über kurz oder lang kamen sie beim Zaren Kusman an. Der graue Wolf fragte: "Warum bist du so still und traurig, Iwan-Zarewitsch?" "Wie sollte ich nicht traurig sein, grauer Wolf? Wie kann ich mich von so viel Schönheit trennen? Wie die schöne Helena gegen ein Ross tauschen? " Der graue Wolf antwortete: "Ich trenne dich nicht von der Schönen, wir wollen sie verstecken, dann verwandele ich mich in die schöne Helena, und du führst mich in ihrer Gestalt zum Zaren." Sie versteckten die schöne Helena in einer Waldhütte. Der graue Wolf schlug einen Purzelbaum und nahm Helenas Gestalt an Iwan-Zarewitsch führte ihn zum Zaren Kusman. Der Zar freute sich sehr und dankte: "Hab Dank, Iwan-Zarewitsch, dass du mir die Braut errungen hast. Dafür bekommst du jetzt das goldmähnige Ross mit dem Zaumzeug." Iwan-Zarewitsch schwang sich aufs Ross und sprengte in den Wald zur schönen Helena. Er hob sie zu sich aufs Pferd und ritt seines Weges. Zar Kusman aber richtete die Hochzeit, feierte den ganzen Tag bis zum Abend, und als es Schlafenszeit war, führte er die schöne Helena ins Brautgemach, aber kaum hatte er sich mit ihr niedergelegt, als er einen Wolfsrachen statt des lieblichen Antlitzes seines jungen Ehegesponses sah. Vor Schreck fiel der Zar aus dem Bett, der Wolf aber suchte das Weite. Er holte Iwan-Zarewitsch ein und fragte: "Warum so traurig, Iwan-Zarewitsch?" "Wie sollte ich nicht traurig sein? Es tut mir leid, auf einen solchen Schatz wie das goldmähnige Ross verzichten zu müssen und es gegen den Feuervogel zu tauschen." "Gräme dich nicht, ich helfe dir." Schließlich langten sie beim Zaren Afron an. Der Wolf sprach: "Verstecke das Pferd und die schöne Helena, ich will mich in das goldmähnige Ross verwandeln, und dann führst du mich zum Zaren Afron." Sie verbargen die schöne Helena und das goldmähnige Ross im Walde. Der graue Wolf schlug einen Purzelbaum und verwandelte sich sogleich in das goldmähnige Ross. Iwan-Zarewitsch führte es zum Zaren Afron. Der freute sich sehr und überließ ihm den Feuervogel im goldenen Käfig. Zu Fuß kehrte Iwan-Zarewitsch in den Wald zurück. Dort setzte er die schöne Helena aufs goldmähnige Ross, nahm den goldenen Käfig mit dem Feuervogel, schwang sich in den Sattel und ritt heimwärts.

Derweil ließ sich Zar Afron das geschenkte Ross vorführen. Als er es jedoch besteigen wollte, verwandelte es sich in einen grauen Wolf. Vor Schreck plumpste der Zar auf die Erde, der Wolf aber nahm Reißaus und holte bald darauf Iwan-Zarewitsch ein. "Jetzt aber gehab dich wohl, ich darf nicht weiter." Iwan-Zarewitsch stieg ab, verneigte sich dreimal vor dem Wolf bis zur Erde und dankte ihm ehrerbietig Der Wolf aber sprach: "Sage mir nicht für immer Lebewohl, sondern auf Wiedersehen, du wirst mich noch brauchen" Iwan-Zarewitsch dachte in seinem Sinn: Wozu? Alle meine Wünsche sind doch erfüllt. Dann setzte er sich aufs goldmähnige Ross und ritt mit der schönen Helena und dem Feuervogel seiner Wege. Als er sein Land erreichte, beschloss er Abend zu essen, denn er hatte ein wenig Brot bei sich. Das verzehrten sie, tranken klares Quellwasser dazu und legten sich zur Ruhe nieder. Kaum war Iwan-Zarewitsch eingeschlummert, als seine Brüder dahergesprengt kamen. Auf der Suche nach dem Feuervogel waren sie durch die Fremde gezogen und kehrten nun mit leeren Händen heim. Als sie bei Iwan-Zarewitsch anlangten und dessen Schätze sahen, machten sie untereinander aus: "Wir töten den Bruder, dann ist die ganze Beute unser." Gesagt, getan Sie erschlugen Iwan-Zarewitsch, setzten sich auf das goldmähnige Ross, nahmen den Feuervogel, hoben die schöne Helena aufs Pferd und drohten ihr: "Wehe dir, wenn du daheim auch nur ein Wort verlauten lässt!" Da lag nun Iwan-Zarewitsch tot auf der Erde, schon kreisten die Raben über ihm. Wer weiß woher, lief der graue Wolf herzu und schnappte einen Raben mit seinem Rabenjungen. "Flieg aus, Rabe, und hole mir vom Wasser des Lebens und vom Wasser des Todes. Bringst du mir beides, lasse ich dein Junges frei." Dem Raben blieb nichts übrig, und er flog davon. Der Wolf aber hielt sein Junges im Fang. Über kurz oder lang brachte der Rabe das Wasser des Lebens und das Wasser des Todes. Der graue Wolf besprengte Iwan Zarewitschs Wunden mit dem Wasser des Todes, und sie heilten, dann besprengte er ihn mit dem Wasser des Lebens, und Iwan-Zarewitsch erwachte zum Leben. "Oh, wie fest ich geschlafen habe!" "Du hast in der Tat fest geschlafen", sprach der graue Wolf. "Ohne mein Zutun wärest du nie mehr aus deinem Schlaf erwacht. Deine eigenen Brüder haben dich umgebracht und sich deiner ganzen Beute bemächtigt. Spring geschwind auf meinen Rücken" Sie nahmen die Verfolgung auf und holten die Brüder schließlich ein. Der graue Wolf riss sie in Stücke. Iwan-Zarewitsch verneigte sich vor dem grauen Wolf und nahm nun für immer Abschied. Auf dem goldmähnigen Ross kehrte Iwan-Zarewitsch heim, brachte dem Vater den Feuervogel und für sich die Braut, die schöne Helena. Zar Berendej war hocherfreut und fragte den Sohn nach allen Umständen aus. Iwan-Zarewitsch berichtete, wie ihm der graue Wolf zu seiner Beute verholfen, wie die Brüder ihn im Schlaf erschlugen und wie der graue Wolf sie hernach zerrissen hatte Zar Berendej trauerte eine Weile, tröstete sich aber bald Iwan-Zarewitsch vermählte sich mit der schönen Helena, und dann lebten sie in Glück und Freud und kannten weder Not noch Leid.

Das Märchen vom unsterblichen Kastschei (gekürzte Fassung)

Iwan Zarewitsch reitet, als er fünfzehn Jahre alt geworden ist, hinaus in die Welt, um die schöne Wassilissa für sich zu gewinnen. Er kommt in eine Stadt und sieht, wie auf dem Marktplatz ein Mann durchgepeitscht wird, weil er Schulden nicht bezahlt hat; wer ihn loskaufe, so heißt es, dem werde der unsterbliche Kastschei die Frau entführen. Iwan, der ohne Frau ist, kauft ihn los, weil er mit dem Menschen Mitleid hat. Dieser ­ er heißt Stahlheld - bedankt sich bei Iwan. Fortan begleitet Stahlheld Iwan. Sie kommen an einen Turm, in dem Wassilissa sitzt. Stahlheld bietet ihr als Gruß von Iwan das rechte Flügelchen eines gebratenen Huhns, dann, als sie nichts erwidert, das rechte Flügelchen einer gebratenen Gans. Da reicht sie ihm ein Gläschen Schnaps. Er aber ergreift nicht das Gläschen, sondern fasst die wunderschöne Jungfrau bei der Hand, zieht sie heraus aus dem Turm, setzt sie zu Iwan auf das Pferd und sprengt mit ihnen davon. Zar Kribit, Wassilissas Vater, der am anderen Morgen die Entführung bemerkt, lässt die Flüchtigen verfolgen. Doch Stahlheld erschlägt sie alle. Als die Nacht hereinbricht, schlagen sie ihr Zelt auf. Stahlheld legt sich zum Schlafe nieder, lässt aber Iwan Wache halten, damit kein Unberufener sich dem Zelte nähere. Iwan jedoch schläft ein. Da kommt der unsterbliche Kastschei herbei und trägt Wassilissa fort. Als Iwan und Stahlheld am anderen Morgen Wassilissa nicht vorfinden, machen sie sich auf, den unsterblichen Kastschei zu suchen. Sie treffen auf zwei Hirten, die eine Herde des unsterblichen Kastschei hüten, töten sie und legen deren Kleider an. So kommen sie an das Tor von Kastscheis Haus. Eine Magd tritt heraus, um eine Ziege zu melken, in der Milch badet sich Wassilissa jeden Morgen und jeden Abend. Als die Magd mit der Schüssel voll Milch zurückgeht, wirft Stahlheld einen Ring hinein, den Wassilissa Iwan schenkte. Wassilissa findet den Ring und lässt die beiden Hirten holen, wohl wissend, wer sie sind. Stahlheld gibt ihr auf, vom unsterblichen Kastschei zu erforschen, wo sein Tod sei. Kastschei aber täuscht sie und sagt, sein Tod sei im Besen, dann sein Tod sei im Ziegenbock. Zuletzt gibt er ihrem Drängen nach und lüftet sein Geheimnis: Im fernen Ozean liegt eine Insel, auf der Insel steht eine Eiche, unter der Eiche ist ein Kästchen vergraben, im Kästchen ist ein Hase, im Hasen eine Ente, in der Ente ein Ei, im Ei aber steckt sein Tod. Wassilissa berichtet Iwan und Stahlheld, was sie vom unsterblichen Kastschei erfahren hat. Da machen sie sich auf, den Tod Kastscheis zu suchen. Nach vielen Abenteuern finden sie die Insel, die Eiche, unter der Eiche das Kästchen, im Kästchen den Hasen, im Hasen die Ente, und in der Ente das Ei. Sie nehmen das Ei an sich, gehen zum unsterblichen Kastschei und werfen es ihm an die Stirn. Augenblicklich fällt er tot zu Boden. Iwan aber macht sich mit Wassilissa und Stahlheld auf den Weg heimwärts. Dort hält Iwan mit Wassilissa Hochzeit.

Tonkünstler-Orchester Niederösterreich

Das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich besteht seit 1945 als Konzertorchester hauptsächlich für den ostösterreichischen Raum und bildet mit 98 fixen Musiker/inne/n einen der größten Klangkörper Österreichs. Das Orchester hat zwei Residenzen, den Wiener Musikverein und das Festspielhaus St. Pölten. Im Musikverein finden mehrere Konzertzyklen mit dem Orchester statt, darunter die traditionellen, seit mehr als 50 Jahren stattfindenden Sonntagnachmittagskonzerte. Im Festspielhaus St. Pölten spielen die Tonkünstler Konzerte in mehreren Abonnementreihen und wirken in Musiktheaterproduktionen mit. Darüber hinaus bestreitet das Orchester pro Saison ca. 80 Konzerte in der gesamten Region Niederösterreich. Das Tonkünstler-Orchester hat eine eigene Stelle für Musikvermittlung eingerichtet und veranstaltet spezielle Projekte für Kinder und Jugendliche. Als musikalische Botschafter Niederösterreichs fungieren die Tonkünstler auf Konzertreisen in Österreich, in Europa und in Übersee. Prominente Dirigenten haben das Orchester geleitet, Chefdirigenten waren unter anderem Heinz Wallberg, Miltiades Caridis, Fabio Luisi und Carlos Kalmar. Ab der Saison 2004/2005 wird Kristjan Järvi das Orchester vorerst für drei Jahre als Chefdirigent leiten. Das Repertoire des Tonkünstler-Orchesters umfasst Werke der Wiener Klassik, der Romantik und der klassischen Moderne sowie zeitgenössische Musik. Mehrere CD-Einspielungen des Orchesters werden vom ORF herausgegeben.

Fotogalerie

Der Dirigent ­ Sascha Goetzel

Das Orchester ­ Tonkünstler-Orchester Niederösterreich

Die Schauspieler Mirjam Jessa

Rafael Schuchter

Die Tänzerin ­ Georgette Sanchez

Tipps für eine fächerübergreifende Vorbereitung im Unterricht auf das Feuervogel-Konzert

1. Geschichte Das Jahr 1910 ­ eine Chronik

Januar o Die britische Zeitung "The Illustrated London News" veröffentlicht das erste Foto vom Nordpol.

Februar o In Deutschland soll ein neues Wahlrecht eingeführt werden. Frauen dürfen weiterhin nicht wählen gehen.

März o Die kaiserliche Regierung in China verkündet die Abschaffung der Sklaverei und verbietet den Handel mit Menschen.

April o o Mai o o Juni o o o Der britische Flugpilot Charles Rolls überfliegt den Ärmelkanal zwischen Dover und Calais. Uraufführung des Balletts "Scheherazade" nach der Musik von Nikolai RimskiKorsakow in Paris. Der britische Polarforscher Robert Scott bricht zu seiner Expedition in die Antarktis auf. Damit beginnt der Wettlauf zwischen ihm und dem Norweger Roald Amundsen, der auf einer anderen Route ebenfalls den Südpol erreichen will. Das erste Passagierluftschiff der Welt, legt bei einer Probefahrt die 575 km lange Strecke zwischen Friedrichshafen am Bodensee und Düsseldorf in neun Stunden zurück. Uraufführung des Balletts "Der Feuervogel" von Igor Strawinsky in Paris. Der britische König stirbt im Londoner Buckingham-Palast. Fast alle europäischen Kaiser nehmen an den Trauerfeierlichkeiten teil. Der Halleysche Komet passiert die Erde. In den Vereinigten Staaten von Amerika leben 91,9 Millionen Menschen in 46 Bundesstaaten. Der belgische König eröffnet in Brüssel die 17. Weltausstellung.

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Juli o Der Sieg des schwarzen Box-Weltmeisters Jack Johnson über seinen weißen Herausforderer James J. Jeffries löst in mehreren Städten der USA Rassenunruhen aus, bei denen zahlreiche Menschen getötet werden.

August o o o In Hamburg beginnt ein Streik von 10.000 Werftarbeitern um höhere Löhne. Der Ausstand dauert bis Oktober und endet mit einem Teilerfolg der Streikenden. Ein Großbrand zerstört beträchtliche Teile der Weltausstellung in Brüssel. Nach offiziellen Angaben der russischen Regierung sind allein in diesem Jahr in Russland 112.985 Menschen an Cholera erkrankt, 50.287 von ihnen sind bisher an der Epidemie gestorben. Japan annektiert das Kaiserreich Korea.

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September o Die Uraufführung der 8. Symphonie von Gustav Mahler im Rahmen der Münchner Festspiele erregt großes Aufsehen. Das achtzigminütige Werk geht als "Symphonie der Tausend" in die Musikgeschichte ein und sprengt den herkömmlichen Rahmen symphonischer Musik. Der französisch-peruanische Flugpionier Geo Chavez überquert als erster mit einem Motorflugzeug die Alpen, verunglückt aber bei der Landung tödlich.

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Oktober o In Frankreich mündet ein Eisenbahnerstreik in eine Kraftprobe zwischen Gewerkschaften und Regierung.

November o o Tod des russischen Schriftstellers Leo N. Tolstoi. In London kommt es zu Ausschreitungen militanter Frauenrechtlerinnen. Sie fordern das Wahlrecht für Frauen. Der Regierungssitz wird stundenlang belagert und mit Steinen beworfen.

Dezember o o Eine Volkszählung im Deutschen Reich ergibt die Zahl von 64.925.993 Einwohnern Auf dem Gebiet des heutigen Österreich leben 6,65 Mio. Einwohner, davon allein 2,08 Mio. in Wien

Außerdem: Elektrische Waschmaschinen kommen in Gebrauch, ebenso Damenstrümpfe aus Kunstseide. Aufgabe: Teile die verschiedenen Ereignisse des Jahres 1910 in folgende vier Kategorien ein: Natur und Technik Politik Bevölkerung Kunst und Kultur Versucht, gemeinsam mit Eurem Lehrer/Eurer Lehrerin bei diesen vielen Einzelereignissen auch große Entwicklungen, Gemeinsamkeiten heraus zu lesen.

2. Deutsch

Geschichten schreiben: Wir schreiben eine moderne Version des Feuervogels Wir lesen die zwei alten russischen Märchen, und das aus diesen zusammengesetzte ,,neue" Märchen. Wir suchen uns 2 Märchen aus und versuchen, aus diesen beiden Märchen heraus ein neues zu gestalten.

3. Bildnerische Erziehung

Wir hören uns die Feuervogel-Suite an und malen dazu, was uns einfällt Wir malen eine Märchenszene aus dem Feuervogelmärchen Wir gestalten einen bunten Feuervogel Wir basteln uns ein Feuervogel-Kostüm und kommen damit ins Konzert im Festspielhaus

4. Geschichte und/oder Bildnerische Erziehung Wir basteln eine Collage über das Jahr 1910 (das wäre ein aufwendigeres Projekt, bei dem sehr viel Bildmaterial gesammelt werden müsste. Im Folgenden einige Anregungen, z.T. mit Seiten im Internet, wo es Bilder zum Thema gibt): Bilder von Autos (im Internet unter http://www.oldwoodies.com/gallery-autowoodies1.htm oder http://www.autogallery.org.ru/m/whitep.htm ) Bilder von Paris 1910 (im Internet unter http://monsite.ifrance.com/cp-anciennes/ oder http://hprm.free.fr/Cartes2.htm ) Postkarten aus dieser Zeit (im Internet unter http://www.resfortuna.com/Cartes/archives/rf_cp_paroles_0101.htm ) Werbeplakate ( Internet: http://www.lsg.musin.de/1900_2000/Werbung1900/werbeplakaten.htm ) Bilder von berühmten Persönlichkeiten aus dieser Zeit (z.B. Künstler: Igor Strawinsky, Claude Debussy, Maurice Ravel, Wassilij Kandinsky, Gustav Mahler) Malerei aus dieser Zeit (Kandinsky, Rousseau,..) Zeitungsartikel aus dieser Zeit

Bibliografie

folgende Bücher und Texte habe ich für meine Vorbereitung verwendet: Wolfgang Burde, Igor Strawinsky, Reclams Musikführer, Stuttgart 1995 Heinrich Lindlar, Igor Strawinsky, Lebenswege, Bühnenwerke, Zürich 1994 Helmut Kirchmeyer, Strawinskys russische Ballette, Stuttgart, 1974 Theo Hirsbrunner, Igor Strawinsky in Paris, 1982 Igor Strawinsky, Leben und Werk, Erinerungen; Zürich, 1957 Internet: Strawinskys Werkverzeichnis: http://www.russisches-musikarchiv.de/werkverzeichnisse/Strawinsky-werkverzeichnis.htm Das russische Märchen vom Feuervogel: http://private.addcom.de/maerchen/deutsch/iwan_seri_volk/Iwan_und_Wolf.htm

Information

Microsoft Word - LehrerpackageFeuervogel.doc

26 pages

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